ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

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Der Ernannte, der sich selbst ent-nannte

Posted by deislam - 16. Februar 2009

Wie super-schnell derzeit ein medienrelevanter Wikipedia-Artikel aktualisiert wird, sieht man am Beispiel des Eintrages unter dem Stichwort „Gerhard Wagner (Priester)„. Klickt man auf den „Reiter“ Versionen/Autoren, stellt man fest, dass ein Tag zuvor (15.2.) der Schlagworttitel noch „Gerhard Wagner (Bischof)“ gelautet hatte. Was ist geschehen? Gerhard Maria Wagner hat, wie er selber bekennt, „aus freien Stücken, angesichts der heftigen Kritik, im Gebet und nach Rücksprache mit dem Diözesanbischof Ludwig Schwarz“, Papst Benedikt XVI. um Rücknahme seiner Ernennung zum Weihbischof gebeten. Und laut Kathpress habe dieser dem Gesuch (sofort) entsprochen!

Da hat also für ganz kurze Zeit für die „Konservativen“ wieder einmal Hoffnung bestanden, dass der Vatikan, dass der Papst, durch die Auswahl und Ernennung eines rom-treuen Priesters zum Bischof dafür sorgen würde, dass in der postkonziliaren Kirche nach und nach eine Sanierung des Episkopats stattfindet. Und schon kann, muss diese Hoffnung wieder begraben werden. Kapitulation auf allen Stufen. Angefangen beim Ernannten selbst, über den Diözesanbischof, die österreichischen Bischöfe, bis hinauf zum Papst. Alle haben dem öffentlichen (innerkirchlichen und außerkirchlichen) Druck nicht standhalten können. Man stelle sich einmal vor: 31 von 39 Dechanten der Diözese Linz lehnten seine Ernennung zum Weihbischof ab! Einige liberale Pfarrer wollten mit einem „Volksbegehren“ möglichst viele Unterschriften sammeln und so den designierten Weihbischof dazu auffordern, sein Amt nicht anzutreten. Auch Bischof Schwarz hätte davon überzeugt werden sollen, Wagner nicht zu weihen. Wäre es am 22. März trotz des Widerstands zur Bischofsweihe gekommen, hätten sich die Dechanten während der Feier zu Wort gemeldet und ihren Unmut über die Bestellung geäußert, wie es hieß.

Gerhard Maria Wagner gehört (auch) zum „Linzer Priesterkreis„, und das war für seine Gegner auch schon Begründung genug dafür, ihn für untragbar zu halten, denn der sei auch „ultrakonservativ“, habe er doch in der Vergangenheit beständig Kritik an den oberösterreichischen Zuständen geübt. Auch Bischof Kurt Krenn sei ja Mitinitiator gewesen der Bildungseinrichtung „Internationale Theologische Sommerakademie“ in Aigen-Schlägl, die „progressive Entwicklungen ein für alle Mal tilgen“ möchte. Aber zu diesem Linzer Priesterkreis stand auch und prägte wesentlich mit der „geniale, zeitgeistresistente Theologe, tief spirituell geprägte und feinfühlige, charakterstarke Mensch und Priester Kardinal Leo Scheffczyk, eine der wenigen kirchlichen Führungspersönlichkeiten, die den heutigen Einbruch des Neomodernismus klar sahen und kraftvoll bekämpften“ und den auch Papst Benedikt XVI. sehr schätzte.

Nun, man mag es bedauern, dass Pfarrer Gerhard Wagner seine Ernennung zurückgegeben hat. Allem Anschein nach aber hätte er ohnehin (nach außen) eine nicht genügend klare Linie gehabt und vertreten, um diesem ganzen Ansturm auf die Dauer erfolgreich Resistenz leisten zu können. Nach eigenem Bekennen (siehe Interview) will er ja „ganz auf dem Boden des II. Vatikanischen Konzils“ und damit seinen „zeitgeist-konformen“ Reformen stehen. Und das ist nun einmal kein „Erz“-Boden, kein Felsengrund. Schon eher Triebsand. Wer „konservativ“, also bewahrend, überlieferungstreu sein will, der muss sich von gewissem „Neu-Geistigen“, „Neo-Modernistischen“ des 2. Vatikanums, gelegen oder ungelegen, deutlich distanzieren. Das gilt für die Pastoral, das gilt für die Liturgie, das gilt für die Theologie und Ekklesiologie. Man ist zwar geneigt zu denken, dass schon viel erreicht wäre, wenn wenigstens einige Bischöfe ganz vatikan- und papsttreu wären und wenn noch ein paar dieser Sorte neu dazu kämen. Aber das kann leider nicht genügen. Es wird viel mehr brauchen, um den Episkopat zu „sanieren“: eine gründliche Überarbeitung des Konzils, eine Berichtigung der Fehlaussagen und der Zweideutigkeiten in gewissen Konzilsdokumenten, eine klare, eindeutige Verurteilung des Neo-Liberalismus und des Neo-Modernismus, eine Rückbesinnung auf die bis vor dem Konzil vertretenen Positionen bezüglich „Ökumene“ und Verhältnis zu den nicht-christlichen Religionen, und so fort. Und das ist zum vornherein nur möglich, wenn auch der Papst nicht (mehr) versucht, Katholisches mit Unkatholischem zu „versöhnen“. Lobenswert, dass Pfarrer Gerhard Maria Wagner noch ab der Kanzel predigt! Er hat selbstverständlich auch völlig recht, wenn er in den Harry-Potter-Kinderbüchern „Satanismus am Werk“ sieht, wenn er Naturkatastrophen wie jene der Verwüstung New Orleans durch den Wirbelsturm Katrina oder den Tsunami in Südostasien als göttliche Strafen für eine verkommene Welt, als eine Folge der geistigen Umweltverschmutzung bezeichnet. Hoffentlich bleibt er wenigstens dabei und zieht nicht auch das noch zurück wie Bischof Elmar Fischer, Feldkirch, seine (differenzierter) durchaus vertretbare und belegbare erstgeäußerte Position bezüglich der Homosexualität.

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