ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen

Archive for the ‘Patriarchen’ Category

«Ich sage immer: Wir sind die Kirche des Islam»

Posted by deislam - 21. Oktober 2007

Quelle: 30Tage, August 2007 [französische Version]

Wir übernehmen dieses Interview mit „Seiner Seligkeit Gregorios III. (Lutfi Laham oder Lahham) (* 15. Dezember 1933 in Daraya, Syrien), Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, dem Oberhaupt der mit der römisch-katholischen Kirche unierten melkitischen griechisch-katholischen Kirche und höchster katholischer Würdenträger im Nahen und Mittleren Osten“ aus der katholischen Zeitschrift ’30Tage [aus Kirche und Welt]‘ zur Gänze, um es hier aus unserer katholischen Sicht nach und nach zu kommentieren und durch unsere Leser kommentieren zu lassen!

Christen im Land des Korans.

Mit Jesus im Zentrum des Islam

„Ich kann es den Juden nicht oft genug sagen: wie ich selber seid auch ihr und die Muslime zum Glauben an Jesus gerufen. Der Ruf Jesu ergeht an alle. Seine Religion ist keine neue Religion gegen die vorherigen oder späteren Religionen. Sie ist etwas anderes: eine ganz andere Sache.“ Interview mit Grégoire III. Laham, Patriarch von Antiochien der Griechisch-Melchiten.

Interview mit Grégoire III. Laham von Gianni Valente

Die Situation der Christen in Nahost steht wieder einmal im Mittelpunkt des Interesses. Die einen wollen auf diese Weise auf der Linie des Papstes ihre Sorge über das Drama der wehrlosen Christen in dem Land zum Ausdruck bringen, wo das Christentum begann. In anderen Fällen erscheint ein derartiger Eifer oft von kulturell-politisch orientierten Faktoren getrieben zu sein.
Nur wenige schenken den Argumenten und Meinungen der arabischen Christen Gehör oder gehen gar von deren Sichtweise der Ereignisse im Pulverfass Nahost aus.
Auch schon aus diesem Grund mag interessant sein, was Seine Seligkeit Grégoire III. Laham, Patriarch der Griechisch-Melchiten seit 2000, zu diesem Thema sagen kann.

Grégoire III.

Hinter den Geschehnissen im Irak verbirgt sich ein noch umfassenderes Phänomen: das Verschwinden der Christen aus Nahost.
GRÉGOIRE III. LAHAM: Jesus hat uns gesagt: habt keine Angst. Die haben wir aber. Ein Hirte sollte seinem Volk Mut machen, es nicht in Panik geraten lassen. Die Situation im Irak ist erschreckend: Verbrechen, Racheakte und Gräueltaten sind an der Tagesordnung. Und das gilt für die Christen genauso wie für alle anderen. Anderthalb Millionen Iraker sind nach Syrien geflüchtet, die Christen sind nur eine kleine Minderheit. Wie man sieht, kehren alle dem Irak den Rücken. Ich weiß, dass damit im Westen so mancher spekulieren möchte. Das Leid unserer Christen jedoch als Einzelschicksal darstellen zu wollen scheint mir ihnen wenig nützlich zu sein.
Der chaldäische Patriarch Emmanuel III. Delly hat gesagt, dass der Krieg auch die Verfolgung brachte.
GRÉGOIRE III.: Eine jede Interpretation der Probleme unserer Region, die nicht von rein politischen Kriterien ausgeht, fällt negativ auf uns zurück. Das ist auch im Irak geschehen. Die Amerikaner sind fast schon mit der erklärten Absicht gekommen, einen neuen Kreuzzug unternehmen, den Nahen Ostens neu gestalten zu wollen. Im Libanon etikettiert man inzwischen sogar die UNIFIL-Soldaten als „Kreuzfahrer“. Und die Christen werden immer mit diesen westlichen Strategien in Zusammenhang gebracht. In meiner letzten Weihnachtsbotschaft habe ich geschrieben: „Liebe Muslime, wir können nicht tolerieren, dass uns einige von euch als Verbündete der ‚Kreuzfahrer‘ definieren. Wir leben, arbeiten und kämpfen mit euch zusammen. Bauen gemeinsam die Zukunft dieser Nationen.“
Nicht selten wird der Nahe Osten tout court als Ort der Christenverfolgung bezeichnet.
GRÉGOIRE III.: Hier in Syrien macht die Regierung zwischen Kirchen und Moscheen keinen Unterschied. Beide werden gleich behandelt. Strom und andere Dienstleistungen sind für uns gratis. Seit letztem Jahr unterliegen die Katholiken laut einem vom Parlament approbierten Präsidentialdekret in Dingen wie Ehe- und Erbschaftsfragen eigenen Rechtsnormen. Man hat das kanonische Recht der Orientalischen Kirchen praktisch im Zivilrecht übernommen. Ein oder zweimal im Jahr treffen ich und mein Generalvikar Präsident Assad und seine Mitarbeiter. Zu Ostern hat er alle Patriarchen und kirchlichen Oberhäupter zum Essen eingeladen. Wir sprechen über Politik, auch über die Beziehungen zwischen Ost und West. Oft kommen uns auch Minister, Abgeordnete und Scheichs besuchen.
Obwohl Syrien als Schurkenstaat gilt, finden christliche Flüchtlinge nicht selten gerade in Damaskus Zuflucht.
GRÉGOIRE III.: Uns bietet sich hier die beste Situation in Nahost. Hoffentlich bleibt das auch so. Leider würden einige die Dinge gern übers Knie brechen und einen neuen Macht-Pol in der Region schaffen. Die Situation hier kann jederzeit außer Kontrolle geraten.
Kann man auch in Syrien von einem wachsenden religiösen Fundamentalismus sprechen?
GRÉGOIRE III.: Man kann sagen, dass sich der Fundamentalismus inzwischen überall auf der Welt verbreitet hat – nicht nur im Nahen Osten. Hier in Syrien haben wir eine starke Regierung, die entschieden gegensteuert. Im Bildungssektor ist man um die Jugendlichen bemüht: die Unterrichtsbücher werden mit großer Sorgfalt ausgewählt, die Texte für den Katechismus- und Religionsunterricht müssen vom Kultusministerium abgesegnet sein. Auch unsere eigenen. Es ist wünschenswert, dass darin von gegenseitigem Respekt und Zusammenleben die Rede ist – ohne Anstiftung zum Hass oder zur Verachtung der anderen Religionen. Unser Text ist seit mehr als vierzig Jahren in Kraft; eine gemischte Kommission aus Priestern und Professoren der verschiedenen Kirchen hat ihn 2002 unter Aufsicht des Kultusministeriums revidiert. Ich bin sehr stolz darauf.
Wovon sollte die Haltung der Christen den islamischen Gläubigen gegenüber beeinflusst sein?
GRÉGOIRE III.: Der Vatikan hat uns manchmal zu verstehen gegeben, dass wir orientalischen Christen im Namen der Menschenrechte mit dem Islam zusammen arbeiten sollten: Dingen wie Emanzipation der Frau, Verteidigung des Lebens, Religionsfreiheit. Aber was heißt das? Wir haben eine besondere, einzigartige Beziehung zum Islam; eine andere als die, die ihr in Europa zu den islamischen Minderheiten habt. Ich sage immer: Wir sind die Kirche des Islam.
Das scheint für Sie eine Art Schlagwort geworden zu sein.
GRÉGOIRE III.: Auch die ägyptische Zeitung Al-Ahram hat geschrieben, dass dieser Ausdruck die Situation der Christen in den arabischen Ländern, in Nahost, am treffendsten beschreibt. Wir leben inmitten des Islam – und das nun schon seit 1.400 Jahren –, sind historisch mit ihm solidarisch. Wir verstehen den Islam von innen heraus. Wenn ich einen Koranvers höre, ist das für mich Ausdruck der Kultur, der ich selbst angehöre. Und dann müssen wir für Christus ja auch in der Welt des Islam Zeugnis ablegen. Wir haben eine einzigartige Verantwortung. Wir können auf die Frage des Herrn: „Wo ist dein Bruder Abel?“ nicht wie Kain antworten.

Seite gegenüber, die antike Kirche, die den melchitischen Mönchen von Christus, dem Erlöser anvertraut ist (Kloster Mar Sarkis in Maalula, Syrien).

In islamischen Ländern sind keine Missionsstrategien möglich.
GRÉGOIRE III.: Man kann aber jeden menschlichen Kontakt nutzen. Eine Kirche zeigen, die die Menschen hier liebt. Alle Gemeinsamkeiten und möglichen Sympathien herausstellen. Die vatikanischen Dikasterien mögen Dokumente um Dokumente herausgeben. Uns aber obliegt es, im Alltag für Christus unseren islamischen Brüdern und Schwestern gegenüber Zeugnis abzulegen.
Können Sie uns ein konkretes Beispiel dafür nennen?
GRÉGOIRE III.: Der Großmufti von Damaskus, Ahmed Kaftaro, hat mich einmal am Ende des Ramadan aufgefordert, von der Kanzel der Moschee zu predigen. Auch als ich in Jerusalem war, wurde ich mehrmals nach den Kundgebungen der Palästinenser in die Moschee eingeladen. Kirche des Islam zu sein, bedeutet auch das.
In der Zwischenzeit setzt sich im Westen immer mehr die Meinung durch, die Gewalt liege in der Natur des Islam.
GRÉGOIRE III.: Das sind verzerrte Darstellungen, die die Fehlinterpretationen des Regensburger Vortrags zum Vorwand nehmen, die vom Papst selbst richtig gestellt wurden. Schließlich war auch das Zitat von Manuel Palaeologos, das viele heftige Reaktionen ausgelöst hat, aus dem Zusammenhang gelöst; stammte aus einem mehrere Tage dauernden Gespräch des byznatinischen Herrschers mit dem islamischen Weisen. Der Papst hatte keineswegs die Absicht, den Islam zu beleidigen. Und schließlich ist auch das Evangelium nicht gegen böswillige Verfälschungsabsichten gefeit. Z. B., wenn Jesus sagt: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“
Polemiker unter den westlichen Intellektuellen gehen sogar soweit zu sagen: „Unser Gott ist nicht der Gott des Islam…“.
GRÉGOIRE III.: Sinnlose theologische Diskussionen mit unseren islamischen Brüdern darüber, ob wir denselben Gott anbeten oder nicht, würde ich vermeiden. Das sind meiner Meinung nach Dinge der Theologischen Akademie. Das Geheimnis Gottes ist so groß, dass wir es nicht verstehen können. Wir können nur staunen und ausrufen: wie schön ist es doch! Aber was weiß ich von dieser Schönheit, was weiß ich von Gott? Wenn wir das Geheimnis der Dreifaltigkeit bekennen, mag die Schönheit dieses Geheimnisses ja vielleicht die anderen anrühren und in Staunen versetzen. Aber nicht wir müssen dieses Geheimnis „lüften“. So läuft man Gefahr, allzu kühn zu sein. Da ist es schon besser, sich an das zu halten, was das II. Vatikanische Konzil lehrt: „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten“, auch wenn sie „Jesus allerdings nicht als Gott anerkennen, ihn doch als Propheten verehren, und seine jungfräuliche Mutter Maria ehren, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen.“ Und schließlich kann auch der Judaismus die Dreifaltigkeit und die Gottheit Jesu, Sohn Gottes, nicht akzeptieren.
Die Orientalischen Kirchen werden oft als Brutstätte des Antisemitismus dargestellt.
GRÉGOIRE III.: Das Gegenteil ist der Fall. Ich kann es den Juden nicht oft genug sagen: wie ich selber seid auch ihr und die Muslime zum Glauben an Jesus gerufen. Der Ruf Jesu ergeht an alle. Seine Religion ist keine neue Religion gegen die vorherigen oder späteren Religionen. Sie ist etwas anderes: eine ganz andere Sache. Something else, wie die Engländer sagen.
In Sachen Beziehungen zu den orthodoxen Christen war vor ein paar Jahren ein lokales „Versöhnungsexperiment“ im Gespräch: die Rückkehr zur vollen Gemeinschaft Ihrer Kirche mit dem orthodoxen Patriarchat von Antiochien.
GRÉGOIRE III.: Dabei haben wir uns vielleicht ein bisschen zu sehr von Euphorie hinreißen lassen. Als könnte es morgen schon umgesetzt werden. Mein Vorgänger Patriarch Maximos war schon alt. Aus Rom erging dann noch die Ermahnung an uns, unseren Dialog weiterzuführen, in theologischen Fragen ohne Abstimmung mit dem Hl. Stuhl aber keine definitiven Beschlüsse zu fassen. Unsere Hierarchie hat das leider als „rotes Licht“ genommen: das Projekt wurde einstweilen eingefroren. Aber unsere Beziehungen zu den Orthodoxen sind immer noch Beziehungen der Brüderlichkeit, einschließlich der gemeinsamen Einkehrtage des Klerus.
An welchem Punkt ist der katholisch-orthodoxe Dialog in Sachen Kollegialität und Primat Ihrer Meinung nach angelangt?
GRÉGOIRE III.: Die orthodoxe Kirche kann die römische Ekklesiologie als solche nicht akzeptieren. Man muss verstehen, dass man den orientalischen Christen die Ekklesiologie, die sich in der lateinischen Kirche entwickelt hat, nicht aufdrängen kann. Sie können den Primat des Papstes als Titular des prima sedes und als letztzuständige Instanz akzeptieren. Nicht aber den Brauch des Zentralismus ohne wirkliche Kollegialität. Wenn Rom vorankommen will, muss man das wieder aufgreifen, was Joseph Ratzinger in den 1970-er Jahren über die Beziehung zu den Kirchen des Orients ausführte.
Auf katholischer Seite, auch in Sachen Dialog mit den Orthodoxen, wird oft von der Beziehung zwischen Universalkirche und Ortskirche ausgegangen.
GRÉGOIRE III.: Die Universalkirche ist nicht die Summe vieler Ortskirchen. Und sie ist auch kein abstraktes Konzept. Die Kirche Christi existiert konkret an einem bestimmten Ort. Nicht umsonst richtete schon Papst Klemens seinen Brief „von der Kirche Gottes, die in Rom wohnt“, an die „Kirche Gottes, die in Korinth wohnt.“ Er hat ihn nicht an die „Ortskirche“ von Korinth geschrieben. Was fehlt dort, wo die Sakramente sind, der Glaube, das Credo? Da ist auch der Papst, weil der Bischof oder der Pfarrer, die die Eucharistie feiern, in Gemeinschaft mit dem Papst sind. Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche ist auch in einer kleinen Pfarrei präsent, wo der Pfarrer die Messe vor einem oder zwei Gläubigen zelebriert. Es ist nicht so, dass dort „mehr“ Kirche ist, wo alle Bischöfe im Konzil versammelt sind. Wie schon in einem Tropfen des Meeres alle Elemente des übrigen Meerwassers enthalten sind, so enthält auch eine jede Kirche an einem bestimmten Ort alle Elemente der einen Kirche Christi.

Grégoire III., Patriarch von Antiochien und Oberhaupt der Griechisch-Melchiten.

Was würden Sie auf die Behauptung antworten, dass die orientalisch-katholischen Kirchen der Aussöhnung mit den Orthodoxen im Wege stehen?
GRÉGOIRE III.: Die orientalisch-katholischen Kirchen werden vor allem dann ein Problem, wenn die Orthodoxen sehen, wie sie oft behandelt werden. Zwar werden sie als Kirchen sui iuris definiert, man erkennt aber nicht an, dass der Patriarch Oberhaupt und Vater seiner Kirche ist. Man ernennt Bischöfe für unsere Gemeinschaften in der Diaspora, beispielsweise in den Ländern Amerikas, ohne dass wir bei diesen Entscheidungen ein Mitspracherecht hätten. Unsere Bischöfe erhalten Formulare, in denen sie gefragt werden: zu welcher Kongregation gehört ihr? Was soll ein Patriarch, ein orthodoxer Metropolit davon halten: er, der Patriarch, „hängt“ von einem vatikanischen Büro ab?
Von den orientalischen Kirchen heißt es: zuviel Kurien, zu sehr auf ihre Vorrechte bedacht, immer weniger Gläubige. Gerade dort, wo die christlichen Minderheiten eigentlich zusammenhalten sollten, wird das Spektakel einer Spaltung geboten. Was würden Sie auf diesen Einwand antworten?
GRÉGOIRE III.: Auch in Italien gibt es ein paar sehr kleine Diözesen. Und dann darf man nicht vergessen, dass eine Gemeinschaft von syrisch-katholischen oder orthodoxen Gläubigen, wie klein sie auch sein mag, nicht mit den Griechisch-Orthodoxen, den Lateinern, den Chaldäern verglichen werden kann. Man muss nur ihren Liturgien beiwohnen, ihren Hymen lauschen… Schon beim II. Vatikanischen Konzil wurde dieser Gedanke ins Spiel gebracht: sammeln wir alle Christen eines Landes unter einem einzigen Ritus und einem einzigen Bischof oder Patriarchen. Im Libanon dem maronitischen, in Syrien dem melchitischen, in Ägypten dem koptischen … Aber nur wer das aus der Ferne betrachtet, eher mit dem Blick eines Buchhalters, und nicht so sehr des Hirten, kann wirklich meinen, derart vielfältige, reiche Traditionen vereinheitlichen zu können.
Oft wird auch von Feindseligkeit Rom gegenüber gesprochen. Was würden Sie darauf antworten?
GRÉGOIRE III.: Wir sind hier in Damaskus. Seitdem wir 1724 die Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom wiedererlangt haben, waren wir 120 Jahre lang sozusagen „gesetzlos“. Die Priester mussten mit in Körben versteckten Gewändern zu liturgischen Feiern gehen, in den Privathäusern geheime Messe feiern. Wir haben sehr gelitten, um unsere Gemeinschaft mit Rom zu bekräftigen. Wenn das nicht zeigt, wie sehr uns daran gelegen ist!

UNSER KOMMENTAR:

Dieser Patriarch ist also das Oberhaupt der mit der römisch-katholischen Kirche unierten melkitischen griechisch-katholischen Kirche. Laut Wikipedia gehören 85% der Syrer dem Islam an; 75% sind Sunniten. Die 15% „Christen“ teilen sich in viele Konfessionen auf. Rund 30.000 „katholische“ Christen soll es in Syrien noch geben. Die Christen in Syrien sind also eine bescheidene Minderheit und erst noch unter sich nicht eins, und die sich „katholisch“ Nennenden oder als solche Geltenden, machen derzeit gerade mal 0.2% der Gesamtbevölkerung aus! Die Muslime müssen sich demnach überhaupt nicht bedroht oder herausgefordert fühlen in diesem Land. Der Staatspräsident Baschar al-Assad gehört(e?) zudem einer kleineren islamischen (schiitischen) Sekte namens Nusairier an, soll aber zum sunnitischen Islam übergetreten sein, wohl unter „Berufung“ auf die Taqiyya. (Siehe dazu auch diesen Artikel!) – Soviel zu einigen wichtigen Eckdaten betreffend die „Religionen“ oder besser das Größen- oder Machtverhältnis Islam zum Christentum in Syrien.

Also: Patriarch Gregor III. sagt, „seine“ Christen hätten eine besondere, einzigartige Beziehung zum Islam, eine andere als die, die wir in Europa zu den islamischen Minderheiten haben. Er sage immer: Wir sind die Kirche des Islam. Und er erklärt: Wir leben inmitten des Islam, und das nun schon seit 1.400 Jahren – und sind historisch mit ihm solidarisch. Wir verstehen den Islam von innen heraus. Wenn ich einen Koranvers höre, ist das für mich Ausdruck der Kultur, der ich selbst angehöre. Und auf die Bemerkung „in islamischen Ländern seien keine Missionsstrategien möglich“ [m.a.W.: sei keine Missionierung für’s Christentum möglich], führt er als Beispiel eines Zeugnisses für Christus an: „Der Großmufti von Damaskus, Ahmed Kaftaro, hat mich einmal am Ende des Ramadan aufgefordert, von der Kanzel der Moschee zu predigen. Auch als ich in Jerusalem war, wurde ich mehrmals nach den Kundgebungen der Palästinenser in die Moschee eingeladen. Kirche des Islam zu sein, bedeutet auch das.“

Aus alledem ist zu schließen, dass dieser „höchste katholische Würdenträger im Nahen und Mittleren Osten“ in einer Beziehung zu dem ihn umgebenden Islam lebt, die diesen in keiner Weise mehr stört. Sein Christuszeugnis ist also ein „islam-kompatibles“, ein angepaßtes, ein ausgedünntes, ein verfälschtes! Es ist doch klar, dass er „von der Kanzel der Moschee“ (und wohl auch sonst) seinen muslimischen Zuhörern nicht Jesus als Sohn Gottes, als Mensch gewordener Gott, als einzigen Erlöser und Retter, als Gekreuzigter, als Lamm Gottes verkündet (hat), was jedoch seine absolute, erstrangige Pflicht wäre. Von Jesus predigen kann man selbstverständlich auch in einer Moschee. „Jesus“ gehört ja auch zum Islam, als ein Prophet, nur nicht als das, was er für die Christen und eben in Wirklichkeit ist. Die Texte für den Katechismus- und Religionsunterricht, die vom (islamischen) Kultusministerium abgesegnet werden (müssen), enthalten wohl alle diejenigen katholischen, christlichen Lehren nicht (mehr), die für den Islam ein Ärgernis, ein offener Angriff auf ihren Glauben, eine Widerlegung ihrer Sicht der Dinge bedeuten (würden). Und der Patriarch ist stolz darauf! Von der Heiligsten Dreifaltigkeit sollte man nach ihm sowieso nicht reden und schreiben, man sollte gar nicht versuchen, dieses Geheimnis zu verstehen, d.h. es zu „lüften“, denn „das Geheimnis Gottes ist so groß, dass wir es nicht verstehen können“. Lieber dazu schweigen, damit sich die islamischen Brüder nicht angegriffen fühlen. Und die Frage zu beantworten, ob die Muslime und wir Christen denselben Gott anbeten oder nicht, ist für ihn ebenfalls sinnlos. Das gehört höchstens in eine „Theologische Akademie“. Nicht verwunderlich bei solchen „Oberhirten“, dass „die Kirche des Islam“ „schon 1.400 Jahre lang“ „mit dem Islam solidarisch“ koexistiert und dabei statt gewachsen, elendiglich zusammengeschrumpft ist. Wenn dieser angebliche und vermeintliche Christenführer Koranverse hört, dann ist das Ausdruck seiner eigenen „Kultur“! Zum Beispiel: Sure 5, Vers 72: „Ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‚Gott ist Christus, der Sohn Marias’…“; Sure 5, Vers 75: „Christus, der Sohn Marias, ist nichts anderes als ein Gesandter…“; Sure 9, Vers 5: „Wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Polytheisten (= Christen), wo immer ihr sie findet, greift sie, belagert sie und lauert ihnen auf jedem Weg auf.“

Advertisements

Posted in Dialog - Interreligiöser, Islam, Patriarchen, Syrien | Verschlagwortet mit: , | 2 Comments »

 
%d Bloggern gefällt das: