ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen

Posts Tagged ‘Karfreitagsfürbitte’

Der jüdisch-christliche Dialog, eine „Herzensangelegenheit“ des Papstes

Posted by deislam - 16. Januar 2009

Zitat aus ZENIT.org: ZG09011609 – 16.01.2009:
Permalink: http://www.zenit.org/article-16846?l=german

Reaktion auf eine Polemik der letzten Tage

ROM, 16. Januar 2009 (ZENIT.org).- Für Papst Benedikt XVI. ist und bleibt der Dialog mit dem Judentum eine Herzensangelegenheit. Dies bekräftigt der Sekretär der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum, P. Norbert J. Hofman, in einem Artikel auf der ersten Seite des „Osservatore Romano“ vom 17. Januar.

Elia Enrico Richetti, VeneziaDer Beitrag kann als Antwort auf die Polemik angesehen werden, die in den letzten Tagen in Italien durch die Äußerungen des Rabbiners von Venedig, Elia Enrico Richetti, auf den Seiten der Jesuitenzeitschrift „Popoli“ ausgelöst worden war. Richetti hatte erklärt, dass mit Benedikt XVI. der jüdisch-katholische Dialog um 50 Jahre zurückgefallen sei. In diesem Zusammenhang erwähnte der Rabbiner auch die Auseinandersetzung um die Seligsprechung Papst Pius XII. sowie die neu formulierte Karfreitagsfürbitte für die Juden in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus.

Es handelt sich dabei um eine Wortmeldung aus dem italienischen Judentum, die nicht verallgemeinert werden kann. So hatte besonders der Oberrabbiner Roms, Riccardo Segni, gerade in der letzten Zeit die positiven Aspekte des jüdisch-katholischen Dialogs hervorgehoben.

Für P. Hofman ist festzustellen, dass der jüdisch-christliche Dialog auf einer soliden Basis stehe, die „nicht so leicht erschüttert werden kann“, auch wenn es nicht an Divergenzen fehle, die im Übrigen „von einigen künstlich aufgebauscht werden“.

Es sei nicht zu leugnen, dass es durch die neue Karfreitagsfürbitte für die Liturgie nach dem Römischen Messbuch von 1962 zu „Irritationen“ gekommen sei. Die Reaktionen sowie die Dauer der Polemik seien jedoch von Organisation zu Organisation und von Land zu Land unterschiedlich gewesen.

Positiv bewertet Neumann die Tatsache, dass während der Zeit der Polemiken bewiesen worden sei, dass auch kontroverse Themen ausgeglichen und in einer Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung und freundschaftlichen Zusammenarbeit behandelt werden könnten. Diese Tatsache verweise darauf, dass der katholisch-jüdische Dialog einen beachtlichen Reifungsprozess erlebt habe.

Das Nachfolgende ist die Übersetzung aus dem Italienischen durch uns, deislam, des in der Zeitschrift POPOLI – N. 1 Gennaio 2009 veröffentlichten Textes des Rabbiners Elia Enrico Richetti:

Die Versammlung der Rabbiner Italiens hat mitgeteilt, dass, wenigstens für dieses Jahr, keine Zusammenarbeit zwischen den jüdischen Gemeinden Italiens und den katholischen Institutionen stattfinden werde für die Feier des Tages des Judentums (17. Januar). Dies ist die logische Konsequenz eines besonderen Augenblicks, den der interkonfessionelle Dialog heute durchmacht, ein Moment, in dem sich Zeichen zu zeigen begonnen haben, als der Papst, indem er die lateinische Messe freigab, im tridentinischen Missale die zu befolgende Gebetweise vorgegeben hat. In dieser Formulieren der Karfreitagsgebete ist ein Gebet enthalten, welches die Bekehrung der Juden zur „Wahrheit“ der Kirche und zum Glauben an die Heilsrolle Jesu herbeiwünscht. Um die Wahrheit zu sagen, jenes Gebet, das in der ersten Formulierung die Juden als „perfid“, d.h. „glaubenslos“ und blind bezeichnete, war durch Johannes XXIII. bereits „übersprungen“ („ausgelassen“) (aber nie aufgehoben) worden. Benedikt XVI hat es von den am meisten beleidigenden Ausdrücken gereinigt und wieder eingeführt.
Vom ersten Augenblick an hat die Versammlung der Rabbiner Italiens eine Denkpause eingelegt, indem sie vorübergehend die interreligiösen Begegnungen suspendierte. Die darauffolgenden Monate waren charakterisiert von einer Abfolge von Kontakten, Begegnungen und Meditationen mit diversen Exponenten, auch auf hoher Stufe der kirchlichen Welt, von welchen einige sich als aufrichtig besorgt zeigten über die Zukunft eines Dialogs, der auf fruchtbare Weise verlief und der eine Ausweitung des Respektempfindens und der ebenbürtigen Würde der Glauben(sbekenntnisse) zeitigte. Leider haben sich die Resultate als ernüchtgernd erwiesen. Es wurden „beleidigte“ Reaktionen seitens hoher vatikanischer Hierarchen festgestellt. „Wie können sich Juden unterstehen, darüber zu befinden, in welcher Weise ein Christ beten muss? Erlaubt sich etwa die Kirche, aus dem Rituale der jüdischen Gebete einige Ausdrücke zu eliminieren, die als antichristlich interpretiert werden könnten?“ Einige Prälaten hätten gemeint, dass die Haltung der italienischen Rabbiner von einer jüdischen „Überempfindlichkeit“ diktiert worden sei gegenüber Versuchen der Proselitenmacherei, einer gemäß den Tatsachen nicht gerechtfertigten Hypersensibilität. Hingegen, und dies ist die mehr oder weniger offizielle Antwort gewesen (eine Antwort der Bischofskonferenz, obwohl darum ersucht worden ist, ist ausgeblieben), hätten die Juden nichts zu befürchten: die im Gebet „Pro Judaeis“ ausgesprochene Hoffnung sei „rein eschatologisch“, eine Hoffnung bezogen auf das „Ende der Zeiten“, die nicht dazu einlade, aktiven Proselitismus zu betreiben (der übrigens schon verboten worden sei von Paul VI). Diese Antworten hätten das italienische Rabbinat jedoch keineswegs befriedigt. Wenn ich die Auffassung vertrete, wenn auch (nur) für die Endzeit geltend, dass mein Nachbar wie ich werden müsse, um des Heiles würdig zu sein, respektiere ich seine Identität nicht. Es handelt sich also nicht um Überempfindlichkeit: es handelt sich um das banalste Respektsempfinden das ich dem andern als Geschöpf Gottes schuldig bin. Wenn wir dem die kürzlichsten Stellungnahmen des Papstes in Bezug auf den Dialog hinzufügen, der als nutzlos definiert wurde, weil in jedem Fall die Höherwertigkeit des christlichen Glaubens bezeugt werden müsse, ist es evident, dass wir auf die Löschung der letzten fünfzig Jahre der Kirchengeschichte zugehen. In dieser Optik ist der Unterbruch der Zusammenarbeit zwischen italienischem Judentum und Kirche die logische Konsequenz des von seiner höchsten Autorität ausgedrückten kirchlichen Denkens.
Es ist wahr, die Kirche erlaubt sich nicht, die jüdischen Gebete zu korrigieren (auch wenn die kirchliche Zensur während einer gewissen Zeit einigermaßen aktiv war). Aber es muss gesagt werden, dass die Gebete, die jemand als antichristlich interpretieren wollte, in Wirklichkeit gegen „jene sind, die sich vor Idolen (Götzenbildern) verneigen“ und gegen „die Lästerer und die Häretiker“. Warum sollten sich die Christen betroffen fühlen? Was denken sie von sich selbst?
Es ist wahr, es steht nicht den Juden zu, die Christen zu belehren, wie sie beten sollen oder was sie denken müssen, und niemand unter den Juden oder den italienischen Rabbinern gibt vor, es zu tun. Aber es ist klar, dass „dialogisieren“ heißt, jedem das Recht des anderen, sich selbst zu sein, zu respektieren, die Möglichkeit zu nutzen, etwas von der Sensibilität des andern zu lernen, etwas, was mich bereichern kann. Wenn die Idee des Dialogs als Respekt (nicht als Synkretismus und nicht als Pflichtverletzung) wiederhergestellt sein wird, werden die italienischen Rabbiner immer bereit sein, die Rolle zu spielen, die sie während den vergangene fünfzig Jahren gespielt haben.

Unser Kommentar:
Wenn man die Äußerungen des Oberrabbiners von Venedig in dieser ungekürzten Fassung liest und sie mit der Reaktion des Vatikans, mit der Stellungnahme des Sekretärs der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum, P. Norbert J. Hofman, vergleicht, sieht man sofort, dass hier einmal mehr Beschwichtigung betrieben wird. Der Vatikan belügt sich selbst, wenn er die oder einige Divergenzen als „künstlich aufgebaut“ einstuft und die Wortmeldung Richettis als „Polemik“ beurteilt, die nicht verallgemeinert werden dürfe. Auch wenn es manche hohe Judenvertreter gibt, die auch ihrerseits (stets) (heuchlerisch) beschwichtigen, so ist die allgemeine weltweite Realität keine andere als diejenige, die Richetti im Namen aller Rabbiner Italiens in deutliche Worte gefasst hat. Ja auch diese sind noch um einiges „geschönt“. Für die katholische Kirche hätte der Dialog mit den Juden nur dann eine Berechtigung und einen Sinn, wenn er eindeutig, unverhüllt mit der Absicht und dem Ziel der Bekehrung der Juden zu Christus geführt würde. Genau das aber lehnen die Juden entschieden und vehement ab. Nicht einmal ein Gebet um ihre Bekehrung, auch nicht eines um ihre dereinstige, endzeitliche wollen sie dulden. Sie fühlen sich zutiefst beleidigt darob. Sie sind und bleiben also weiterhin „verblendet“ und „verstockt“. Rücksichtnahme auf ihre „Empfindlichkeit“ ist also kontraproduktiv. Je mehr Dialog  der Papst und die ganze Hierarchie mit „ihren älteren Brüdern“ pflegt, desto mehr bestimmen sie, was und wie dieser Dialog zu sein und was er zu beinhalten und wohin er zu führen hat. Sie wollen (vorgeblich), dass ihr Glaube als gleichwürdig und gleichwertig betrachtet werde von den Christen. Das können die Christen ihnen aber nicht zugestehen, ohne ihren Glauben zu verleugnen. Also müssten sie spätestens jetzt diesen „Dialog“ abbrechen und wieder zur auftragsgemäßen Verkündigung, zur Missionierung und zum ungeschminkten Karfreitagsfürbittgebet „Pro Judaeis“ zurückkehren.

Siehe dazu auch:

Posted in Benedikt XVI, Interreligiöser Dialog, Judentum, Vatikan | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Protest von Rabbinern: „Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff“

Posted by deislam - 22. März 2008

Wir zitieren folgenden Artikel, um ihn anschließend ausführlich zu kommentieren:

SPIEGEL ONLINE: 20. März 2008:
PROTEST VON RABBINERN
„Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff“

Ausgerechnet zu Ostern flammt ein alter Glaubenskonflikt wieder auf: In der neuen Karfreitagsfürbitte des Vatikans wird für die „Erleuchtung“ der Juden gebetet. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview attackiert Rabbiner Walter Homolka den Papst – und wirft ihm vor, judenfeindliche Kräfte zu stärken.

Homolka, Synagoge KölnSPIEGEL ONLINE: Herr Homolka, Sie – und weltweit rund 1600 Rabbiner – protestieren scharf gegen die vom Vatikan wieder zugelassene lateinische Karfreitagsfürbitte. Darin heißt es: „Lasst uns beten für die Juden. Dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.“ Halten Sie Benedikt XVI. für einen Antisemiten?

Homolka: Er versucht, das Spezifische seiner Kirche herauszuarbeiten – das ist seine Aufgabe. Hier ging ihm allerdings das Fingerspitzengefühl verloren. Es ist höhnisch für Juden, wenn ausgerechnet im Umfeld von Karfreitag die katholische Kirche wieder für die Erleuchtung der Juden bittet, damit wir Jesus als Heiland erkennen. Solche Aussagen werden in einem wirkungsgeschichtlichen Umfeld gemacht, das eng verbunden ist mit Diskriminierung, Verfolgung und Tod. Das ist nach der Schuld, die die katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judentum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat, völlig unangemessen und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden.

SPIEGEL ONLINE: Was bewirkt Benedikt mit der Neufassung der lateinischen Formel?

Homolka: Er gibt zu erkennen, dass er glaubt, auch für die Juden führe der Weg zum Heil nur über Jesus, den Heiland. Das öffnet der Judenmission Tür und Tor. Schon jetzt ist das Internet voll mit Kommentaren rechtskonservativer Katholiken, die sagen: „Wunderbar, jetzt haben wir endlich das Signal, Juden zu missionieren.“ So ein Zeichen wirkt auf antisemitische Kreise äußerst stimulierend. Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff.

SPIEGEL ONLINE: Benedikt leistet antisemitischen Tendenzen Vorschub?

Homolka: Er nimmt sie zumindest in Kauf.

SPIEGEL ONLINE: Ist die aktuelle Fassung nicht harmlos im Vergleich zur Urfassung von 1570, die über Jahrhunderte galt? Darin ist davon die Rede, dass das Herz der Juden verschleiert sei, dass sie in der Finsternis wandelten, dass sie verblendet und treulos seien.

Homolka: Ich halte auch die Benedikt-Fassung für mehr als unglücklich. Er trifft an dieser zentralen liturgischen Stelle, der Karfreitagsliturgie, eine kathedertheologische Aussage, die von Juden unweigerlich als Angriff und Stillosigkeit empfunden werden muss. In der Geschichte ist Juden am Karfreitag immer wieder Verfolgung und Tod widerfahren. Christen münzten die Karfreitagsbotschaft oft um in die Frage: „Wo sind die Christusmörder?“

SPIEGEL ONLINE: Ist diese Gefahr nicht längst gebannt?

Homolka: 2006 hat der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Henry Brandt, gegenüber Kardinal Kasper klare Worte gefunden: Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene. Das ist hart, aber ehrlich gesagt. Die katholische Kirche sollte sich zur Treue Gottes bekennen, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält.

SPIEGEL ONLINE: Die lateinische Version der Fürbitte wird in kaum einer deutschen Pfarrgemeinde zu hören sein. Ist Ihr Protest nicht übertrieben?

Homolka: Es geht nicht darum, wo überall diese außerordentliche Form der Fürbitte gebetet wird. Der Papst hat mit dieser Formulierung von eigener Hand eine richtungweisende Veränderung vorgenommen, der er persönliches Gewicht verleiht. Damit entzieht er der ordentlichen Form der Fürbitte von 1970 die Glaubwürdigkeit. Deren Text hätte der Papst doch einfach auch für den tridentinischen Ritus übernehmen können: „Lasset uns beten für die Juden, zu denen Gott im Anfang gesprochen hat. Er gebe ihnen die Gnade, sein Wort immer tiefer zu verstehen und in der Liebe zu wachsen.“

SPIEGEL ONLINE: Das Christentum ist eine missionarische Religion. Ist es da nicht logisch, dass auch Juden überzeugt werden sollen?

Homolka: Nein, denn die umstrittene Karfreitagsfürbitte lässt die besondere Stellung des Judentums als Gottes Volk völlig außer Acht. Gott hat uns Juden zum „Licht unter den Völkern“ berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche nötig. Da vergreift sich die jüngere Schwester schwer im Ton.

SPIEGEL ONLINE: Der Jude Jesus hat doch selbst unter Juden missioniert.

Homolka: Jesus hat seine Position im Rahmen eines innerjüdischen Dialoges vorgetragen. Was die Kirche daraus gemacht hat, war etwas ganz anderes. Sie hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen und behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für meinen persönlichen Gnadenstand relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen.

SPIEGEL ONLINE: Sie sehen die Gefühle vieler Juden verletzt. Mit seiner Regensburger Rede verletzte Benedikt auch die Gefühle vieler Muslime. Was steckt dahinter?

Homolka: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies Ausrutscher waren. Hier steht ein Kapitän auf der Brücke seines Supertankers. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde ein neuer Kurs gesetzt. Nun will er umsteuern und in kurzer Zeit neue Akzente setzen. Da braucht es schon die eine oder andere Sprengbombe, um das Schiff ins neue Fahrwasser zu bringen. Die Kirche des Zweiten Vatikanums ist dem Papst zu arm an Bindekraft geworden und die Universitätstheologie zu mager. Deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt auch positive Entwicklungen im katholisch-jüdischen Verhältnis: das Schuldbekenntnis der katholischen Kirche, Benedikts Besuch der Kölner Synagoge, sein Treffen mit dem Wiener Rabbiner. Und er hat Auschwitz besucht.

Homolka: In Auschwitz vertrat er eine Auffassung, als ob neuheidnische Kräfte über das deutsche Volk gekommen wären und es verführt hätten. Rabbiner Leo Baeck hat nach dem Holocaust ein ganz anderes Fazit gezogen: Was ist eine Kirche wert, die im Dritten Reich Gottes grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen konnte? Das lässt den an den Tag gelegten Absolutheitsanspruch des Christentums recht frech erscheinen.

SPIEGEL ONLINE: Dennoch bemühte sich die katholische Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg um ein gutes Verhältnis zum jüdischen Volk. Rom erkannte an, dass das Christentum aus dem Judentum entsprungen ist, dass das Judentum eine Heilszusage von Gott besitzt, dass Jesus Jude war.

Homolka: Ja, aber es gibt auch irritierende Signale. Bei der Heiligsprechung Edith Steins, die als Jüdin zu Tode kam und dann von christlicher Seite als Märtyrerin erhöht wurde, ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird. Und jetzt der Affront mit der Karfreitagsliturgie. Ich akzeptiere es, wenn jemand individuell einen Glaubenswechsel vornimmt – das gilt nach beiden Seiten. Der christlich-jüdische Dialog wird damit fertig. Aber eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung.

SPIEGEL ONLINE: Welchen Sinn hat überhaupt ein Dialog, wenn von vornherein klar ist, dass sich die beiden Seiten letztlich unversöhnlich gegenüber stehen?

Homolka: Das Ziel des Dialogs ist nicht die Vereinigung oder Vereinnahmung. Wir wollen einander verstehen lernen. Dazu gehört, Verletzungen zu vermeiden, wie sie uns durch die Karfreitagsfürbitte des Papstes zugefügt wurden. Ich fürchte, auf jüdischer Seite wird es zu einer Abstimmung mit den Füßen kommen, die Leute werden sich dem Dialog entziehen.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann es weitergehen?

Homolka: Der morgige Karfreitag wird ein schwarzer Tag in den Beziehungen von Juden und Katholiken. Eine versprochene Erläuterung des Vatikans lässt auf sich warten, insgesamt vier jüdische Referenten haben mittlerweile ihre Teilnahme für den Katholikentag abgesagt. Die Nerven liegen auf jüdischer Seite blank. Micha Brumlik warnte vor wenigen Monaten vor einer „Eiszeit“. Jetzt ist sie da. Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinschaft stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Das Gespräch führte Alexander Schwabe

URL:

* http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,542556,00.html

Unser Kommentar ist inzwischen veröffentlicht unter dem Post „Rabbiner Walter Homolka spricht Klartext

Doch vorläufig auch hier schon mal sachdienliche Links:

Unsere bisherigen Stellungnahmen:

    1. Die re-re-revidierte Karfreitagsfürbitte für die Bekehrung der Juden
    2. Karfreitagsfürbitte für die Juden überschattet Katholikentag
    3. Juden fordern erneut Änderung der Karfreitagsfürbitte
    4. Wird sich Rom unterwerfen?

      Posted in Islam, Juden, Judenmission, Judentum, Nostra Aetate, Vatikan | Verschlagwortet mit: , , , , | 5 Comments »

      Wird sich Rom unterwerfen?

      Posted by deislam - 18. März 2008

      Neue Synagoge Berlin (2005)kreuz.net – katholische nachrichten, Montag, 17. März 2008 22:47

      Der Vatikan plant angeblich, die Aussage der neuen Karfreitagsfürbitte weiter herunterzuspielen. Entscheiden Juden und Kirchenpolitiker, was der Inhalt des katholischen Glaubens ist?

      (kreuz.net, Vatikan) Der vatikanische Staatssekretär Tarcisio Kardinal Bertone wird einem israelischen Oberrabbiner eine versöhnliche Stellungnahme zur neuen Karfreitagsfürbitte schreiben.

      Das berichtete die Nachrichtenagentur ‘Reuters’ unter Berufung auf Quellen, denen ein Entwurf der angeblichen Stellungnahme bekannt ist.

      Papst Benedikt XVI. habe den Text des Briefes bestätigt. Er werde „bald“ veröffentlicht, aber vielleicht nicht mehr vor dem Karfreitag.

      Kardinal Bertone wird laut ‘Reuters’ erklären, daß das neue Gebet nicht zur Bekehrung der Juden aufrufe.

      Der Text der neuen Karfreitagsbitte
      Wir wollen beten für die Juden.
      Daß unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.
      Lasset uns beten. Beugen wir die Knie. Erhebet Euch.
      Allmächtiger ewiger Gott, der Du willst, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, gewähre gnädig, daß ganz Israel gerettet werde, wenn die Fülle aller Völker in Deine Kirche eintritt. Durch Christus, unseren Herrn.
      Der Staatssekretär werde sich auf die Konzilserklärung über den interreligiösen Dialog, ‘Nostra Aetate’ berufen.

      ‘Reuters’ vermutet, daß der Brief ein quietistisches Heilskonzept unterstreicht, wonach die Erlösung Israels „in Gottes Hand“ sei. Das entscheidende Problem, daß niemand ohne Taufe gerettet werden kann, erwähnt der Artikel nicht.

      Ungenannte Vertreter des Judentums kommentierten die Stellungnahme bereits vor ihrem Erscheinen. Sie hoffen, daß der Brief Kardinal Bertones eine angebliche Kontroverse beilegt.

      Heilsnotwendigkeit der Kirche

      Die katholische Dogmatik lehrt, daß die Zugehörigkeit zur Kirche für alle Menschen heilsnotwendig ist.

      Darin waren sich alle Päpste, Konzilien und Kirchenväter der Vergangenheit selbstverständlich einig. Der Eichstätter Dogmatikprofessors Ludwig Ott spricht in seinem Handbuch von einer „einmütigen Überzeugung der Väter, daß außerhalb der Kirche das Heil nicht zu erlangen ist“.

      Dem übereinstimmenden Zeugnis der Väter schreibt die Kirche Unfehlbarkeit zu.

      Diese Lehre verkündete auch das 4. Laterankonzil im Jahr 1215: „Außerhalb der einzigen Kirche wird keiner gerettet.“

      Das Unionskonzil von Florenz, die Päpste Innozenz III. († 1216), Bonifaz VIII. († 1303), Klemens VI. († 1352), Benedikt XIV. († 1758), Pius IX. († 1878), Leo XIII. († 1903) und nicht Pius XII. († 1958) bestätigten den katholischen Lehrsatz.

      Pius IX erklärte gegenüber dem religiösen Indifferentismus: „Auf Grund des Glaubens ist festzuhalten, daß außerhalb der apostolischen, Römischen Kirche niemand das Heil kann. Sie ist die einzige Arche des Heils. Wer nicht in sie eintritt, wird in der Flut umkommen.“

      Unter besonderen Umständen kann die aktive Zugehörigkeit zur Heilsanstalt Kirche durch das Verlangen danach ersetzt werden.

      Das ist der Fall, wenn ein Mensch unter unverschuldeter und unüberwindlicher Unkenntnis der katholischen Religion leidet. Er muß die sittliche Bereitschaft besitzen, dem Willen Gottes zu folgen.

      Unsere bisherigen Stellungnahmen:

      Unser Kommentar:
      Als „Einstimmung“ lese man (auch einmal) einen wohl ziemlich typischen protestantisch-projüdischen Kommentar zur neu(est)en Karfreitagsfürbitte von Eric C. Martienssen, Köln (Evangelische Kirche)! Da heißt es – nebenbeibemerkt – zum Vorstand von God`s Sabbath Int. gAG i.G. : „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich der Vorstand von God’s Sabbath International ausschließlich aus Mitgliedern ganz normaler protestantischer, katholischer, jüdischer oder jüdisch-messianischer Gemeinden, nicht aus irgendwelchen – wie auch immer gearteten – sektiererischen Gemeinden rekrutiert! Die erfreulicherweise steigende Anzahl von Siebenten-Tags-Adventisten, die jeglicher Form von Ersatztheologie gegenüber Gottes Heiligem Volk abgeschworen haben, sind auf diesen Seiten herzlich willkommen.“ Nun, wir wären da auch nicht willkommen, denn wir haben dieser „Ersatztheologie“ noch keineswegs abgeschworen! Wohl aber hat das die nachkonziliare katholische Hierarchie mindestens in der Mehrzahl ihrer Repräsentanten seit dem II. Vaticanum getan. Und deswegen muss sie sich jetzt auch die Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten seitens der Neu-Umworbenen und Neu-Versöhnten gefallen lassen. (Die Geister, die sie rief, die wird sie nun nicht mehr los!)

      Posted in Benedikt XVI, Dialog - Interreligiöser, Interreligiöser Dialog, Juden, Judentum, Nostra Aetate, Vatikan | Verschlagwortet mit: , , , , , , , | 3 Comments »

      Juden fordern erneut Änderung der Karfreitags-Fürbitte

      Posted by deislam - 10. März 2008

      Wir wiederholen: Wir befassen uns hier nicht mit dem jüdischen, sondern mit dem islamischen Antichristentum. Aber beim vatikanverordneten „interreligiösen Dialog“ gibt es vieles, was bei beiden Christus-Gegnerschaften analog zutrifft, zum Beispiel sowohl die Dreistigkeit, mit der sie (zunehmend) in die katholische Kirche hineinbestimmen (wollen), wie ihre offensichtlich stets gleichbleibende, ja sich sogar verhärtende Verstocktheit und Unbekehrbarkeit.

      Zitat von Radio Vatikan: 09/03/2008 17.26.12

      Juden fordern Änderung der Fürbitte

      Die Kritik an der neuen Karfreitagsfürbitte für die Juden in der lateinischsprachigen Liturgie im außerordentlichen Ritus von 1962 hält an. Der Vizepräsident der Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, warf der Kirche vor, dass sie die Juden „bekehren möchte und sie weiterhin als unmündig betrachtet“. Das meldete das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ am Samstag. Die Formulierung „dass die Juden Jesus Christus als Retter aller Menschen erkennen mögen“, erniedrige die Juden oder mache sie zu einer zweitklassigen Religion mache, die bekehrt werden müsse. Der Zentralratsvize rief die Deutsche Bischofskonferenz auf, sich bei Papst Benedikt XVI. für eine Änderung einzusetzen. Der Gesprächskreis „Juden und Christen“» des Zentralkomitees der deutschen Katholiken rief den Papst ebenfalls auf, die Fürbitte zurückzuziehen. Sie sei eine Kränkung der Juden und Bedrohung des Judentums als Religion, erklärte der katholische Vorsitzende des Gesprächskreises, der Augsburger Pastoraltheologe Hanspeter Heinz, gegenüber „Report Mainz“. – Die Sendung wird am Montag um 21.45 Uhr im Ersten Programm ausgestrahlt.
      Kurienkardinal Walter Kasper, in dessen Zuständigkeit der Kontakt zu den Juden fällt, hatte vergangene Wochen ein Treffen führender Rabbiner mit ihm und Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone angekündigt. Dieser werde eine Erklärung abgeben, danach sollte der Vorgang beigelegt sein, so Kasper.
      (kna/rv 09.03.2008 bp)

      Unser Kommentar:
      Es kann der derzeitigen katholischen Kirchenführung, Papst und Kurie und Weltepiskopat, (hoffentlich) nur die Augen öffnen, wenn solche Reaktionen von jüdischer Seite kommen. Was nämlich seit dem II. Vatikanum, und namentlich seit dem Dekret „Nostra Aetate“ bezüglich post-christlichem, talmudisch-kabbalistischem Judentum an verfehlter Theologie und Pastoral betrieben wurde, war ein regelrechter Verrat an ihrer vormaligen, perennialen Lehre und Verhaltensweise gegenüber den christusfeindlichen Juden. Es war wie eine Kehrtwendung um 180°!

      „Dass die Juden Jesus Christus als Retter aller Menschen erkennen mögen, erniedrige die Juden oder mache sie zu einer zweitklassigen Religion, die bekehrt werden müsse.“ Dies sei „eine Kränkung der Juden und eine Bedrohung des Judentums als Religion“.

      Kann die eigene Verblendung, die Blindheit, die Verstocktheit noch deutlicher ausgedrückt und vor aller Welt eingestanden werden? Kehren wir also gleich zur originalen, bewährten Version der Fürbitte zurück:

      Lasset uns deshalb auch (weiterhin) beten für die ungläubigen Juden, dass Gott, unser Herr, den Schleier von ihren Herzen wegnehme, auf dass auch sie unsern Herrn Jesus Christus erkennen.

      Allmächtiger, ewiger Gott, Du schließest sogar die ungläubigen Juden von Deiner Erbarmung nicht aus. Erhöre unsere Bitten, die wir ob der Verblendung jenes Volkes vor Dich bringen, damit sie das Licht Deiner Wahrheit, welches Christus ist, erkennen und ihrer Finsternis entrissen werden. Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, Der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

      Orémus et pro pérfidis Judáeis: ut Deus et Dóminus noster áuferat velámen de córdibus eórum; ut et ipsi agnóscant Jesum Christum, Dóminum nostrum.

      Omnípotens sempitérne Deus, qui étiam judáicam perfidiam a tua misericórdia non repéllis: exáudi preces nostras, quas pro illíus pópuli obcaecatióne deférimus; ut, ágnita veritátis tuae luce, quae Christus est, a suis tenebris eruántur. Per eúndem Dóminum nostrum Jesum Christum, Fílium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus: per ómnia sáecula saeculórum. Amen.

      PS: Dazu noch, zur Erinnerung, die Meldung vom 8. März 2008:

      Der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka bekräftigt seine Kritik an der neuen Karfreitagsfürbitte der katholischen Kirche. Ihre Beziehungen zur jüdischen Gemeinschaft stünden „durch diesen unfreundlichen Akt schlagartig vor einer Zerreißprobe wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr“, erklärte Homolka in der Berliner evangelischen Wochenzeitung „Die Kirche“. Er sprach von einer Eiszeit zwischen Katholiken und Juden. In der vom Vatikan kürzlich neu formulierten Juden-Fürbitte für Karfreitagsgottesdienste im außerordentlichen lateinischen Ritus heißt es, dass die Juden Jesus Christus als Retter aller Menschen erkennen mögen. Homolka sieht darin einen Aufruf zur Bekehrung. Deshalb hatte er wie der jüdische Sozialwissenschaftler Micha Brumlik seine Teilnahme am Katholikentag vom 21. bis 25. Mai in Osnabrück abgesagt. Der Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken rief Papst Benedikt XVI. auf, die Fürbitte zurückzuziehen. Dem Gremium gehört auch Homolka an. (kna 08.03.2008 mg)

      Siehe dazu unseren Post vom 28. Februar 2008

      Posted in Benedikt XVI, Dialog - Interreligiöser, Islam, Juden, Judentum, Nostra Aetate, Vatikan | Verschlagwortet mit: , , , , , | 2 Comments »

       
      %d Bloggern gefällt das: