ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

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Juden und Christen teilen gemeinsames biblisches Erbe, meint Erzbischof Zollitsch

Posted by deislam - 12. September 2010

Zitat aus ZENIT.ORG: ZG10090906 – 09.09.2010
Permalink: http://www.zenit.org/article-21301?l=german

Grußwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

BONN, 9. September 2010 (ZENIT.org/dbk.de).- Wir veröffentlichen das Grußwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, zum heutigen jüdischen Neujahrfest (Rosch haSchanah).
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שנה טובה!
Schanah tovah!

Sehr geehrte jüdische Schwestern und Brüder!

In diesen Tagen bereiten Sie sich auf das Neujahrsfest vor, mit dem das Jahr 5771 jüdischer Zeitrechnung beginnt. Zum Neuen Jahr übermittle ich Ihnen im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und auch persönlich meine herzlichen Glück- und Segenswünsche. Möge Gott Ihnen und ganz Israel inneren und äußeren Frieden schenken!

Mit dem Neujahrsfest beginnen für Sie die Hohen Feiertage, die ganz im Zeichen von Umkehr und Versöhnung stehen. In den Gebeten und Lesungen der Liturgie werden die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes gegenüber Israel und den Völkern in Erinnerung gerufen. In diesen Tagen der Besinnung ziehen Sie eine Bilanz des vergangenen Jahres, bedenken Sie die Ereignisse und Entwicklungen im Lichte des göttlichen Gerichts, um schließlich mit Gott und dem Nächsten versöhnt den Herausforderungen des neuen Jahres begegnen zu können.

Umkehr ist ein Schlüsselwort im biblischen Verständnis des Menschen. In seiner Lehrrede (Kap. 18) zeigt der Prophet Ezechiel, dass wir zwar nicht die Taten der Vergangenheit ungeschehen machen und ihre Wirkungen nicht einfach aufheben können. Aber unsere vergangenen Taten müssen nicht schicksalhaft unseren weiteren Lebensweg bestimmen. Gott hat uns vielmehr die Einsicht gegeben, unser Handeln moralisch zu bewerten, und die Kraft verliehen, dieser Einsicht gemäß unserem Leben eine neue Richtung zu geben. Dabei verändern wir auch uns selbst, schaffen uns „ein neues Herz und einen neuen Geist“, wie es Ezechiel am Ende seiner Lehrrede ausdrückt.

Umkehr bestimmt auch das Verhältnis der Kirche zur jüdischen Gemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten. Nach vielen Jahrhunderten der Missverständnisse und der Vorurteile, der versteckten und oft auch offenen Feindschaft gegenüber den Juden hat die katholische Kirche mit der Konzilserklärung Nostra aetate einen „unwiderruflichen Weg des Dialogs, der Brüderlichkeit und der Freundschaft eingeschlagen“, wie Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch der römischen Synagoge am 17. Januar 2010 hervorhob.

Wir wissen, dass es vielen Juden nicht leicht fiel, nach den Erfahrungen der vergangenen Jahrhunderte und vor allem nach der Schoah das Angebot des Dialogs anzunehmen. Umso dankbarer sind wir, dass in den vergangenen Jahrzehnten auf vielen Ebenen freundschaftliche Bande geknüpft werden konnten. Auf lokaler Ebene sind viele gemeinsame Aktivitäten entstanden. In kirchlichen Akademien und Bildungshäusern, auf Katholikentagen oder im Religionsunterricht haben die Themen des christlich-jüdischen Dialogs mittlerweile einen festen Platz. In diesen zahlreichen Begegnungen und in der Zusammenarbeit haben wir Christen das gemeinsame biblische Erbe neu entdeckt und den intellektuellen und spirituellen Reichtum des nachbiblischen Judentums kennen gelernt.

Auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz führen wir regelmäßig Gespräche mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und mit Vertretern der beiden Rabbinerkonferenzen. In diesen Gesprächen konnten auch schwierige Themen in gegenseitigem Respekt und wechselseitiger Wertschätzung erörtert werden. Auch dafür sind wir dankbar.
Ich versichere Ihnen, dass wir auch in Zukunft den Dialog und die Freundschaft von Christen und Juden nach Kräften fördern werden. Wir wollen Gemeinsames zum Ausdruck bringen, ohne Unterschiede außer Acht zu lassen. Ein aufrichtiger Dialog setzt den Respekt vor dem anderen voraus. Deshalb werden wir auch zukünftig gegen jede Form von Antijudaismus und Antisemitismus eintreten und der Leugnung der Schoah entschieden widersprechen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den kommenden Tagen der Besinnung die Treue Gottes im Gebet und in der Gemeinschaft erfahren, und grüße Sie herzlich

Ihr
Dr. Robert Zollitsch
Erzbischof

Unser Kommentar:
Das Christentum hat vom „nachbiblischen Judentum“ nichts zu lernen und in ihm nichts zu entdecken. Da findet es nur missverstandenes, missratenes, verirrtes, verführtes, unerleuchtetes, verfälschtes, falsches „Judentum“. Das echte, von Gott inspirierte, behütete und geführte wahre Judentum findet man nur in der Kirche CHRISTI, im Neuen Israel, im Neuen Jerusalem. Das sollte eigentlich einem Bischof und Erzbischof klar sein. Aber nein, es darf offensichtlich nicht sein. Die meisten unserer Prälaten sind diesbezüglich mit Blindheit geschlagen. Sie haben „Wertschätzung“ für Unwertes, sie suchen „Gemeinsames“, wo es solches gar nicht geben kann, und pflegen nach Kräften Freundschaft mit denjenigen, die es sich verbitten, missioniert zu werden für Christus, für GOTT! „Er kam in Sein Eigentum, doch sie nahmen Ihn nicht auf“! Sie nehmen Ihn auch jetzt nicht auf, und Bischöfe wie Zollitsch stellen Ihn ihnen nicht einmal mehr als ihren alleinigen, einzigen Retter und Erlöser vor, ja sie stärken und bekräftigen, verhärten sie noch in ihrer Christus-Ablehnung und -Feindschaft. Sie werten das (nachbiblische) Judentum auf und das Christentum damit ab. Sie betrachten sie als ihre Schwestern und Brüder und segnen sie und wünschen ihnen Gottes Frieden, während sie oft nur Verachtung haben für ihre traditionsverbundenen Glaubensgeschwister, für jene, die nicht der Ansicht sind, dass die Kirche während vielen Jahrhunderten Missverständnisse und Vorurteile gegenüber den Juden gehabt habe, die auch heute noch felsenfest davon überzeugt sind, dass der HEILIGE GEIST Seine Gläubigen nicht jahrhundertelang irregeführt hat.  Wie sie sich doch täuschen, diese „Ober-Hirten“, die in Wirklichkeit Mietlinge und Verräter sind! Ihr vermeintlich „unwiderruflicher Weg des Dialogs, der Brüderlichkeit und der Freundschaft“ wird von CHRISTUS sicher in Bälde „widerrufen“ werden. Darauf sollen sie sich gefasst machen!

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Für die Juden gibt es keinen besonderen, eigenen Heilsweg

Posted by deislam - 16. April 2009

An Christus kommt niemand vorbei, auch die Juden nicht. Ihnen ist kein eigener Heilsweg beschieden. Das bestätigt jetzt (endlich!) auch die deutsche Bischofskonferenz (durch Bischof Gerhard Ludwig Müller). Der „Gesprächskreis Juden und Christen“ beim „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK), nach eigenem Bekenntnis weltweit das einzige Gremium, in dem Juden und Katholiken in kontinuierlichem Austausch stehen und zu grundlegenden und aktuellen theologischen Themen gemeinsam Stellung nehmen, hatte am 9. März 2009 großspurig eine Erklärung veröffentlicht mit dem Titel „Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen„. Diese Erklärung wird jetzt offiziell als „nicht authentisch katholisch“ bezeichnet, ihr wird „keine lehramtliche Autorität“ zuerkannt. Immerhin das. Aber es kommt dabei insgesamt immer noch zuwenig klar zum Ausdruck, dass der „Alte Bund“ Gottes mit dem „auserwählten Volk“ (der Juden) obsolet ist, dass er im „Neuen Bund“ mit dem „auserwählten Volk“ (der Juden und Heiden), das heißt mit und in der Kirche Christi, seine Fortführung und Vollendung gefunden hat; dass der Alte Bund somit als solcher nicht mehr existiert, dass er vor Gott keine Gültigkeit mehr hat, und dass der Neue Bund der alleinige, endgültige und ewige ist. Treffend ist der Satz: „Der Dialog (in einem Arbeitskreis) [und übrigens auch auf allen anderen Ebenen] kann jedoch nicht um den Preis geschehen, dass wesentliche christliche Glaubensaussagen zu den Mysterien der Trinität und der Inkarnation, zu Erlösung und Rechtfertigung des Sünders, zu Gnade und Erbsünde, zur universalen und einzigen Mittlerschaft Christi, zur Heilsnotwendigkeit der Kirche, des Christusbekenntnisses und der Verbindung mit Christus in den Sakramenten, zum Verhältnis von universalem Heilswillen und seiner ekklesialen und sakramentalen Vergegenwärtigung entweder relativiert oder ungenau wiedergegeben werden.“ Die Kirche ist also streng verpflichtet, auch die Juden weiterhin zu missionieren und für deren (individuelle und nicht nur kollektive) (aktuelle und nicht nur eschatologische) Bekehrung zu beten wie sie es stets getan hat, wobei es selbstverständlich ist, dass niemand „unter Druck“ oder „mit Zwang“ (durch Nötigung) zur Annahme des christlichen Glaubens gebracht werden soll. Und sie ist streng verpflichtet, ihren „älteren Brüdern“, wenn sie sie schon so bezeichnen will, stets klar zu machen, dass es für sie keinen anderen Weg zum Reich Gottes gibt als den der Anerkennung Jesu Christi als ihr wie unser Messias und Erlöser und GOTT und konsequenterweise durch das Sakrament der Taufe im Namen des Dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Zitat von „Radio Vatikan“: 15/04/2009 10.51.21:

D: „Christliche Glaubensaussagen nicht relativieren“

Die Deutsche Bischofskonferenz warnt mit Blick auf die Frage der Judenmission vor einer Aufweichung christlicher Positionen. Im Dialog der Religionen dürften wesentliche Glaubensaussagen nicht relativiert oder ungenau wiedergegeben werden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller. Darin setzt sich der Ökumene-Beauftragte der Bischofskonferenz kritisch mit einer Erklärung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken auseinander, das sich vor zwei Wochen deutlich gegen jede Form der Judenmission ausgesprochen hatte. Im Dialog der Religionen müsse der Begriff der Mission richtig dargestellt werden, schreibt Müller. Jesus habe unzweifelhaft Juden und Heiden in die Kirche berufen. Allerdings gehe es nicht darum, Gläubige anderer Religionen durch Überredung abzuwerben oder gar mit Drohung zu nötigen. Das Statement des Zentralkomitees der deutschen Katholiken könne „in keiner Weise“ als „authentische Darstellung des katholischen Glaubens und Bekenntnisses angesehen werden“. Dem Text liege offenbar eine „Entgegensetzung“ der Lehre des Konzils und einiger Maßnahmen von Papst Benedikt zugrunde – das sei „sowohl formal wie auch inhaltlich völlig verfehlt“. Müller wörtlich: „Weder hat die Neuformulierung der Fürbitte für die Juden im außerordentlichen Ritus der Karfreitagsliturgie etwas mit „Judenmission“ in der absolut negativen Bedeutung zu tun, die ihm das Papier des Arbeitskreis unterlegt, noch gibt es eine „Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils“, die den Bund Gottes mit dem jüdischen Volk als einen Heilsweg zu Gott darstellt – auch ohne Anerkennung Jesu Christi und ohne das Sakrament der Taufe.“

(rv/kna 15.04.2009 sk)

Wir dokumentieren hier die Stellungnahme von Bischof Müller im vollen Wortlaut. Quelle ist die Deutsche Bischofskonferenz. Den vollen Wortlaut der Erklärung des Zentralkomittees der deutschen Katholiken, auf die Müller sich bezieht, finden Sie unter www.zdk.de/erklaerungen/ .
Das Christus-Bekenntnis der Kirche im christlich-jüdischen Dialog
Eine Stellungnahme

Leben und Sendung (Mission) der Kirche lassen sich nur verstehen auf der Grundlage ihres Bekenntnisses zu Jesus dem Christus: „Wer mit dem Munde bekennt ´Jesus ist der Herr` und mit dem Herzen glaubt‚ Gott hat ihn von den Toten auferweckt’, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum werden alle beschenkt, die ihn anrufen“ (Röm 10,10-12).
Das Christusbekenntnis der Kirche hat seinen Ursprung in der lebendigen Begegnung der Jünger mit der Person Jesu. In ihm hat die Urkirche das Wort, das Gott ist, erkannt, das Fleisch angenommen hat um unseres Heiles willen. Durch seine Predigt, seine Lehre und seine Heilstaten und letztendlich durch seinen Tod am Kreuz, seine Auferstehung von den Toten und die Ausgießung des Heiligen Geistes hat Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist unüberbietbar durch eine neue Offenbarung und endgültig (eschatologisch) sich selbst allen Menschen mitgeteilt als Wahrheit und Leben.
„Daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund unüberholbar.“ (1)  In diesem Sinne fasst das II. Vatikanische Konzil  in der „Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung“ Dei Verbum das ganze Christusbekenntnis der Kirche in seinem biblischen Ursprung und seiner glaubensmäßigen Entfaltung in der großen  Tradition mit höchster lehramtlicher Autorität zusammen.

Jesus ist der Christus

Die Kirche glaubt also an die Person Jesu Christi. Sie baut nicht auf einer historischen Rekonstruktion eines Jesus–Bildes auf, das aus den biblischen Quellen etwa nach den Vorentscheidungen eines liberal-kulturchristlichen Weltbildes abstrahiert wird.
Daher kann nicht das Alte Testament als Zeugnis einer realen Bundesstiftung Gottes gelesen werden im Gegensatz zum Neuen Testament, das nur mit literarischen Stilmitteln einen jüdischen Thora-Lehrer als Sohn Gottes oder als universalen Heilsmittler interpretieren würde, ohne dass Jesus wirklich und wahrhaft das fleischgewordene Wort Gottes ist. (2)

Die Heilige Schrift: Wort Gottes in menschlicher Sprache

Für das Verhältnis der jüdischen und der christlichen Glaubensgemeinde zueinander ergibt sich ein gemeinsamer glaubenshermeneutischer Bezugsrahmen, der im eminenten Sinn theologisch ist und sich qualitativ von Vergleichen aus historischer und literarwissenschaftlicher Sicht abhebt. Gläubige Juden und Christen gehen davon aus, dass Gott sich in der Geschichte offenbaren kann und sich in der Tat geoffenbart hat als Schöpfer aller Menschen und als Retter und Erlöser seines erwählten Volkes. Die Heiligen Schriften Israels und der Kirche bezeugen in menschlicher Sprache das Wort Gottes und enthalten es. Die Bibel der Juden und die Bibel der Christen (im Alten und Neuen Testament) sind also nicht rein menschliche Interpretationen, die im Sinne liberaler Projektionstheorien „Gott“ als fiktionales Subjekt einer heilsgeschichtlichen Offenbarung in Wort und Tat sich voraussetzen (und so „Gott“ einführen, „als ob“ er  „Person“ wäre).
Was jüdisches und christliches Bekenntnis unterscheidet, ist nicht die Behauptung eines realen Handelns Gottes im Bund für Israel und einer bloß menschlichen Interpretation der Gestalt Jesu in den neutestamentlichen Schriften, sondern die Frage, ob Jesus tatsächlich der verheißene Messias ist, ob die Inkarnation, der Sühnetod am Kreuz und die Auferweckung von den Toten von demselben Gott des Bundes, dem Gott und Vater Jesu Christi, tatsächlich gewirkt worden sind.

Die Selbstoffenbarung des dreieinigen Gottes

In  dem genannten  Text (Anm.2) des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim ZdK wird dagegen die Grenzlinie zwischen Juden und Christen lediglich  in der „Vorstellung“ von der Trinität und der Inkarnation festgemacht.
Für Katholiken und alle Christen, die das Nicaeno-Konstantinopolitanum anerkennen, ist das Mysterium der Trinität nicht eine an Gott von außen herangetragene Metapher der Nähe und Liebe Gottes, sondern die Offenbarung des innersten Seins Gottes, das er selbst  in der realgeschichtlichen Menschwerdung des Sohnes Gottes und der Ausgießung des Heiligen Geistes uns Menschen kundgibt und in das wir einbezogen werden. Heil ist das Erfülltwerden mit der Liebe Gottes – jetzt und für immer bis in Ewigkeit. Vom universalen Heilswillen Gottes kann dann nicht mehr unabhängig von seiner geschichtlich-eschatologischen Vergegenwärtigung in Jesus Christus, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen, gesprochen werden.

Gottes Bund – Angebot des Heils

Vom Primat der Gnade und des Glaubens her ist ein Standpunkt, der „das ethische Handeln aller Menschen“ als „einen Weg zu Gott eröffnet, jenseits der Glaubensunterschiede“ (3) , schlechterdings nicht nachvollziehbar. An der zentralen christlichen Glaubensüberzeugung vom wirklichen Gnadenhandeln Gottes in Christi Tod zur Erlösung aller Menschen führt kein Weg vorbei:
„Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus […] Ist denn Gott nur ein Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden, da doch gilt: Gott ist der ‚Eine’. Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen“ (Röm 3, 23-30).

Die Erlangung des endzeitlichen Heils soll nach dem Matthäusevangelium, so suggeriert die Erklärung des Gesprächskreises, nicht an die Person Jesu gebunden sein, sondern sei „allein“ von den Taten der Nächstenliebe abhängig. So könne Jesus für die Juden als Ausleger der Thora gelten und für die Heiden habe er die Funktion, sie zur Anerkennung des Gottes Israels zu bewegen.(4) Dass für alle Evangelien das Messiasgeheimnis und -bekenntnis zentral ist, findet keine Erwähnung. Maria, die Jesus durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen hat, soll ihrem Sohn den Namen Jesus geben, (Mk 8,29 parr.; Joh 11,27) „denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Mt 1,21). Prophetisch wird Jesus bezeichnet als der „Hirt meines Volkes Israel“ (Mt 2,6).  Das  Erlöserwirken Jesu Christi auf die Heiden außerhalb des Gottesvolkes Israel zu beschränken, hieße, das gesamte biblische Zeugnis auf den Kopf zu stellen.

Der Souveränität und Einzigkeit Gottes entspricht hingegen, dass ER von sich aus auf dem Weg der Erwählung, der Berufung, der Gnade des Bundes, der Erlösung und der Rechtfertigung  und –  gemäß dem christlichen Bekenntnis – der Menschwerdung zu uns kommt. Menschen können dann den Weg Gottes zu ihrem Heil mitgehen, wenn sie ihm den „Gehorsam des Glaubens“ (5) entgegenbringen, der sich in der Liebe zu Gott und zum Nächsten mit der Erfüllung des Willens Gottes in seinen Geboten zeigt.

Gottes Gnade und menschliches Handeln

Von einer Reduktion des Judentums und des Christentums, die sich einem Bundesschluss Gottes verdankt wissen, auf eine Ethik als eigenständigen Weg der Menschen zu Gott und fast einem Anspruch auf Heil, zu unterscheiden ist die Anerkennung des grundlegenden Menschenrechtes auf Religionsfreiheit (6). In diesem Sinn lehrt das II. Vatikanische Konzil, dass jeder Mensch Recht und Pflicht hat, in Fragen der religiösen Überzeugung und des sittlichen Handelns seinem Gewissen zu folgen und in diesem Sinn dem Prinzip der Wahrheit und des Guten zu entsprechen (7). So können auch diejenigen Menschen gerettet werden und endgültig zur Gemeinschaft mit Gott gelangen, die ohne eigene Schuld nicht an Jesus Christus, ja unter Umständen nicht einmal an die Existenz des personalen Gottes als Schöpfer und Vollender glauben, aber eben nicht ohne die Gnade Christi, die in ihnen verborgen wirkt . Da aus christlicher Sicht von Gott niemals ohne Jesus den Christus, das fleischgewordene Wort, und ohne den endzeitlich „über alles Fleisch“ (Apg 2,17) ausgegossenen Heiligen Geist gesprochen werden kann, geschieht von Gott her immer die Rettung durch Jesus Christus und durch das innere Wirken des Heiligen Geistes (9).
„Auch hat ja Christus, wie die Kirche immer gelehrt hat und lehrt, in Freiheit, um der Sünden aller Menschen willen, sein Leiden und seinen Tod aus unendlicher Liebe auf sich genommen, damit alle das Heil erlangen. So ist es die Aufgabe der Predigt der Kirche, das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden“ (10).
Das explizite Christus-Bekenntnis und seine Konkretion in der Kirchengliedschaft, das Leben aus den Sakramenten und in der Nachfolge Christi sind darum als Mittel des Heils notwendig für alle, die Jesus als den Christus erkennen.

Gegenseitiger Respekt ohne Relativierung des eigenen Glaubens

Walter Kardinal Kasper betonte, dass man nicht von zwei Heilswegen, einen für die Juden und einen für die Christen, sprechen kann, wenn man „mit der Bibel von der universalen Heilsbedeutung Jesu Christi überzeugt ist.“ Vielmehr ist im Zueinander der Schriften des mosaischen Bundes und des Neuen Testaments die gemeinsame Heilsgeschichte offenbar, bei der „das jüdische Volk das von Gott bleibend erwählte Volk“ ist, dessen Bund durch Jesus Christus bestätigt und überboten und universalisiert wird. (11)
Die Unterschiede der Religionen haben ihren Ursprung nicht in voneinander unabhängigen Offenbarungen, Bundesschlüssen und Rettungsaktionen Gottes, der sich jeweils verschiedene Zielgruppen vornimmt und die Menschheit spalten statt einen würde. Dies widerspräche der Einzigkeit Gottes: „Gott unser Retter will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle…“ (1 Tim 2,4-5). Daraus ergeben sich auch Wesen und Sendung der Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus, in dem die Kirche „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit(!) der ganzen Menschheit“ (LG 1) ist. Die Bekenntnisunterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Reaktion der Menschen entsprechend ihrem Wahrheitsgewissen im Hinblick auf die Selbstoffenbarung  Gottes.

Menschen unterschiedlichen Glaubens können darum voller Respekt voreinander mit Menschen anderer Religionen zusammenleben und freundschaftlich am Aufbau einer Gesellschaft nach religiös oder naturrechtlich begründeten ethischen Grundprinzipien zusammenwirken.

Sie können aber auch die Unterschiede aushalten, ohne sich wechselseitig falsche und schlechte Absichten zu unterstellen. Eine Relativierung des je eigenen verbindlichen Glaubensbekenntnisses hingegen macht einen Dialog überflüssig. Er ist jedoch sinnvoll und wechselseitig förderlich, da gerade zwischen Juden und Christen die Tatsache einer geschichtlichen Selbstoffenbarung Gottes unstrittig ist, wenn auch unterschiedliche Überzeugungen hinsichtlich ihrer Reichweite, d.h. ihrer  Kulmination in Person und Sendung Jesu Christi bestehen.

Deshalb wäre es eine Verkürzung der katholischen Glaubenslehre von der Verwirklichung des universalen Heilswillens in Jesus Christus und dessen einziger Heilsmittlerschaft und der daraus folgenden Heilsnotwendigkeit der Kirche und der Taufe, sowie auch der Heilsmöglichkeit für Menschen, die ohne eigene Schuld nicht an Christus glauben, wenn daneben ohne diesen Bedingungszusammenhang ein Heilsweg „auch ohne Anerkennung Jesu Christi und ohne das Sakrament der Taufe“ (12) als von Gott selbst konstatiert würde.

Der Begriff „Mission“ und das Judentum

In einem Dialog zwischen Juden und Christen muss der Begriff der Mission richtig dargestellt werden. Christliche Mission hat ihren Ursprung in der Sendung Jesu vom Vater. Er gibt seinen Jüngern Anteil daran in Bezug auf das Gottesvolk Israel (vgl. Mt 10,5) wie dann auch als der auferstandene Herr im Hinblick auf alle Völker (vgl. Mt 28,19). So entsteht das Gottesvolk gestiftet im Bundesblut Jesu, der seine Kirche aus Juden und Heiden beruft (Eph 2,11-21), aufgrund des Christus-Glaubens, und mittels der Taufe, der Eingliederung in seinen Leib, der die Kirche ist  (LG 14).
Die Juden, die nicht zum Glauben an Christus kommen, sind darum nicht vom Heil ausgeschlossen, wenn sie aus der Gnade des Bundesschlusses und den Weisungen Gottes leben. Das Heil, von dem hier die Rede ist, meint allerdings im christlichen Sinn das Heil, das Gott Juden und Heiden durch Christus geschenkt hat. Aus dem Unterschied in der Bewertung von Person und Sendung Jesu folgen die Unterschiede in den soteriologischen  Auffassungen. Bei der christlichen Mission geht es also nicht darum,  mit subtiler Überredungskunst Gläubige anderer Religionen abzuwerben, oder mit Drohung von diesseitigen Nachteilen und jenseitigen Strafen jemanden zum christlichen Glauben zu nötigen. Glaube und Freiheit bedingen einander. Erzwungener Glaube oder eine aufgenötigte Taufe sind ein Widerspruch in sich selbst und stehen der geoffenbarten Lehre entgegen (DH 10).

Mission und Gewaltlosigkeit

Christliche Mission und Zeugnis im Wort der Verkündigung und im eigenen Lebensvollzug gehören zusammen. Lieber Gewalt erleiden als Gewalt ausüben, ist der Grundsatz, den Jesus seinen Jüngern bei der Aussendung mitgibt. Darum können Christen auf Gott vertrauen, der auf den Wegen, die nur er kennt, seinen universalen Heilsplan ausführen wird. Denn sie sind Zeugen Christi, aber sie müssen nicht selbst das Heil der Menschen bewerkstelligen. Der Eifer für das „Haus des Herrn“ und gelassenes Vertrauen auf das siegreiche Wirken Gottes gehören zusammen. Christliche Mission bedeutet, dass die bevollmächtigten Boten die geschichtliche Verwirklichung des universalen Heilswillens Gottes in Jesus Christus bezeugen und verkünden und  ihre sakramentale Präsenz in Martyria, Leiturgia und Diakonia der Kirche des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes feiern. Der Grund dieser missionarischen Kirche ergibt sich aus dem universalen Heilswillen Gottes, der sich in der Heilsmittlerschaft Christi verwirklicht: „So ist es nötig, dass sich alle zu ihm, der durch die Verkündigung der Kirche erkannt wird, bekehren sowie ihm und seinem Leib, der Kirche, durch die Taufe eingegliedert werden. Christus selbst hat nämlich mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des Glaubens und der Taufe betont und damit zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine Tür eintreten, bekräftigt. Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten. Wenngleich Gott Menschen, die das Evangelium ohne eigene Schuld nicht kennen, auf Wegen, die er weiß, zum Glauben führen kann, ohne den es unmöglich ist, ihm zu gefallen, so liegt doch auf der Kirche die Notwendigkeit und zugleich das heilige Recht der Evangeliumsverkündigung. Deshalb behält heute und immer die missionarische Tätigkeit ihre ungeschmälerte Bedeutung und Notwendigkeit.“ (AG 7) So stellt das Zweite Vatikanische Konzil die Heilnotwendigkeit des Glaubens an Christus und der Kirche dar.

Volk Gottes aus Juden und Heiden – Das Zeugnis der Schrift

Es ist und bleibt eine qualitative Bestimmung der Kirche des Neuen Bundes, dass sie (synchron und diachron)  Kirche aus Juden und Heiden ist, wenn auch das quantitative Verhältnis von Juden- und Heidenchristen zunächst einen anderen Eindruck erwecken mag. Ebenso wie nach Kreuz und Auferstehung  Jesu Christi nicht zwei Bünde beziehungslos nebeneinander stehen, gibt es auch nicht unverbunden „das Bundesvolk Israel“ neben „dem Volk Gottes aus den Völkern“ (13) . Vielmehr ist die bleibende Rolle des Bundesvolkes Israel im Heilsplan Gottes dynamisch zu beziehen auf das „Volk Gottes aus Juden und Heiden – geeint in Christus“, den die Kirche als den universalen Schöpfungs- und Heilsmittler bekennt. Im Kontext des universalen Heilswillens sind alle Menschen, die das Evangelium Christi noch nicht empfangen haben, auf das Gottesvolk des Neues Bundes hingeordnet: „In erster Linie jenes Volk, dem der Bund und die Verheißungen gegeben worden sind und aus dem Christus dem Fleische nach geboren ist (vgl. Röm 9,4f), dieses seiner Erwählung nach um der Väter willen so teure Volk: die Gaben und Berufung Gottes nämlich sind ohne Reue.“ (LG 16).

Juden und Christen im brüderlichen Dialog

Somit lässt sich auch die offenbarungstheologische und heilsgeschichtliche Beziehung zwischen dem jüdischen und christlichem Glauben aufweisen, ohne dass die Kirche Christi den Glauben an ihren Herrn und ihre universale Sendung zur Verkündigung des Evangeliums für alle Menschen einschränken oder gar in der Substanz relativieren müsste. Mit dem Glauben an Christus unvereinbar ist jede Form von Polemik oder Abwertung der „Juden“ (aber auch der „Heiden“), die aufgrund ihres Wahrheitsgewissens nicht an Jesus als den Christus glauben. Ein „judenfeindlicher“ Christ – das wäre eine contradictio in adjecto. Und die schlimme Tatsache, dass es von Christen  Exzesse gegen ihre jüdischen Brüder und Schwestern gegeben hat, beweist nur, dass sie im schreienden Widerspruch zu ihrem Christennamen gehandelt haben. Judenfeindschaft in (nominell) christlichen Kreisen ist nicht Folge des Christus-Bekenntnisses, sondern Beweis für den Verrat an ihm.
Feindseligkeit oder gar Verfolgung sind dem Gebot Christi diametral entgegengesetzt. So erklärt das Konzil: „Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Haßausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben“ (NA 4).
Umgekehrt sind aber bei dem heutigen so positiv und freundschaftlich entwickelten Dialog zwischen Juden und Christen, Polemiken und an historischen Tatbeständen immer wieder genährte Ressentiments oder christliche Selbstbezichtigungen völlig fehl am Platz, wenn das mit  allen historischen und theologischen Negativitäten besetzte Schlagwort der „Judenmission“ die Sendung der Kirche zum Zeugnis für Jesus, den Christus, als „Licht zur Erleuchtung der Heiden und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2,32) in Misskredit bringt. Wie können denn „judenfeindlich“ interpretierte neutestamentliche Stellen zur Judenmission herhalten? (14).  Eine biblisch begründete Judenfeindschaft wäre ein Widerspruch in sich.  Da „die pilgernde Kirche ihrem Wesen nach missionarisch, d.h. als Gesandte unterwegs ist, da sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes hat gemäß dem Heilsplan Gottes“ (15) (AG 2), hat Mission in keiner Weise etwas mit einer juden- oder heidenfeindlichen Gesinnung zu tun, die wie in einem politischen Imperialismus die Gegner vor die Wahl von Vernichtung und Unterwerfung stellt.  Das Gegenteil ist wahr: „Der Heilsplan Gottes entspringt der quellhaften Liebe Gottes, des Vaters“ (AG 2). Gottes Herrschaft ist Liebe und sein Königtum bedeutet die Erhebung des Menschen in der Gnade Christi, der aus Liebe sein Leben für alle dahingegeben hat, und damit die Überwindung aller Feindschaften. Das Christsein begründet nicht ein Überheblichkeitsgefühl oder gar eine Verachtung Andersgläubiger, sondern eine Angleichung an die Haltung der Demut und Dienstbereitschaft Jesu, so dass die „Söhne der Kirche dessen eingedenk sein sollen, dass ihre ausgezeichnete Stellung nicht den eigenen Verdiensten, sondern der besonderen Gnade Christi zuzuschreiben ist“ (LG 16).

Die Suche nach der Tiefenversöhnung

Der Text des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim  ZdK trägt den allzu plakativen Titel „Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen“.
Die Alternative, die hier suggeriert wird, vereinfacht die theologisch komplexe Einheit vom Alten und Neuen Bund sowie auch die Verschiedenheit der jüdischen und der christlichen Glaubensgemeinschaft im Hinblick auf das Bekenntnis zu Jesus dem Christus über das mögliche Maß hinaus.
Ohne Zweifel ist es zu begrüßen, wenn in einem theologischen Arbeitskreis das positive Verhältnis von Christen und Juden mit Bezug auf die Quellen der Offenbarung und des Bekenntnisses vertieft, Wunden geheilt und eine tiefere Versöhnung gesucht werden. Aufgrund ihrer im Gott der Schöpfung und des Bundes wurzelnden geistlichen Verwandtschaft (vgl. NA 4) stehen Christen und Juden vor den gemeinsamen Herausforderung, einer säkularisierten Welt gegenüber die befreiende Macht Gottes zu bezeugen und die darin begründete Würde des Menschen zu propagieren. Der Mensch ist im Bilde Gottes geschaffen und zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes berufen. (vgl. Röm 8,21).
Der Dialog in einem Arbeitskreis kann jedoch nicht um den Preis geschehen, dass wesentliche christliche Glaubensaussagen zu den Mysterien der Trinität und der Inkarnation, zu Erlösung und Rechtfertigung des Sünders, zu Gnade und Erbsünde, zur universalen und einzigen Mittlerschaft Christi, zur Heilsnotwendigkeit der Kirche, des Christusbekenntnisses und der Verbindung mit Christus in den Sakramenten, zum Verhältnis von universalem Heilswillen und seiner ekklesialen und sakramentalen Vergegenwärtigung entweder relativiert oder ungenau wiedergegeben werden.
Vom Standpunkt der katholischen Theologie ist ein schlüssiges Gesamtkonzept im vorliegenden Text nur schwer auszumachen.

Lehramtliche Bewertung der Erklärung des Gesprächskreises „Juden und Christen“

Dem Text kommt keine lehramtliche Autorität zu. Er kann in keiner Weise als ein offizielles Dokument der katholischen Kirche oder als authentische Darstellung des katholischen Glaubens und Bekenntnisses angesehen werden. Die den Text leitende ganz offenkundige Entgegensetzung der Lehre des II. Vatikanischen Konzils und Johannes Paul II. einerseits zur Lehre und zu den ihm zukommenden Maßnahmen (in der Formulierung liturgischer Texte) Papst Benedikts XVI. andererseits ist sowohl formal wie auch inhaltlich völlig verfehlt (16). Weder hat die Neuformulierung der Fürbitte für die Juden im außerordentlichen Ritus der Karfreitagsliturgie etwas mit „Judenmission“ in der absolut negativen Bedeutung zu tun, die ihm das Papier des Arbeitskreis unterlegt („Judenmission … als Ausdruck der Geringschätzung des Judentums …  und deshalb den Boden für den Antisemitismus des Nationalsozialismus bereitete.“) (17), noch gibt es eine „Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils“, die den Bund Gottes mit dem jüdischen Volk als einen Heilsweg zu Gott darstellt – auch ohne Anerkennung Jesu Christi und ohne das Sakrament der Taufe“ (18). In dieser verkürzten und missverständlichen Form hat sich das II. Vatikanische Konzil gerade nicht ausgedrückt.

Nostra aetate ist für den Neuanfang des Verhältnisses von Juden und Christen von größter Bedeutung. Aber weder diese Erklärung noch andere Konzilstexte noch das Neue Testament dürfen selektiv auf ein bestimmtes Vorverständnis hin ausgelegt werden, in dem die universale Heilsmittlerschaft Jesu Christi und die daraus folgende Heilsnotwendigkeit des Christus-Bekenntnisses, der Kirche und ihrer Sakramente relativiert wird. Entscheidend bleibt die kirchliche Lehre in ihrem Gesamtzusammenhang. In der Auslegung der Offenbarung, wie sie auf je eigene und aufeinanderbezogene Weise in Schrift und Tradition vermittelt wird, muss die katholische Theologie immer berücksichtigen, dass die verbindliche Erklärung der Offenbarung „nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut ist, dessen Vollmacht im Namen Christi  ausgeübt wird.“ (DV 10).
Deshalb bleibt das ungeschmälerte Christusbekenntnis der Kirche konstitutiv für den katholischen Glauben und zentrales Thema im Gespräch mit der jüdischen Glaubensgemeinschaft.

Juden und Christen sollen ein Segen sein für die Welt

Das II. Vatikanische Konzil hat in Nostra aetate auch die Grundlagen für einen Dialog formuliert, der das bisher Erreichte und die Verantwortung für die Zukunft einbezieht: „Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm `Schulter an Schulter`dienen (Soph 3,9). Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist.“ (NA 4)

Für die gute Entwicklung des jüdisch-christlichen Dialogs können auch immer noch die Worte Johannes Paul II. gelten, die er an die Juden in seiner Heimat Polen 1993 gerichtet hat: „Als Christen und Juden folgen wir dem Beispiel Abrahams. Wir sind berufen, ein Segen für die Welt zu sein. Das ist der Auftrag, der auf uns wartet. Es ist unbedingt notwendig für uns, Christen und Juden zugleich, zuerst ein Segen zu sein füreinander!“

Daran knüpft Papst Benedikt XVI. in der Kölner Synagoge bei seinem Besuch (2005) anlässlich des Weltjugendtags an: „Auch bei dieser Gelegenheit möchte ich versichern, dass ich beabsichtige, den Weg der Verbesserung der Beziehungen und der Freundschaft mit dem jüdischen Volk, auf dem Papst Johannes Paul II. entscheidende Schritte getan hat, mit voller Kraft weiterzuführen.“

______________________

(1) II. VATIKANISCHES KONZIL, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung „Dei Verbum“ (CV), 4.
(2) ZdK, Erklärung „Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und Heiden“ vom 9.3.2009, (Erklärung) S. 19.
(3) Ebd., S. 5.
(4) Ebd., S. 18f.
(5) II. VATIKANISCHES KONZIL, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung „Dei Verbum“ (CV), 5.
(6) II. VATIKANISCHES KONZIL, Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitas humanae“ (DH) 2.
(7) Ebd., 3.
(8) II. VATIKANISCHES KONZIL, Dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen Genitum“ (LG), 18.
(9) II. VATIKANISCHES KONZIL, Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute „Gaudium et spes“ (GS), 22.
(10) II. VATIKANISCHES KONZIL, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra aetate“ (NA), 4.
(11) Walter KASPER, Wo das Herz des Glaubens schlägt. Die Erfahrungen meines Lebens, Freiburg 2008, 294f.
(12) ZdK, Erklärung, S. 5.
(13) ZdK, Erklärung, S. 17.
(14) ZdK, Erklärung, S. 16.
(15) II. VATIKANISCHES KONZIL, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche „Ad gentes“ (AG) 2.
(16) ZdK, Erklärung, S. 1; 10.
(17) Ebd., S. 13.
(18) Ebd., S.1.

Lesenswert dazu und darüber hinaus:

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Nostra Aetate und die jüdische Religion

Posted by deislam - 20. Februar 2009

Zitat aus „Nostra Aetate„: (Siehe auch unseren Beitrag: „Konzilserklärung „Nostra Aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“)

Die jüdische Religion

4. Bei ihrer Besinnung auf das Geheimnis der Kirche gedenkt die Heilige Synode des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist.

So anerkennt die Kirche Christi, daß nach dem Heilsgeheimnis Gottes die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung sich schon bei den Patriarchen, bei Moses und den Propheten finden.

Sie bekennt, daß alle Christgläubigen als Söhne Abrahams dem Glauben nach (Gal 3,7) in der Berufung dieses Patriarchen eingeschlossen sind und daß in dem Auszug des erwählten Volkes aus dem Lande der Knechtschaft das Heil der Kirche geheimnisvoll vorgebildet ist. Deshalb kann die Kirche auch nicht vergessen, daß sie durch jenes Volk, mit dem Gott aus unsagbarem Erbarmen den Alten Bund geschlossen hat, die Offenbarung des Alten Testamentes empfing und genährt wird von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schößlinge eingepfropft sind (Röm 11,17-24). Denn die Kirche glaubt, daß Christus, unser Friede, Juden und Heiden durch das Kreuz versöhnt und beide in sich vereinigt hat (Eph 2,14-16). Die Kirche hat auch stets die Worte des Apostels Paulus vor Augen, der von seinen Stammverwandten sagt, daß “ihnen die Annahme an Sohnes Statt und die Herrlichkeit, der Bund und das Gesetz, der Gottesdienst und die Verheißungen gehören wie auch die Väter und daß aus ihnen Christus dem Fleische nach stammt” (Röm 9,4-5), der Sohn der Jungfrau Maria.

Auch hält sie sich gegenwärtig, daß aus dem jüdischen Volk die Apostel stammen, die Grundfesten und Säulen der Kirche, sowie die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben.

Wie die Schrift bezeugt, hat Jerusalem die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt (Lk 19,44), und ein großer Teil der Juden hat das Evangelium nicht angenommen, ja nicht wenige haben sich seiner Ausbreitung widersetzt (Röm 11,28). Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich (Röm 11,28-29). Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm “Schulter an Schulter dienen” (Soph 3,9) (Jes 66,23; Ps 65,4; Röm 11,11-32).

Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode     die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist.

Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben (Joh 19,6), kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.

Gewiß ist die Kirche das neue Volk Gottes, trotzdem darf man die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht darstellen, als wäre dies aus der Heiligen Schrift zu folgern. Darum sollen alle dafür Sorge tragen, daß niemand in der Katechese oder bei der Predigt des Gotteswortes etwas lehre, das mit der evangelischen Wahrheit und dem Geiste Christi nicht im Einklang steht.

Im Bewußtsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Haßausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben. Auch hat ja Christus, wie die Kirche immer gelehrt hat und lehrt, in Freiheit, um der Sünden aller Menschen willen, sein Leiden und seinen Tod aus unendlicher Liebe auf sich genommen, damit alle das Heil erlangen. So ist es die Aufgabe der Predigt der Kirche, das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden.

Unser Kommentar:

Es geht hier also um „die jüdische Religion“. Und was ist damit gemeint? Natürlich die „Religion“ derjenigen Juden, die JESUS CHRISTUS als (den verheißenen) Messias, als ERLÖSER, als GOTTES SOHN, als GOTT (auch heute noch) ablehnen, die Sein Heilsangebot (auch heute noch) ausschlagen und als Folge davon Sein REICH, Seine HERRSCHAFT, die Kirche, das neue Volk Gottes, bekämpfen. Es geht also um Christus- und damit Gottes- und Kirchen-Feinde. Und es geht um eine Christus-, GOTTES- und kirchenfeindliche „Religion“.
Sind diese Juden „mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden“? Nein! Sie sind, wie die Muslime, nur „fleischlich“ mit ihm verbunden, während tatsächlich „alle Christgläubigen, und nur sie, Söhne (Kinder) Abrahams dem Glauben nach sind (Gal 3,7).
Kann die Kirche, „das Volk des Neuen Bundes“ mit diesen Juden, die nicht mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden sind, geistlich verbunden sein? Nein! Das neue Volk Gottes kann geistlich nur verbunden sein mit den CHRIST-gläubigen Juden, mit jenen des Alten Bundes also, die echt und wahr und treu an den verheißenen Messias glaubten, und mit jenen des Neuen Bundes, die echt, wahr und treu an CHRISTUS glaub(t)en, die sich taufen ließen und damit „aus dem Lande der (geistigen) Knechtschaft ausgezogen“ sind.
Die Kirche, das neue Volk Gottes, hat also „die Offenbarung des Alten Testamentes“ nicht von diesen Juden empfangen, die CHRISTUS verleugneten. Und sie wird „genährt von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schösslinge eingepfropft sind“, also nur von jenen Juden, die „Kinder Abrahams dem Glauben nach“ sind, wie die Patriarchen, Moses und die Propheten. Aber sie wird nur auch von dieser Wurzel genährt. Niemals ausschließlich. Viel mehr und entscheidend genährt wird die Kirche direkt von JESUS CHRISTUS, dem GOTT-MENSCHEN (dem Sohn der Jungfrau Maria, der nur dem Fleische nach von den Juden, vom „guten Ölbaum“, abstammt) und von dem von IHM bis zum Ende der Welt gesandten HEILIGEN GEIST, dem göttlichen Geist, der vom Vater und vom Sohne ausgeht. Der heilige Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer, Kapitel 9, Verse 4-5: „Sind sie (meine Stammesgenossen dem Fleische nach) doch Israeliten, denen die Gotteskindschaft zuteil geworden ist und die Herrlichkeit und der Bund und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen. Ihnen gehören die Väter an, und aus ihnen stammt dem Fleische nach der Messias, der GOTT ist, über allem, hochgelobt in Ewigkeit. Amen.“ Er schreibt dann aber auch: „Denn nicht alle, die aus Israel sind, sind Israeliten. Noch sind alle Kinder, welche Nachkommen Abrahams sind.“ (Röm. 9, 7) Die christusfeindlichen und damit gottfeindlichen Juden sind also keine echten „Israeliten“ und keine „Kinder Abrahams“. Aus diesen stammen also auch nicht „die Apostel, die Grundfesten und Säulen der Kirche wie die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben“. Denn diese haben „die Zeit ihrer Heimsuchung nicht erkannt und das Evangelium nicht angenommen, ja haben sich seiner Ausbreitung widersetzt. Diese Juden sind keineswegs „um der Väter willen immer noch von Gott geliebt“, sondern nur jene, die nach göttlicher Vor(her)sehung den Glauben an CHRISTUS annehmen (werden). Man vergleiche dazu Paulus im ersten Brief an die Thessaloniker, 2. Kapitel, 14-16: „Ihr seid ja, meine Brüder, Nachahmer geworden der Gemeinden Gottes, die in Judäa sind in Christus Jesus; denn ihr habt von euren Landsleuten dasselbe erdulden müssen, was jene von den Juden. Diese haben sogar den Herrn Jesus und die Propheten getötet und uns verfolgt. Sie missfallen Gott und sind allen Menschen feind. Sie wollen uns wehren, den Heiden zu predigen, dass sie des Heiles teilhaftig werden. So häufen sie immerfort Sünde auf Sünde. Aber schon ist Gottes Zorn über sie gekommen in vollem Maße.“ Und ebenso: Apokalypse 3,9: „Siehe, Leute aus der Synagoge Satans führe ich zu dir, Leute, die sich Juden nennen – doch sie sind es nicht, sondern lügen.“ Paulus hatte vor seiner Bekehrung auch zu diesen gehört: Galater 1,13-14: „Ihr habt ja von meinem einstigen Wandel im Judentum gehört: ich verfolgte die Kirche Gottes über die Maßen und suchte sie zu vernichten. Vor vielen meiner Altersgenossen in meinem Volke tat ich mich zuvor in meiner Leidenschaft für das Judentum und zeigte mich als übertriebenen Eiferer für die Überlieferungen meiner Väter.“
Diesen widerspenstigen, verstockten, eifernden Juden gilt, was JESUS nach Johannes 8, 37-47 spricht: „Ich weiß, dass ihr Kinder (Nachkommen) Abrahams seid. Allein ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort in euch erfolglos bleibt. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe, ihr aber tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Da erwiderten sie: Unser Vater ist Abraham. Jesus sprach darauf: Wenn ihr Kinder Abrahams seid, so tuet auch Abrahams Werke. Jetzt wollt ihr mich töten, mich, der ich euch doch die Wahrheit verkündet habe, die ich von Gott gehört. So etwas hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie: Wir sind nicht im Ehebruch geboren. Wir haben Einen Vater, Gott. Darauf Jesus: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr doch mich lieben. Ich bin von Gott ausgegangen und gekommen. Nicht bin ich von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr habt den Teufel zum Vater, und die Begierden eures Vaters wollt ihr erfüllen. Er war von Anfang an ein Menschenmörder und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil in ihm keine Wahrheit ist. Wenn er Lügen redet, redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Wenn aber ich die Wahrheit rede, so glaubt ihr mir nicht. Wer aus euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, der hört Gottes Wort. Darum hört ihr es nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“ Diese Juden also, die nicht auf Gottes Wort hören wollten, „die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern“ waren es auch, die „auf den Tod Christi gedrungen haben“. Und diesen Juden muss man „die Ereignisse seines Leidens (und Sterbens) zur Last legen“. Und den heutigen Juden? Sicher all jenen heutigen Juden, die sich bewusst und überlegt GEGEN Jesus Christus stellen. Aber selbstverständlich haben auch die übrigen Menschen, die Gottes Wort nicht hören (wollen), Anteil, Schuld an den „Ereignissen seines Leidens (und Sterbens)“. Und ALLE (nicht nur die Juden), die wissentlich und willentlich in dieser Ablehnung des ERLÖSERS bis zum Tode verharren, werden von Gott „verworfen und verflucht“. Das ist „aus der Heiligen Schrift zu folgern“ und „steht mit der evangelischen Wahrheit und dem Geiste Christi im Einklang“. Das Gegenteil nicht!
Die Kirche hat also mit den christusfeindlichen Juden „kein gemeinsames Erbe“, sondern nur mit den christusgläubigen Juden. Wenn „Antisemitismus“ Judenfeindlichkeit besagen soll, dann ist die Kirche, sind die Glieder der Kirche „antisemitisch“ gegenüber jenen „Juden, die keine Juden sind“, sondern Anti-Christen, die die Zeit ihrer Heimsuchung nicht erkennen und das Evangelium nicht annehmen, ja sich seiner Ausbreitung widersetzen. Und mit diesen Juden kann die Kirche keine „gemeinsame biblische und theologische Studien“ betreiben, kein „brüderliches Gespräch“ führen, ohne Verrat an ihrem Auftrag zu üben: „das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden“ – es also auch den noch ungläubigen, verblendeten, verstockten zu PREDIGEN, auf dass auch sie das HEIL erlangen; denn NUR IN IHM IST HEIL, IST RETTUNG, IST ERLÖSUNG, IST EWIGES SELIGES LEBEN!

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Juden wollen [mit-]bestimmen, wer zur Kirche gehört und wer nicht

Posted by deislam - 15. Februar 2009

Zitate aus MDR Aktuell:

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den Vatikan zur vollständigen Abkehr von der Pius-Bruderschaft aufgerufen. Generalsekretär Stephan Kramer sagte dem „Handelsblatt“, mit einer Kirche, der auch die umstrittene Priesterbruderschaft angehöre, könne es keinen partnerschaftlichen Dialog geben. Der Papst müsse sich entscheiden – entweder er stehe für die Kirche der Aufklärung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil oder für die Kirche des Traditionalismus mit den Pius-Brüdern.

Durch die Wiederaufnahme „aktiver Judenhasser“ habe Benedikt XVI. „so viel Schuld auf sich geladen wie schon lange kein Papst.“ Er sei „unglaubwürdig, ein Lügner und ein Heuchler.“ (TV-Moderator Michel Friedman [Ex-Vizepräsident des Zentralrates der Juden])

Unser Kommentar:
Juden, die gar nicht zur katholischen Kirche gehören wollen und können, die sich weit außerhalb der Kirche befinden, wollen also der Kirche sagen, wen sie in sich aufnehmen oder in sich behalten darf und wen nicht! Ziemlich grotesk, nicht wahr? Und, natürlich: einen „partnerschaftlichen Dialog“ wollen sie ohnehin nur führen mit „der Kirche der Aufklärung“ und absolut nicht mit „der Kirche des ‚Traditionalismus'“, sprich der Tradition; denn diese Kirche der Tradition, also die Kirche von ihren Uranfängen mit CHRISTUS und den Aposteln an bis und mit Papst Pius XII. war eben, nach dem Empfinden „aktiver Kirchenhasser“ „die Kirche der Judenhasser“. Einer dieser „aktiven Kirchenhasser [der Kirche der „Nicht-Aufklärung“ demzufolge] “ ist offensichtlich Michel Friedmann, der Papst Benedikt XVI. als „Lügner und Heuchler“ abstempelt und ihm hassvoll vorwirft, er habe „so viel Schuld auf sich geladen wie schon lange kein Papst“. Dabei ist für Vernünftige und Besonnene doch klar, dass die Kirche nie zu Hass gegen die Juden aufgerufen hat, sondern zur Ablehnung der jüdischen Irrlehre, zum Widerstand gegen jüdischen antichristlichen Umtriebe und Machenschaften, zur Verhinderung jüdischer antikirchlicher Einflüsse. Die „Kirche der Tradition“ hat, getreu ihrem göttlichen Gründer JESUS CHRISTUS und seinem Auftrag, alle Häresien stets bekämpft und damit ganz natürlicherweise auch den Judaismus. Mit dem II. Vatikanum (der „Aufklärung“) hat sie diesen Kampf zugunsten des „partnerschaftlichen Dialogs“ aufgegeben. Und damit hat sie auch die Missionierung der Juden aufgegeben. Und damit hat sie auch die Erfüllung des Auftrages CHRISTI aufgegeben: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker (auch die noch ungläubigen Juden), und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ICH euch befohlen habe. Und sehet, Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28, 19-20).

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Am 17. Januar zum 10. Mal „Tag des Judentums“

Posted by deislam - 14. Januar 2009

Aus ZENIT.org: ZG09011404 – 14.01.2009
Permalink: http://www.zenit.org/article-16819?l=german

Am 17. Jänner 2009 feiern die Kirchen in Österreich zum 10. Mal den „Tag des Judentums“

Lehr- und Lerntag für die Kirchen – eine ökumenische Initiative

WIEN 14. Januar 2008 (ZENIT.org).- Seit zehn Jahren wird in Österreich am „17. Januar – Tag des Judentums“ gefeiert. Ein Gedenktag, der in Italien schon Jahrzehnte praktiziert worden war. Im Jahr 1997 schließlich wurde seine Einführung durch Vermittlung der ökumenischen Dialoggruppe „Teshuvà“ aus Mailand in die zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz eingebracht.

Auf Iniatiative des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit und Prof. Alfred Raddatz griff der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich diese Anregung auf. Seit 2000 steht der „Tag des Judentums“ nun im liturgischen Kalender aller Kirchen.

Metropolit Michael Staikos schrieb bei der Einführung: „Die jahrhundertelange Verfolgung der Juden durch Christen macht es notwendig, dass auf dem Weg der Buße und der Neubesinnung eine Haltung gegenüber den Juden heranreift, die dem Evangelium entspricht. Der Tag des Judentums ist also ein Besinnungstag für Christen.“ Der Tag des Judentums wird heute ebenfalls in Polen und in den Niederlanden begangen.

Vor der „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ feiern die Kirchen, was sie alle vereint und trägt: Die Verwurzelung im Judentum und die Weggemeinschaft mit den jüdischen Gemeinden heute. Es ist ein „Lehr- und Lerntag“, an dem die Christen und die Kirchen Gott danken, dass sie durch Jesus an den Verheißungen des erwählten Volkes Israel teilhaben dürfen (vgl. die Ansprache Benedikt XVI. vor der jüdischen Gemeinde in Paris am 12.09.2008).

“Ihr Heiden, freut euch mit seinem Volk!“ fordert der Apostel Paulus jene auf, die an Christus glauben (Röm 15,10), gibt die Vereinigung für Christen und Juden im Vorfeld des Gedenktages zu bedenken. „Wenn die Kirchen über ihr Verhältnis zum Judentum nachdenken, gilt es immer auch daran zu erinnern, wie jüdisches Leben und Glauben durch die Theologie und Predigt in der Geschichte verachtet wurden und dafür Buße zu tun. Doch im Zentrum steht eine erneuerte christliche Identität, die ihre Stärke aus der reichen gemeinsamen Tradition mit dem Judentum schöpft“.

Helmut Nausner, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, betont zum Jubiläum den Schwerpunkt der Erinnerung und Buße: „Der Tag des Judentums hat sich als eine gute ökumenische Herausforderung bewährt. Die regelmäßige gemeinsame Vorbereitung auf diesen ökumenisch gesetzten Tag hilft, die Trägheit der Herzen zu überwinden, die lieber vergessen wollen. Die Israelvergessenheit der Christen ist noch lange nicht überwunden.“

Martin Jäggle, Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit wünscht, die Verbindung zum Judentum sollte im christlichen Feiern und in der Verkündigung noch viel selbstverständlicher werden: „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass es den Tag des Judentums bereits in einigen Ländern und auch in Österreich gibt. Er konnte aber noch nicht zu einem selbstverständlichen Teil des christlichen und kirchlichen Lebens werden.“

Die interreligiöse christlich-jüdische Gebetsstunde gemeinsam mit der jüdischen Reformgemeinde Or Chadasch findet morgen am Donnerstag, den 15. Januar in der evangelischen Kirche Am Tabor in Wien Leopoldstadt statt.

In Linz hält Prof. Ewald Volgger am 15. Januar an der Katholisch Theologischen Privatuniversität einen Vortrag über „Antijudaismen in der römisch-katholischen Liturgie“. In der Salzburger Dombuchhandlung sprechen am selben Tag die methodistische Pastorin Esther Handschin, der Neutestamentler Professor Peter Arzt-Grabner und Koordinierungsausschuss-Geschäftsführer Markus Himmelbauer über „Paulus
nach 2000 Jahren: Brücke oder Hindernis im christlich-jüdischen Dialog?“

Unser Kommentar:
Wir Christen hätten also (endlich) zu lernen vom Judentum, uns neu zu besinnen auf unsere „Verwurzelung im Judentum“ und Gott zu danken, dass wir „durch Jesus an den Verheißungen des erwählten Volkes Israel teilhaben dürfen“, unsere Identität zu erneuern und zu stärken durch ein Schöpfen aus der reichen gemeinsamen Tradition; denn wir hätten die Juden jahrhundertelang verfolgt und eine Haltung gezeigt, die dem Evangelium nicht entspricht. Jüdisches Leben und Glauben sei durch die Theologie und Predigt in der Geschichte verachtet worden, und dafür gelte es, Buße zu tun. Unsere Israelvergessenheit sei noch lange nicht überwunden. Auch der Apostel Paulus fordere uns Heiden-Christen doch auf, uns mit seinem Volk zu freuen“ (Röm. 15.10) Und um die Antijudaismen in der römisch-katholischen Liturgie (endlich) auszumerzen, die hauptsächlich zurückzuführen sind auf (einen bis dato falsch verstandenen) Paulus, muss fortan der „Tag des Judentums“ im liturgischen Kalender aller Kirchen seinen festen Platz haben und als Besinnungs-, Lehr- und Lerntag gefeiert werden, damit unsere Verbindung zum Judentum noch viel selbstverständlicher, zu einem selbstverständlichen Teil unseres christlichen und kirchlichen Lebens werde. Dafür gibt es (am 15. Januar 2009) in Wien sogar schon eine interreligiöse christlich-jüdische Gebetsstunde!
Lieber Leser, hast Du schon etwas gemerkt? Fällt Dir nicht spontan auf, dass hier alles verfänglich formuliert, verdreht, verfälscht ist?  Um welches „Judentum“ geht es denn hier, von dem wir zu lernen, aus dessen Tradition wir zu schöpfen, mit dem wir uns zu verbinden und zu freuen hätten? Doch mit dem Judentum von heute, mit dem Judentum, das Christus verwirft, das (seit Jahrhunderten) Seine Kirche bekämpft, das immer noch auf einen „Messias“ wartet, der für sie, wie sie es wähnen, NIE kommen wird! Dieses Judentum ist das ANTI-CHRISTLICHE Judentum, das nicht verwechselt werden darf mit dem Judentum derjenigen Juden, die (wahre) CHRISTEN geworden sind. Nur die Juden des Alten Bundes, die GLÄUBIG waren auf CHRISTUS hin, waren bundestreue, gottwohlgefällige Juden, gehörten geistig zu Seinem erwählten Volk. Die nachchristlichen Juden, die den Glauben an JESUS CHRISTUS nicht annahmen/annehmen, pflegten/pflegen ein verfälschtes, gottfeindliches „Judentum“, aus dem wir Christen nichts zu schöpfen, von dem wir nichts zu lernen haben, mit dem wir uns nicht verbinden dürfen und keine „Weggemeinschaft“ haben können.

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Für Juden und Muslime: BEWEISE, dass Jesus GOTT ist

Posted by deislam - 24. November 2008

Muslime fordern von uns Christen immer wieder Belege aus der Heiligen Schrift für unseren Glauben, dass Jesus GOTT ist. Auch mit diesem Beitrag wollen wir ihnen (und den Juden) Material zum Nachdenken liefern. Die zeitgenössischen Pharisäer und Schriftgelehrten glaubten nicht an Jesu Messianität und damit nicht an seine Göttlichkeit, an sein Gottsein. Warum? Weil sie, wie Jesus ihnen offen ins Gesicht sagte, geistig-geistlich „Schlangenbrut“ und „Natterngezücht“ waren. Sie hatten mehr als genügend, überreichliche Evidenz in ihren heiligen Schriften und vor ihren Augen und Ohren durch ihre Kenntnisse und ihre Erlebnisse dessen, was ihr Messias sein würde und was Jesus lebendig war und bezeugte und wirkte und an Wunderwerken vollbrachte. Aber sie wollten nicht glauben. Sie sündigten verstockt und bis zum bitteren Ende gegen den Heiligen Geist. Sie zogen es vor, auf den unheiligen Geist, auf die höllische Versucher-Stimme, auf die Argumente der „Schlange“, der „Natter“ in ihnen und Ihresgleichen zu hören, statt auf die himmlische Stimme GOTTES in Jesus, dem „Menschensohn“. Sie mussten widerwillig erkennen, dass die biblischen Prophezeiungen bezüglich des erwarteten Messias ausnahmslos erfüllt wurden, und trotzdem blieben sie trotzig-verstockt bei ihrem vernichtenden Verdikt, auch nach der Kreuzigung, auch nach der Auferstehung, auch nach Pfingsten.
Schauen wir uns nun einmal zuerst folgende (unvollständige) Liste erfüllter alttestamentlicher Vorhersagen an (wir entnehmen sie dem Büchlein „Die Prozesse gegen Jesus – Passion und Auferstehung“ von Joseph Steinbach (ISBN: 978-3-938235-32-4):

  • Jesus, von einer Jungfrau geboren: Isaias 7,14
  • Spross aus dem Stamme Juda: Gen. 49,10; Jer. 33,14
  • Von David abstammend: Jer. 23,5 und 33,15
  • Bethlehemitischer Kindermord: Jer. 31,15
  • Flucht nach Ägypten: Osee 11,1
  • Jesus und Johannes der Täufer: Malachias 3,1; Isaias 40,3
  • Jesus lehrt in Gleichnissen: Psalm 78,2
  • Erlösungsauftrag: Isaias 61,1-2
  • Verachtet, verworfen, ohne Grund gehasst: Pslam 69,5-9; Isaias 49,7 und 53,3; Psalm 22,7
  • Heilt die Blinden, Tauben und Stummen: Isaias 29,18, 32,4 und 35,5-6
  • Ungläubigkeit der Juden: Isaias 53,1
  • Einzug in Jerusalem auf einem Esel: Zacharias 9,9
  • Die prophetische Ankündigung des Todeszeitpunktes: Daniel 19, 25, 26
  • Unter die Sünder gezählt: Isaias 53,12
  • Von den Seinen verhaftet und für dreißig Silberlinge verkauft: Psalm 41,10; Zach. 11,12-13
  • Die Silberlinge werden in den Tempelschatz aufgenommen und dafür der Platz eines Töpfers gekauft: Zacharias 11,13; Jeremias 32,6-15
  • Der Tod des Judas: Psalm 109,17
  • Von den Seinen verleugnet: Psalm 88,18; 142,5
  • Gefangengenommen, bleibt er still vor seinen Anklägern: Isaias 53,7
  • Von falschen Zeugen beschuldigt: Pslam 109,2
  • Geschlagen und misshandelt: Isaias 50,6 und 52,14
  • Trägt die Sündenschuld des Gottesvolkes: Isaias 53,4 und 58,8
  • Sühnetod: Isaias 53. 5-12
  • Kreuzigung: Psalm 22,8-9 und 17
  • Das Los wird über seine Kleider geworfen: Psalm 22.19
  • Jesus betet für seine Peiniger: Isaias 53,12
  • Durstig, erhält er Essig: Pslam 22,16 und 69,22
  • Seine letzten Worte: Psalm 31,6
  • Kein Bein wird ihm gebrochen: Psalm 34,21 und Exodus 12,46
  • Die Sonne verdunkelt sich: Amos 8,9
  • Wird in das Grab eines Reichen gelegt: Isaias 59,9
  • Wird auferstehen: Psalm 16,10 und Isaias 53
  • Am dritten Tage: Osee 6,2
  • In Bethlehem geboren: Mich. 5,1

Das müsste doch eigentlich jeden Zweifler schon wenigstens in Gegenbeweisnot bringen. Wichtiger für den und zum Beweis der Gottheit Christi sind aber die sogenannten „Messianischen Wunder“. Ein zum Christentum bekehrter Jude, Dr. Arnold Fruchtenbaum, hat diese meisterhaft in eine tiefblickende Zusammenschau gebracht. Wir veröffentlichen nachstehend den Text als Zitat aus „de.soc.weltanschauung.christentum„:

Die messianischen Zeichen und Wunder

Das Folgende stellt einen Auszug einer zwanzigstündigen Vortragsreihe des amerikanischen Judenchristen Arnold Fruchtenbaum dar. Der Schwerpunkt dieser tiefen Auslegungen, die durch eine genaue Kenntnis des Judentums der Zeit Jesu möglich wurden, liegt auf den MESSIANISCHEN ZEICHEN UND WUNDERN. Dem Leser dieser Zeilen wünsche ich großen Gewinn. Er möge gleich dem Hausbesitzer sein, der aus seinem Schatz altes und neues hervorholt. (Jürgen Neidhart, Pfr.)

Johannes der Täufer begann laut Mt 3,1-3 seinen Dienst damit, dass er das Kommen eines Königs – nämlich des Messias – verkündigte. Und indem er vom kommenden Messias predigte, begann eine messianische Bewegung. Laut den Gesetzen der Mischna (= mündlich überliefertes Gesetz der Juden) mußte der Hohe Rat beim Aufkommen einer messianischen Bewegung zwei Dinge unternehmen: Die erste Phase war die Phase der Beobachtung. Eine Delegation wurde von Jerusalem ausgesandt, um zu beobachten, was gesagt und getan wird. Sie sollten keine Fragen stellen und auch keine Kommentare abgeben. Nur beobachten: Nach einer gewissen Zeit des Beobachtens sollten sie zum Hohen Rat zurückkehren und dort einen Rapport erstatten und auch Fragen wie folgt beantworten: Ist die Bewegung von Bedeutung oder nicht? War sie un bedeutend, so hat man die ganze Sache fallen gelassen.

War sie bedeutend, dann formierte man in einer zweiten Phase eine neuerliche Delegation. Und die wurde nun ausgesandt, um konkrete Fragen zu stellen: „Wer bist du, und wer behauptest du zu sein? Und durch welche Vollmacht lehrst und tust du das, was du tust?“ In Mt 3,7-10 sehen wir die erste Phase der BEOBACHTUNG in Bezug auf Johannes des Täufers. Wir lesen, dass die Pharisäer und die Sadduzäer zu ihm und seiner Taufbewegung kamen, aber nicht, um getauft zu werden. Sie sind nur zum Beobachten da. Es wird deutlich gesagt, dass, als sie ihre Beobachtungen abgeschlossen haben, sie dem Hohen Rat berichten, dass es sich um eine bedeutende Bewegung handelt. Denn dann kommt eine zweite Delegation in Joh 1,19-28, und dort stellen sie konkrete Fragen. Dreimal wird besonders erwähnt, dass sie von Jerusalem gesandt wurden: Verse 19, 22 + 25. Sie wurden also von den Pharisäern gesandt und stellen nun Fragen: Wer bist du? Wenn du nicht der Messias bist, bist du dann Elia? Wenn du nicht Elia bist, bist du dann der verheißene Prophet aus 5Mo 18,15? In jeder Hinsicht betont Johannes, dass er nicht der Messias oder Elia oder der Prophet ist, sondern bezeichnet sich als Vorläufer des Messias, der in Jesaja 40 & Maleachi 3 vorhergesagt wurde.

Wir werden gleich sehen, wie diese beiden Phasen der Untersuchung des Hohen Rates auch auf Jesus angewandt werden.

Kurz nachdem Johannes vom Hohen Rat untersucht wurde, beginnt Jesus seinen Dienst. In Joh 2,23-25 lesen wir, dass er seinen öffentlichen Dienst in Jerusalem mit öffentlichen (WUNDER-)ZEICHEN anfängt. Zu Beginn seines Dienstes dienten die Wunder als Zeichen für die NATION (Volk Israel): Nämlich, um das Volk Israel zu einer Entscheidung zu bringen, dass er der Messias sei. Später änderte sich dieser Zweck, dieses Ziel seiner Wunder, wie wir sehen werden. Doch am Anfang hatten die Wunder Jesu die Zielsetzung, als Zeichen für die Nation zu gelten.

Unter denen, die diese Wunder beobachten, ist auch ein Mann namens Nikodemus, einer der Pharisäer. Laut Joh 3 kommt dieser zu Jesus, um Erkundigungen anzustellen. Wir müssen daran denken, dass Nikodemus ein Pharisäer war und deshalb auch an den pharisäischen Judaismus glaubte…

Mit diesem Bericht über Nikodemus haben wir den Inhalt des Konflikts Jesu mit den Pharisäern aufgezeigt bekommen (Als Jude geboren zu sein, reicht nicht aus, um errettet zu sein). Obgleich wir nirgends lesen, dass Nikodemus sich gegen Jesus stellte. Jesus stellte in Johannes 3 jedoch seinepharisäische Lehre infrage.

In der folgenden Zeit proklamiert Jesus weiter, dass er der Messias sei, und er beweist auch diese Behauptung durch viele Wunder.

Jetzt kommen wir zu einem sehr entscheidenden Abschnitt in Lk 5. Denn hier wird uns die Geschichte von der Heilung eines Aussätzigen (Leprakranken) berichtet. Nirgendwo wird im Alten Testament nach dem Abschluss des Gesetzes die Heilung eines Juden vom Aussatz berichtet. Oft war es den Rabbinern möglich, andere Krankheiten zu heilen – doch nicht den Aussatz: Auch gab es in jüdischen oder alttestamentlichen Quellen keinen einzigen Bericht von einer Heilung von Aussatz nach der Gesetzesmitteilung.

Mose schrieb jedoch zwei Kapitel in 3Mo 13 + 14 mit detaillierten Angaben für die Führer des Volkes, wie sie sich im Falle der Heilung eines Juden vom Aussatz verhalten sollten. Wenn ein Jude kommt und behauptet, er sei jetzt vom Aussatz; geheilt, dann musste der Priester zuerst zwei Vögel opfern. Und dann musste der „Geheilte“ sich sieben Tage lang einer gründlichen Untersuchung unterziehen, um herauszubekommen, ob er wirklich Aussatz hatte, und wie er geheilt worden war. Wenn die Priester nach den sieben Tagen zufrieden gestellt sind, wurden am achten Tag nochmals drei Opfer gebracht, und das Blut dieser Opfer wurde beim ehemaligen Aussätzigen angewandt. Danach wurde er mit Öl gesalbt. All diese Anweisungen gab es; doch sie wurden nie gebraucht. Und weil es keinen Bericht eines vom Aussatz geheilten Juden gab, haben die Rabbiner dies als ein MESSIANISCHES WUNDER deklariert. – Die Rabbiner teilten Wunder in zwei Kategorien ein: Zuerst gab es da die Wunder, die jeder tun konnte, wenn er die Kraft Gottes hatte. Auf der anderen Seite gab es die Wunder, die nur der Messias vollbringen konnte .In dieser zweiten Kategorie führten sie drei Hauptwunder auf, von denen das erste die Heilung eines Aussätzigen war.

In Lk 5,12-16 heilt Jesus einen Aussätzigen. Und dann sagt er zu ihm in Vers14, er solle es niemanden erzählen, sondern sogleich zu den Führern Israels (den Priestern) gehen, „ihnen (den Führern) zum Zeugnis“. Und dieses Zeugnis besteht darin, dass Jesus der Messias ist. Indem Jesus ihnen einen geheilten Aussätzigen schickte, forderte er sie dadurch heraus, eine Entscheidung(betreffend seiner Messianität) zu treffen. Sie hätten zum Schluss kommen müssen, dass dieser Mann aussätzig gewesen war und nun geheilt war. Und indem sie so vorgegangen wären, hätten sie den Messiasanspruch Jesu an erkennen müssen.

Wie sie aber in Wirklichkeit reagierten, sehen wir in den Versen 17 – 26. In Vers 17 wird uns mitgeteilt, dass die Führer des Volkes Israel von überallher zusammengekommen waren: Pharisäer und Schriftgelehrte, die aus allen Orten in Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren. Und das Ganze fand in Galiläa statt, wohin Rabbiner nicht gerne gingen. Nun, was machen all diese Führer des Volkes Israel dort? Was hat sie dazu bewegt, aus ganz Israel zusammenzukommen? Das ist ihre REAKTION auf die Herausforderung, die sie durch die Heilung des Gelähmten bekommen hatten. Jesus muss sich jetzt der ERSTEN PHASE, der Phase der Beobachtung, unterziehen. Die Pharisäerstellen keine Fragen, sie beobachten nur.

Während sie gerade Jesu Lehre untersuchen, wird nun ein Gichtbrüchiger (Gelähmter) zu Jesus gebracht. Doch anstatt ihn zu heilen, sagt Jesus nur: „Dir sind deine Sünden vergeben.“ (Lk 5,20). Das löst dann einen Sturm der Empörung aus unter den jüdischen Führern. Bekanntlich kann ja nur einer Sünde vergeben, und das ist Gott. Wieso kann dann also Jesus behaupten, er habe die Vollmacht, Sünden zu vergeben? – Die Führer sind lediglich untereinander aufgebracht, denn sie dürfen jetzt noch keine Fragen stellen. Doch Jesus wendet sich ihnen zu und sagt: „Ich weiß, was ihr denkt:“ Und erstellt ihnen eine Frage: „Was ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sündenvergeben, oder dem Gichtbrüchigen zu sagen: Stehe auf und wandle?“ Leichter ist es zu sagen: Dir sind dein Sünden vergeben. Denn dafür benötigt man keine äußeren Beweise. Nichts, was man beobachten könnte. Ich könnte jetzt zu euch allen sagen: „Alle eure Sünden sind euch völlig vergeben“ ; und ihr könnt mir nicht nachweisen, ob ich recht habe oder nicht. Denn solch eine Art von Feststellung erfordert keine sichtbare Manifestation. Wenn aber jemand mit zwei gebrochenen Beinen zu mir kommt, und ich zu ihm sage: „Ich heile dich jetzt, damit du laufen und tanzen kannst“, so ist das eine schwierige Aussage, denn sie verlangt einen sofortigen Beweis. Denn dann musst du tatsächlich aufstehen und laufen können:

Jesus will hier sagen, dass er beweisen wird, dass er das Einfachere sagen kann: Deine Sünden sind dir vergeben, indem er das Schwierigere tut – indem er diesen Mann heilt. Er tut also nun das Schwierigere und heilt ihn. Dafür gibt es einen sofortigen Beweis, da der Mensch aufsteht und geht. Deshalb kann Jesus auch das Einfachere sagen: Deine Sünden sind dir vergeben. Und indem Jesus die Vollmacht, Sünden zu vergeben, für sich in Anspruch nimmt, sagt er damit, dass ER GOTT IST. Und gemäß des Alten Testamentes musste der Messias beides sein – Gott und Mensch.

Von diesem Zeitpunkt an muss sich Jesus der ZWEITEN PHASE unterziehen, der Phase der UNTERSUCHUNG. Von nun an stellen sie ihm Fragen, warum er dies oder jenes tue, oder warum er es nicht tue. Und dies solange, bis sie das Urteil fällen, dass er nicht der Messias sei. Liest man weiter in Lukas 5,dann sieht man, wie sich der Konflikt weiterentwickelt (Fastenfrage, Sabbatfrage etc.). Jesus bringt etwas völlig Neues, doch die Pharisäerentscheiden sich lieber für das Alte (Lk 5,36ff. )…

Wir sahen, dass der Konflikt mit den Pharisäern schon mit Johannes dem Täufer begann. Nun kommen wir zu Mt 11,2-19, wo Jesus den Grund angibt, warum die Pharisäer Johannes abgelehnt hatten. In den Versen 16-19 wird ein Unterschied sichtbar zwischen den angegebenen und wirklichen Gründen. Der wirkliche Grund, warum sie Johannes ablehnten war der, dass er nicht nach ihrer Weise handelte; d.h. dass er den pharisäischen Judaismus ablehnte. Und so nimmt er dieses Beispiel von den Kindern, die nicht tanzen oder spielen, so wie es ihnen vorgeschrieben wird. Das ist der wirkliche Grund, weshalb sie ihn ablehnten: Er war nicht bereit, nach ihrer Art und Weise zu handeln. Aber der angegebene Grund war, der, dass Johannes von Dämonen besessen war. Mit dieser Begründung lehnten sie ihn ab.

Schauen wir jetzt Mt 12 an, weil dies das wichtigste Kapitel im Leben Jesu ist, mit Ausnahme der Kapitel, die seinen Tod und seine Auferstehung behandeln. In diesem Kapitel finden wir einen WENDEPUNKT im öffentlichen Dienst Jesu. Vieles wird sich von nun an verändern. Wenn wir es nicht verstehen, was hier passiert, werden wir auch später nicht verstehen, warum gewisse Dinge sich gerade so zutragen und nicht anders. In V.22 treibt Jesus einen Dämon aus, der eine Person so in Besitz genommen hat, dass sie nicht sprechen konnte. InV.23 sehen wir, wie das Volk deshalb eine Frage stellt: „Ist dieser nicht der jüdische Messias? Ist er nicht der Sohn Davids?“ Nun, warum würden sie so reagieren, wenn Jesus hier einen stummen Dämon ausgetrieben hat? Jesus hat früher auch schon andere Dämonen ausgetrieben, aber sie haben nicht diese Frage gestellt. Warum nicht? Warum gerade jetzt?

Im Judaismus wurden Dämonenaustreibungen auch praktiziert. Die Pharisäer und ihre Jünger haben oft Dämonen ausgetrieben. Jesus sagt es auch in Vers 27,wenn er die Pharisäer fragt „Durch wen treiben eure Söhne die Dämonen aus?“.

Im Judaismus musste man, um Dämonen auszutreiben, ein spezielles Ritual befolgen. In diesem Ritual musste man zuerst eine Kommunikation mit dem Dämon herstellen. Wenn ein Dämon spricht, dann gebraucht er die Stimmbänder des Menschen, den er beherrscht. Nachdem der Kontakt hergestellt worden war, musste man auch den Namen des Dämons erfragen. Und nur nachdem man den Namen erfahren hatte, konnte man diesen benutzen und ihn damit zwingen auszufahren. Bei anderen Gelegenheiten benutzt Jesus diese jüdische Methode. Als Beispiel fragt Jesus in Mk 5,9 „Wie heißest du?“ Der Dämon antwortet: „Ich heiße LEGION, denn wir sind viele.“ Doch eine Art von Dämonen konnte der Judaismus nicht austreiben: die Art eines Dämons, die eine Person stumm machte, so dass er nicht sprechen konnte. Und wenn er nicht sprechen konnte, dann konnte man auch keine Kommunikation herstellen. Man konnte auch nicht den Namen des Dämons feststellen, und somit konnte man ihn nicht austreiben. Doch die Pharisäer lehrten: Wenn der Messias komme, dann würde er auch diese Art eines Dämons austreiben können. Das ist das zweite der messianischen Wunder. Und in V. 22 lesen wir, dass es diese Art eines Dämons ist, die der Herr Jesus austreibt. Und darum stellen die Leute die Frage: „Ist dieser nicht Davids Sohn?“ Schließlich vollbringt hier Jesus exakt die Wunder, die – so waren sie von Kindheit an gelehrt worden – nur der Messias tun konnte. Das jüdische Volk wollte diese Frage aufgreifen, aber sie wollen nicht selber eine Entscheidung darüber treffen. Lieber schauen sie zu ihren Führer, damit diese für sie eine Entscheidung träfen.

Auch heute, wenn wir Juden, die wir an Jesus glauben, unseren anderen jüdischen Freunde mitteilen, warum wir glauben, dass Jesus der Messias ist, haben sie immer den gleichen Einwand: Wenn Jesus wirklich der Messias ist, warum glauben dann unsere Führer nicht an ihn?

Die Pharisäer stehen jetzt vor einer Alternative. Sie müssen im Licht dieses messianischen Wunders und aufgrund der Frage des Volkes wählen. Entweder müssen sie erklären: Er ist der Messias, oder, wenn er es nicht ist, wie er solche Wunder tun konnte, die wie sie selbst gelehrt hatten – nur der Messias tun könnte.

In Vers 24 entscheiden sich die Pharisäer für die zweite Erklärungsmöglichkeit. Sie erklären, dass er nicht der Messias ist, und der Grund, warum er diese Wunder tun kann, ist der: Jesus ist durch den Obersten der Dämonen, Beelzebub, besessen. Das sind zwei hebräische Wörter und bedeuten: der Herr der Fliegen.

Das wird nun die Grundlage für die Ablehnung des messianischen Anspruches Jesu: Er ist nicht der Messias, weil er dämonisch besessen ist. In den Versen 25 – 28 trägt Jesus seine Verteidigung vor.

Erstens kann das nicht stimmen, weil es bedeuten würde, dass im Reich Satans eine Trennung ist („uneins“). Zweitens wurde anerkannt, dass die Gabe des Exorzismus eine Gabe des Heiligen Geistes war. Drittens bewies dieses Wunder laut ihrer eigenen Theologie, dass er der Messias ist. Viertens zeigt es, dass Christus stärker ist als Satan und nicht sein Gefangener.

In den Versen 29 – 37 spricht er dann eine Verurteilung dieser Generation Israel seiner Tage aus. DIESE Generation hat sich nun der unvergebbaren Sünde schuldig gemacht. Und diese Sünde ist die Ablehnung des unter ihnen gegenwärtigen Messias mit der Begründung, dass er von Dämonen besessen sei. Dies ist keine individuelle, sondern nationale Sünde, die von der Generation zur Zeit Jesu begangen wurde. Und diese kann man nicht auf andere jüdische Generationen anwenden, Es ist keine Sünde, die ein Einzelner begehen könnte, auch kann sie heute nicht begangen werden.

J e n e Generation unterliegt jetzt dem Gericht. Und weil diese Sünde unvergebbar ist, kann auch das Gericht nicht abgewendet werden. Dieses Gericht kam 40 Jahre später, im Jahre 70 nach Christus, mit der Vernichtung Jerusalems und des Tempels und der weltweiten Zerstreuung des jüdischen Volkes.

Wir werden sehen, dass von diesem Zeitpunkt an immer wieder zwei wichtige Wörter auftauchen werden: DIESE GENERATION, weil diese Generation sich einer einzigartigen Sünde schuldig gemacht hat.

In Vers 38 sehen wir, dass die Pharisäer noch ein anderes Zeichen fordern. Als ob Jesus bis jetzt noch nichts getan hätte, um seine Messianität zu beweisen. Er hatte viele Wunder getan, sogar die Wunder, die sie messianische Wunder genannt hatten. Trotz alledem haben sie seinen Messiasanspruch abgelehnt. Darum sagt Jesus, dass es für diese Generation keine weiteren Zeichen mehr geben würde, außer einem: das Zeichen Jona, welches ist das Zeichen der Auferstehung.

Bisher war der Zweck der Wunder Jesu: Zeichen für die Nation zu sein damit die Nation (Israel) zu einer Entscheidung käme. Jetzt ist diese Entscheidung gefallen: Er ist nicht der Messias, weil er dämonisch besessen ist. Darum erhält die Nation kein Zeichen mehr mit Ausnahme dieses einen: das Zeichen Jona, das ein Zeichen der Auferstehung ist. Nachdem Jesus sein neues Vorgehen, betreffend der Zeichen, verkündigt hatte, spricht er weiter Gerichtworte aus. Er erwähnt das Beispiel zweier heidnischer Gruppen: die Leute von Ninive und die Königin von Saba (Verse 41 + 42). Diese Heiden werden im Jüngsten Gericht bestehen können und diese besondere jüdische Generation verdammen, weil sie die unvergebbare Sünde begangen hat. Und wiederum liegt die Betonung auf DIESE GENERATION. Und das, weil diese Heiden nicht so viel Licht (Erkenntnis) hatten, um verantwortlich zu sein, aber sie antworteten (auf den Ruf zur Buße). Doch diese Generation hatte das ganze Alte Testament, auch den Dienst Johannes des Täufers, der das baldige Kommen des Königs angekündigt hatte, und sogar den Dienst Jesu selbst. Doch trotz all dieses besonderen Lichtes (Erkenntnis), haben sie Jesus abgelehnt. Und daher haben sie eine sehr einzigartige Schuld auf sich geladen.

Die Gerichtsworte werden mit dem Bericht über einen Dämon zum Abschluss gebracht. Ein Dämon verlässt einen Menschen, um eine bessere Behausung zu finden, in der er wohnen kann. Er sucht einige Zeit, aber er findet nichts frei. So kehrt er zurück zu jener Person, in der er zuvor gewesen war. Und die findet er immer noch leer vor. Darum geht er wieder hinein in diesen Menschen, aber er will nicht allein bleiben. Er lädt sieben seiner Freunde ein, mit ihm die Wohnung zu teilen. Und der letztere Zustand ist schlimmer als der erstere. Denn am Anfang war er nur von einem Dämon besessen, doch nun hat er acht Dämonen in sich. Der Schlüssel zu dieser Geschichte ist der letzte Satz von Vers 45: „So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen.“ Wieder liegt die Betonung auf DIESEM GESCHLECHT (dieser Generation).

Als diese Generation begann, stand sie unter römischer Herrschaft. Die Nation war nichtsdestoweniger intakt. Jerusalem stand noch, und der Tempeldienst funktionierte. Doch 40 Jahre später sollte Jerusalem und der Tempel vernichtet werden und die Juden zerstreut werden. Also war der letztere Zustand dieser Generation schlimmer als der erstere. Von diesem Zeitpunkt an ändert sich das Wesen des Dienstes Jesu total. Es ändert sich in vier Bereichen:

Erstens im Bereich der ZEICHEN. Diese sind jetzt nicht mehr dafür da, dass die Nation eine Entscheidung treffen kann, sondern vielmehr für die Schulung der zwölf Jünger, für die neue Aufgabe, die sie jetzt zu vollbringen hatten, wegen dieser Zurückweisung Jesu.

Zweitens im Bereich der WUNDER. Es sind nicht mehr Wunder für die Volksmassen, sondern vielmehr Antwort auf die Nöte einzelner: Und diesen Einzelnen wurde verboten, jemandem davon etwas weiterzusagen. Bisher wurde einer Person, die geheilt worden war, aufgetragen, sie solle all das, was Gott an ihr getan habe, hinaus rufen. Doch ab jetzt wurde ihnen befohlen, darüber zu schweigen.

Drittens im Bereich der BOTSCHAFT. Bisher hatte Jesus überall proklamiert, dass er der Messias sei. Zwei Kapitel zuvor, in Mt 10, sandte Jesus seine Jünger aus, um zu proklamieren, dass er der Messias sei. Doch nun wurden seine Jünger angewiesen, sie sollten niemandem sagen, dass er der Messias sei.

Viertens im Bereich der WEITERGABE SEINER LEHRE. Bisher lehrte Jesus das Volk so klar, dass sie es verstehen konnten. Als Beispiel sei auf Mt 5 – 7 verwiesen. Am Ende seiner langen (Berg-)Predigt wird berichtet, dass das Volkklar verstanden hat, was er gesagt hat, und worin er sich von den Pharisäern und Schriftgelehrten unterschieden hat. Doch nun – mit dem Beginn des nächsten Kapitels (Mt 13)- lehrt Jesus das Volk nicht mehr klar (und deutlich), sondern in Gleichnissen. In Mt 13,10 fragen die Jünger: „Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?“ Und Jesus antwortet: Der erste Grund ist, um die Wahrheit den Jüngern klarzumachen. Aber dem Volk soll die Wahrheit verborgen bleiben. Später, in den Versen 34 + 35, wird berichtet, dass Jesus zum Volk nur noch in Gleichnissen gesprochen hat. Doch wenn er mit seinen Jüngern allein war, hat er ihnen alles erklärt. Die unvergebbare Sünde ist nun bereits begangen worden. Und weil sie nicht vergeben werden kann, werden sie auch kein weiteres Licht bekommen.

Von diesem Zeitpunkt an ändert sich der Dienst Jesu in allen diesen vier Bereichen. Wir sehen, dass er jetzt auch außerhalb des Landes reist. Er will auch nicht, dass die Juden wissen, dass er gegenwärtig ist. Denn jetzt ist ja sein Ziel, seine zwölf Jünger zu schulen. Und wenn er zu dem Volk spricht, dann immer in einer Sprache (Gleichnisse etc., die es nicht verstehen kann. Denn das ist von jetzt an seine Methode… Vgl. Mt 16,20:

Nun kommen wir zu Joh 9. In den Versen 1 + 2 wird berichtet, dass Jesus mit seinen Jüngern an einem Mann vorbeiging , der von Geburt an blind war. Die Jünger stellen eine seltsame Frage: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, so dass er blind geboren ist?“

Diese eigenartige Frage besteht darin: Man könnte vielleicht verstehen, warum dieser Mann blind geboren wurde – nämlich wegen der Sünde seiner Eltern. Das Gesetz sagt ja, dass Gott die Sünden der Eltern an den Kindern heimsuchen wird (2Mo 20,5). Dieser Teil der Frage ist daher nicht seltsam. Aber sie haben auch gefragt: „Hat dieser Mensch gesündigt, so dass er blindgeboren wurde?“ Wie hätte dieser Mensch sündigen können, bevor er geboren wurde und ist dadurch eben blind geboren worden?

Die Frage zeigt etwas darüber auf, wie die Jünger in einer judaistischen Schule gelehrt worden waren. Im pharisäischen Judentum hat der Phötus im Mutterleib eine gute und eine schlechte Seite. Und es könnte sein, dass seineböse Seite im Mutterleib die gute Seite überwand, und so wurde er seiner Mutter böse und trat sie. dass man seine Mutter im Mutterleib trat, war eine Sünde. Daher ist er blind geboren worden. Im pharisäischen Judaismus war jeder „Defekt“ durch eine spezielle Sünde verursacht worden, entweder durch die Sünde der Eltern, oder dieses Kindes im Mutterleibe.

Zuerst verneint Jesus die Wahrheit dieser Lehre. Weder er noch seine Elternhaben sich einer speziellen Sünde schuldig gemacht, so dass er dadurch blindgeboren wäre. „Sondern an ihm sollen die Werke Gottes offenbar werden.“ In den Versen 1-11 sehen wir, wie er den Blindgeborenen heilt. In den folgenden Versen sehen wir, wie die Pharisäer dadurch wieder aufgebracht werden. Warum schuf diese Heilung solch eine Reaktion?

Weil es das dritte der drei messianischen Wunder ist. Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Heilung eines Menschen, der blind wurde, und der eines Blindgeborenen. Und weil dies ein messianisches Wunder ist, reagieren die Pharisäer. Zuerst fragen sie den Geheilten und mögen seine Folgerungen nicht. „Ja, vielleicht war er gar nicht blind geboren worden.“ Dann rufen sie seine Eltern, und diese bestätigen: „Ja, er ist blind geboren worden.“ Jetzt versuchen sie, das Ganze unwirksam zu machen und fangen an, den Mann noch einmal zu befragen. In Vers 24 sagen sie etwas Seltsames: „Gib Gott die Ehre: Wir wissen, dass dieser Mensch (Jesus) ein Sünder ist.“ Doch normalerweise ehrt man Gott nicht dadurch, dass ein anderer sündigt. wer geht schon umher und sagt: „Preis den Herrn, er ist ein Sünder.“ Aber hier denken sie nicht mehr logisch. Der Geheilte stellt nun ihnen eine Frage. „Was er ist, das weiß ich nicht. Aber erklärt mir das: Ich bin blind geboren, doch nun kann ich sehen. Ihr habt mich gelehrt, dass dies ein Wunder ist das nur der Messias tun könnte.“ Da fragen sie ihn: „Erzähl uns noch einmal die ganze Geschichte, wie hat er es gemacht?“ Doch nun sagt der Geheilte etwas, was vielleicht nicht so ganz klug war. In Vers 27 fragt er sie: „Warum wollt ihr die ganze Geschichte noch einmal hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?“ Es war kein Geringes, das den Pharisäern zu sagen. Nun fangen sie an, ihn zu verspotten. „Vielleicht bist du einer seiner Jünger, wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen woher Moses ist, woher aber dieser kommt, wissen wir nicht.“ Und da antwortet der Mann in Vers 30: „Das ist doch seltsam, dass ihr nicht wisst, woher er kommt, und dabei hat er mich sehend gemacht.“ Und in V. 32 „Vom Anfang der Welt an hat man noch nie gehört, dass jemand einen Blindgeborenen sehen gemacht hat.“ Er erinnert sie an ihre eigene Theologie: Derjenige, der einen Blindgeborenen heilen kann, ist der Messias.

Die Reaktion auf das dritte messianische Wunder ist die Exkommunikation (der Ausschluss) des Geheilten aus der Synagoge.

So erkennen wir den GRUNDTREND: Die Reaktion auf das erste messianische Wunder, der Heilung eines Lepra-Kranken, war der Beginn der Untersuchungen des Hohen Rates (Synedriums). Die Reaktion auf das zweite messianische Wunder, das Austreiben eines stummen Dämons, war die Ablehnung der Messianität mit der Begründung, Jesus sei besessen. Die Reaktion auf das dritte messianische Wunder, der Heilung eines Blindgeborenen war der Ausschluss aus der Synagoge.

Jetzt schauen wir uns Lk 16,19-31 an. Während des Dienstes Jesu nach seiner Verwerfung kommen die Pharisäer in regelmäßigen , Abständen zu Jesus, um einweiteres Zeichen zu fordern. Aber die Antwort bleibt immer dieselbe: Für das Volk wird es keine Zeichen mehr geben, außer einem, dem Zeichen des Jona, das ein Zeichen der Auferstehung ist. Für Israel werden drei verschiedene Zeichen kommen: Zuerst das Zeichen der Auferstehung des Lazarus; zweitens die Auferstehung Jesu und drittens die Auferstehung der zwei Zeugen in den letzten Tagen. Bevor nun Jesus dieses erste Zeichen des Jona gibt, erzählter die Geschichte über den reichen Mann und den armen Lazarus.

Im pharisäischen Judaismus heißt es: Wen der Herr liebt, den macht er reich. Also war Reichtum ein Zeichen der göttlichen Gunst. Laut pharisäischer Theologie war der Reiche im Himmel und der Arme in der Hölle. Doch das Gegenteil passiert nun: Beide sterben, einer kommt in die Hölle (Hades), der Reiche, und der Arme kommt in Abrahams Schoß. Das ist noch nicht der Himmel, sondern ein vorübergehender Ort, bis Jesus für die Heiligen gestorben sein wird. An diesem Ort, (hebräisch: Scheol; griechisch: Hades) gab es zwei Abteilungen: die schlechte und die gute Seite. Sie konnten sich sehen und miteinander sprechen, aber sie konnten sich nicht gegenseitig besuchen. Einer ist in Qual und der andere wird getröstet. Der Reiche bittet um einige Tropfen Wasser, damit es ihm kühler wird. Und Abraham erinnert ihn, dass der Arme unmöglich auf die andere Seite hinüber kann. Nun beschäftigt sich der Reiche mit seinen noch lebenden Brüdern. Er bittet Abraham, dass der Arme wieder zum Leben erweckt würde. Er soll jene Brüder warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kämen. Abraham sagt jedoch: „Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.“ Doch der Reiche antwortet: „Sie werden Mose und den Propheten nicht glauben, aber sie werden glauben, wenn einer von den Toten aufersteht.“ Da sagt Abraham: „Wenn sie Mose und den Propheten nicht glauben, dann werden sie auch nicht glauben, wenn einer von den Toten aufersteht.“ Wenn man der Heiligen Schrift nicht glaubt, dann sind auch Wunder nutzlos.

Es ist kein Zufall, dass der Name des Lahmen LAZARUS ist. Es ist nicht der gleiche Lazarus, der auferweckt wurde. Doch es ist derselbe Name. Und durch diese Assoziation warnt Jesus schon, dass, wenn das Zeichen des Jona, also der Auferstehung gegeben werden wird, es abgelehnt werden wird.

Und an dieser Stelle kommen wir zu Joh 11. Hier werden uns 44 Verse gegeben, die uns in einer detaillierten Weise die Auferweckung des Lazarusbeschreiben. Lazarus ist nicht die erste Person, die Jesus von den Toten auferweckte, doch die anderen Auferweckungsberichte wurden mit drei oder vier Versen erzählt. Und sie wurden auch nur von einigen wenigen miterlebt. Und die sollten auch den anderen nichts davon sagen. Im Falle des Lazarus gibt es sehr viele Verse. Warum hat dies eine Bedeutung? Weil dies das Zeichen ist, das Jesus dem Volk versprochen hatte. Und wenn dieses Zeichen gegeben wird, dann müssen sie darauf reagieren. Und wenn wir die verstehen, dann verstehen wir, warum die Dinge so geschehen, wie sie geschehen.

In den ersten fünf Versen bringt man Jesus die Nachricht: Lazarus ist krank. Der Grund für diese Nachricht ist der, dass Jesus zu Lazarus kommen sollte, bevor er stürbe. Als Jesus hört, dass Lazarus krank ist, unternimmt er jedoch nichts. In Vers 6 wird uns berichtet, dass Jesus wegen der Erkrankung seines Freundes gerade am gleichen Ort blieb. Es ist notwendig, dass Lazarus stirbt. Nach seinem Tod macht sich Jesus auf den Weg. Als er dann am Ziel ankommt, ist Lazarus schon vier Tage tot. Die Erwähnung der „vier Tage“ ist von Bedeutung, denn laut jüdischer Tradition bewegt sich der Geist des Toten drei Tage lang über seinen Leib. Und während dieser drei Tage gibt es noch eine Möglichkeit der Wiederbelebung. Doch am vierten Tag geht der Geist nach unten. Zu diesem Zeitpunkt besteht keine Wiederbelebungsmöglichkeit mehr. Also auch laut jüdischer Tradition kann das, was nun geschieht, nicht als Wiederbelebung abgetan werden.

In Vers 42 erzählt uns Jesus genau, für wen das Wunder geschehen ist. Es ist um des Volkes willen geschehen. Und wenn dieses Zeichen gegeben wird, dann müssen sie darauf reagieren. Als nun Lazarus auferweckt wurde, und das erste Zeichen des Jona gegeben wurde, da kommen auch viele Juden zum Glauben. Doch ihre zweite Reaktion besteht darin, dass sie zu den Pharisäern rannten, um das zu berichten. Weil diese sehr wohl wissen, dass das das Zeichen ist, das Jesus ihnen versprochen hat, müssen sie auch reagieren.

Und jetzt trifft sich der Hohe Rat in den Versen 47 – 53. Ihr jetziger Beschluss geht über den von Mt 12 weit hinaus. Dort lehnten sie lediglich seinen messianischen Anspruch ab. In Joh 11 jedoch beschließen sie, die Todesstrafe über Jesus zu verhängen. Und der Hauptverantwortliche (Führer) für diese Entscheidung des Hohen Rates ist der Hohepriester.

Das nächste, was nun passiert, steht in Lk 17,11-19. Nun heilt Jesus zehn Aussätzige und schickt sie zum Hohenpriester. Hier können wir so etwas wie göttlichen Humor feststellen. Zuvor heilte Jesus nur einen Aussätzigen. Danach begann der Hohe Rat mit seinen Untersuchungen. Das war nämlich ein messianisches Wunder. Und nun werden gerade zu dem, der den Hohen Rat dazu gebracht hat, dass sie Jesus umbringen wollen, zehn Aussätzige geschickt. Zehn mal mehr als früher! Dieses Wunder muss er nun auch untersuchen. Zehnmal mehr muss er nun die Heilung von Aussätzigen bestätigen. Zehn mal mehr muss er anerkennen, dass Jesus dieses Wunder vollbracht hat. Zehn mal mehr bekommt er das Zeugnis, dass Jesus der Messias ist, obgleich Jesus vom Hohenpriester (Hohen Rat) verworfen wurde.

Zum Schluss betrachten wir noch Mt 23. Das ganze Kapitel stellt eine Warnung vor den Führern Israels dar. Sieben Wehe-Rufe werden über die Pharisäer ausgesprochen. Wir sehen darin folgende Entsprechungen: Das erste und das letzte Wehe behandeln die gleiche Sünde. Im ersten Wehe in Vers 13 werden die Pharisäer wegen zwei Dingen verurteilt: Erstens lehnen sie seine Messianität ab und zweitens führen sie auch das ganze Volk dazu, Jesu Messianität abzulehnen.

Dann kommen die 2., 3., 4., 5. + 6. Wehe-Rufe, die alle spezifisch -pharisäische, heuchlerische Sünden behandeln. In Vers 29 kommt Jesus dann zum 7. Wehe-Ruf. Dort sagt er als Quintessenz: Für alles, was bisher geschehen ist, sind sie verantwortlich, einschließlich des gesamten Alten Testaments. In Vers 35 nennt Jesus dann die Namen zweier Personen. Warum gerade diese zwei? Die jüdische Reihenfolge des Alten Testaments unterscheidet sich von der unsrigen. Jesus gebraucht natürlich die jüdische, nicht die moderne christliche Reihenfolge. Das erste Buch in der hebräischen Bibel ist dasselbe: 1. Mose, doch das letzte Buch ist nicht Maleachi, sondern 2. Chronik. ABEL kommt im ersten Buch Mose vor, und Zacharias im letzten Buch, der 2. Chronik. Jesus sagt also mit anderen Worten: Ihr seid verantwortlich für den ganzen Umfang der Schrift, von 1. Mose bis 2.Chronik, oder wie wir heute sagen würden: von 1. Mose bis zur Offenbarung.

Merken wir, wer sich laut Vers 36 schuldig gemacht hat? „Wahrlich ich sage euch, dass solches alles wird über diese Generation kommen.“ DIESE GENERATION wird verantwortlich gemacht werden für alles vergossene Blut der alttestamentlichen Heiligen. Und diese Generation hat sich auch dieser einzigartigen, unvergebbaren Sünde schuldig gemacht.

In den Versen 37- 39 beendet Jesus seinen öffentlichen Dienst mit einer Klage. In Vers 37 fasst er seinen Dienst für Israel folgendermaßen zusammen: Wie oft wollte er Jerusalem den durch die Propheten verheißenen Schutzgeben, doch sie wollten es nicht. Und darum wird laut Vers 38 ihr Haus, der Tempel, nun zerstört werden. Und dann sagt Jesus in Vers 39 noch etwas Wichtiges: Sie werden ihn von jetzt an nicht mehr sehen, bis sie sprechen: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“

Diese letzten Worte stellen ein Zitat aus einem messianischen Psalm dar: Ps118,26. Das wussten die Rabbiner und lehrten deshalb, dass wenn der Messiaskommen würde, man ihn mit diesen Worten begrüßen müsste: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.“ Der entscheidende Punkt hier ist der: So, wie einst die jüdischen Führer das Volk dahin geführt haben, Jesus zu verwerfen, genauso müssen die Führer eines Tages das Volk zur Annahme Jesu führen. Es wird keine Wiederkunft Jesu geben, bis die Juden ihn bitten werden, wiederzukommen. Einige kennen sicherlich den Unterschied zwischen der ENTRÜCKUNG und dem 2. KOMMEN JESU (Wiederkunft). Es gibt keine Vorbedingungen für die Entrückung, die jederzeit stattfinden kann. Doch die WIEDERKUNFT Jesu, wenn er kommen wird, um sein tausendjähriges Reich aufzurichten, kann erst dann stattfinden, wenn das jüdische Volk ihn als ihren Messias erwarten wird. Und so ist die nationale Erlösung Israels eine Voraussetzung für das 2. Kommen Jesu.

Evangeliums-Zentrum e.V., Jänner 2003

Arnold Fruchtenbaum versteht sich als christlicher messianischer Jude, nicht etwa als katholischer Christ. Daher auch seine von einer echt-katholischen Exegese vor allem bezüglich der KIRCHE CHRISTI divergierenden Ansichten, die wir natürlich nicht teilen. Aber diese seine Auslegung ist desungeachtet Gold wert!

Siehe ferner:

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Papst Benedikt XVI.: Juden und Christen sind Zeugen der Liebe, Barmherzigkeit und Wahrheit Gottes

Posted by deislam - 22. November 2008

Aus ZENIT.org: ZG08112108 – 21.11.2008
Permalink: http://www.zenit.org/article-16472?l=german

„Das ist ein lebenswichtiger Dienst in unserer heutigen Zeit“

ROM, 21. November 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die offizielle Übersetzung der Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am 30. Oktober beim Empfang einer Delegation des Internationalen Jüdischen Komitees für Interreligiöse Beziehungen im Vatikan gehalten hat.

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Liebe Freunde!

Ich freue mich, diese Delegation des Internationalen Jüdischen Komitees für Interreligiöse Beziehungen willkommen zu heißen. Seit über 30 Jahren unterhalten Ihr Komitee und der Heilige Stuhl regelmäßige und fruchtbare Kontakte, die zu größerem Verständnis und größerer Bereitschaft zur gegenseitigen Annahme zwischen Katholiken und Juden geführt haben. Es freut mich, diese Gelegenheit wahrzunehmen, um noch einmal die Verpflichtung der Kirche zur Erfüllung der Prinzipien zu bekräftigen, die in der historischen Erklärung Nostra aetate des Zweiten Vatikanischen Konzils festgelegt worden sind. Diese Erklärung, die alle Formen von Antisemitismus entschieden verurteilte, stellte einen bedeutsamen Meilenstein in der langen Geschichte der katholisch-jüdischen Beziehungen und eine Aufforderung zu einem erneuerten theologischen Verständnis der Beziehungen zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk dar.

Die Christen sind sich heute zunehmend des geistlichen Erbes bewußt, das sie mit dem Volk der Thora teilen, dem von Gott in seiner unaussprechlichen Barmherzigkeit erwählten Volk, ein Erbe, das zu größerer gegenseitiger Wertschätzung, Achtung und Liebe aufruft (vgl. Nostra aetate, 4). Auch die Juden sind dazu aufgerufen zu entdecken, was sie mit all denen gemeinsam haben, die an den Herrn glauben, an den Gott Israels, der sich zuerst durch sein machtvolles und lebenspendendes Wort offenbart hat. Gottes Wort ist, wie uns der Psalmist erinnert, unserem Fuß eine Leuchte, ein Licht für unsere Pfade; es belebt uns und schenkt uns neues Leben (vgl. Ps 119,105). Jenes Wort spornt uns dazu an, gemeinsam Zeugnis für die Liebe, die Barmherzigkeit und die Wahrheit Gottes abzulegen. Das ist ein lebenswichtiger Dienst in unserer heutigen Zeit, die vom Verlust jener geistlichen und moralischen Werte bedroht ist, welche die Menschenwürde, die Solidarität, die Gerechtigkeit und den Frieden gewährleisten.

In unserer unruhigen Zeit, die so häufig von Armut, Gewalt und Ausbeutung gekennzeichnet ist, muß der Dialog zwischen den Kulturen und Religionen zunehmend als eine heilige Pflicht gesehen werden, die allen auferlegt ist, die sich für den Aufbau einer menschenwürdigen Welt einsetzen. Die Fähigkeit, einander zu akzeptieren und zu achten und die Wahrheit in Liebe auszusprechen, ist wesentlich, um Unterschiede zu überwinden, Mißverständnissen vorzubeugen und unnötige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Wie Sie selbst im Laufe der Jahre bei den Treffen des »International Liaison Committee« erfahren haben, ist ein Dialog nur dann ernsthaft und ehrlich, wenn er die Unterschiede akzeptiert und die anderen gerade in ihrer Andersheit anerkennt. Ein aufrichtiger Dialog erfordert auf beiden Seiten sowohl Offenheit als auch ein festes Bewußtsein der eigenen Identität, damit jeder durch die Geschenke des anderen bereichert werden kann.

In den letzten Monaten konnte ich zu meiner Freude mit jüdischen Gemeinden in New York, Paris und hier im Vatikan zusammentreffen. Ich danke dem Herrn für diese Begegnungen und für den Fortschritt in den katholisch-jüdischen Beziehungen, die sie widerspiegeln. In diesem Geist ermutige ich Sie, in Ihrer wichtigen Arbeit mit Geduld und immer wieder neuem Engagement fortzufahren. Ich spreche Ihnen meine vom Gebet begleiteten guten Wünsche für das Treffen mit einer Delegation der Kommission des Heiligen Stuhls für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum aus, das Ihr Komitee für den nächsten Monat in Budapest vorbereitet, um über das Thema »Religion und Zivilgesellschaft heute« zu diskutieren.

Mit diesen Gedanken, liebe Freunde, bitte ich den Allmächtigen, Sie und Ihre Familien weiterhin zu beschützen und Ihre Schritte auf dem Weg des Friedens zu lenken.

Unser Kommentar:
Nehmen wir zum x-ten Mal zur Kenntnis, dass der Papst, der Stellvertreter Christi, der erste, oberste, wichtigste, entscheidenste Hirte der christlichen Herde, (auch) die Juden, also Nicht-Christen, ja Gegen-Christen, seine „Freunde“ nennt, dass er will, dass wir (katholischen) Christen diese seine Freunde auch als unsere Freunde „annehmen“ („akzeptieren“), achten und wertschätzen, dass wir „Unterschiede überwinden“, „unnötige Auseinandersetzungen vermeiden“ und „Missverständnissen vorbeugen“, dass wir jede Form von „Antisemitimus“, das heißt auch jede Form von „Antijudentum“ oder „Antijudaismus“, das heißt auch jede Form von (christlichem) Anti-Antichristentum als von ihm (und damit von der Kirche) „verurteilt“ zu unterlassen haben, dass wir gläubigen Christen gefälligst der „Aufforderung“ zu einem „erneuerten“ (lies: zu einem neuen, mit dem 2000-jährigen Verständnis nicht mehr übereinstimmenden) theologischen Verständnis der Beziehungen zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk nachzukommen haben. Denn „das Volk der Thora“, „das von Gott erwählte Volk“, zu dem er auch seine Freunde, die heute lebenden und bekennenden religiösen Juden, zählt, teile „ein geistliches Erbe“ mit den Christen: das „zuerst offenbarte“ „machtvolle und lebenspendende Wort Gottes“ des Herrn, des Gottes Israels.
Nun hat aber die katholische Kirche ein ganz anderes Verhältnis zu den Schriften des „Alten Testamentes“ (dem „zuerst offenbarten Wort Gottes“). Der größte und gewichtigste und alles beeinflussende und entscheidende Unterschied besteht (aber) in deren/dessen Auslegung. Vor allem sehen und erkennen die Christen in diesen heiligen Texten nicht nur die Ankündigung des Messias (vgl. jüdische Messiashoffnung), sondern klar und deutlich die bis ins Details gehenden prophetischen Hinweise auf JESUS CHRISTUS, das WORT GOTTES IN GÖTTLICHER PERSON, den LOGOS, Seine Geburt, Sein Leben, Sein Wirken, Sein Sterben, die Grundlegung und der Aufbau Seiner Kirche, des Reiches Gottes auf Erden, des „neuen Israel“, des Neuen und Ewigen Bundes mit Seinem Volk, den CHRISTEN. Und dieses komplett andere Verständnis des Wortes Gottes (im jüdischen Tanach und im christlichen Alten Testament) verunmöglicht und verbietet es uns Christen, das (gemeinsame) „Wort-Erbe“ mit den Juden (geistlich) zu teilen. Mit ihrem das Wesentliche leugnenden und verwerfenden Glauben können sie uns kein „Geschenk“ machen. Aus ihrem Unglauben können wir für uns keine Bereicherung schöpfen. Sie ihrerseits allerdings könnten aus unserem katholischen Glauben lernen. Die CHRISTLICHE Interpretation ihrer heiligen Schriften wäre dann für sie tatsächlich „ein Licht für ihre Pfade“ und „ihrem Fuß eine Leuchte“ und würde ihnen neues Leben, das Leben, das ewige Leben IN JESUS CHRISTUS schenken (vlg. Ps. 119,105). Und nur dann, wenn die bis jetzt anti-christlichen Juden sich zu CHRISTUS, dem HERRN und GOTT des NEUEN ISRAELS bekehren, können sie mit uns „gemeinsam Zeugnis für die Liebe, die Barmherzigkeit und die Wahrheit Gottes ablegen“ und sich „für den Aufbau einer menschenwürdigen Welt einsetzen“. Nun aber widersetzen sie sich vehement einer Bekehrung, verurteilen sie entschieden und beharrlich ihre Missionierung durch uns Christen. Daran wird auch ein noch so freundschaftlicher, „entgegenkommender“, sie „in ihrer Andersheit anerkennender“ Dialog mit ihnen nichts ändern. Die Christenheit aber wird durch eine solche Aufwertung, durch diese „Schönfärbung“, diese Anerkennung des Judaismus, durch diese Reinterpretation des Alten (neue Lesart: „Ersten“) Bundes fahrlässig geschwächt.

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Radio Vatikan: Homolka bleibt bei Kritik an Fürbitte

Posted by deislam - 19. Mai 2008

19/05/2008 12.53.52

Der liberale Rabbiner Walter Homolka hat Papst Benedikt XVI. für das Festhalten am kirchlichen Missionsanspruch kritisiert. Das Judentum lehne Mission ab, sagte Homolka am Sonntagabend in Berlin dem ZDF. Es sei stillos, noch heute Mission anzustreben. Die Sendung wurde im Vorfeld des Katholikentags in Osnabrück aufgezeichnet, der am Mittwoch eröffnet wird. Mit Blick auf die neu formulierte lateinische Karfreitagsfürbitte für die Juden im tridentinischen Messritus sagte er: „Wir möchten weder bebetet noch missioniert werden.“ Homolka hatte seine Teilnahme am Katholikentag aus Protest gegen die Karfreitagsfürbitte abgesagt. Am Rande der Sendung begrüßte der Rektor des Potsdamer Abraham-Geiger-Kollegs zur Ausbildung von Rabbinern die jüngsten Äußerungen von Kurienkardinal Walter Kasper zur Karfreitagsfürbitte. Kasper schloss in einem Interview der in Ulm erscheinenden “Südwest-Presse“ (Montag) eine Korrektur nicht aus. „Es kann schon nochmals daran gearbeitet werden“, so der für den Dialog mit dem Judentum zuständige Kurienkardinal zur Katholischen Nachrichten-Agentur.
(kna19.05.2008 gs)

Siehe dazu unser Artikel:Rabbiner Walter Homolka spricht Klartext

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Rabbiner Walter Homolka spricht Klartext

Posted by deislam - 29. März 2008

Siehe unseren Beitrag „Protest von Rabbinern: die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff“

Halten wir Folgendes aus den Antworten des Rabbiners Walter Homolka vom 20. März 2008 an den Interviewer Alexander Schwabe fest:

  • Es ist höhnisch für die Juden und völlig unangemessen nach der Schuld, die die katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judemtum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat (und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden), wenn ausgerechnet im Umfeld von Karfreitag (einem Umfeld, das eng verbunden ist mit Diskriminierung, Verfolgung und Tod) die katholische Kirche wieder für die Erleuchtung der Juden bittet, damit wir Jesus als Heiland erkennen.
  • Bendedikt XVI. gibt zu erkennen, dass er glaubt, auch für die Juden führe der Weg zum Heil nur über Jesus, den Heiland. Das öffnet der Judenmission Tür und Tor. Schon jetzt ist das Internet voll mit Kommentaren rechtskonservativer Katholiken, die sagen: „Wunderbar, jetzt haben wir endlich das Signal, Juden zu missionieren„. So ein Zeichen wirkt auf antisemitische Kreise äußerst stimulierend.
  • Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff. Benedikt XVI nimmt sie in Kauf.
  • Die neue Fassung (der Fürbitte für die Juden) trifft an dieser zentralen liturgischen Stelle, der Karfreitagsliturgie, eine kathedertheologische Aussage, die von Juden unweigerlich als Angriff und Stillosigkeit empfunden werden muss. In der Geschichte ist Juden am Karfreitag immer wieder Verfolgung und Tod widerfahren. Christen münzten die Karfreitagsbotschaft oft um in die Frage: „Wo sind die Christusmörder?“
  • 2006 hat der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Henry Brandt, gegenüber Kardinal Kasper klare Worte gefunden: Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene. Das ist hart, aber ehrlich gesagt. Die katholische Kirche sollte sich zur Treue Gottes bekennen, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält.
  • Die umstrittene Karfreitagsfürbitte lässt die besondere Stellung des Judentums als Gottes Volk völlig außer Acht. Gott hat uns Juden zum „Licht unter den Völkern“ berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche nötig. Da vergreift sich die jüngere Schwester schwer im Ton.
  • Jesus hat seine Position im Rahmen eines innerjüdischen Dialoges vorgetragen. Was die Kirche daraus gemacht hat, war etwas ganz anderes. Sie hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen und behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für meinen persönlichen Gnadenstand relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen.
  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regensburger Rede(passagen) Ausrutscher waren. Hier steht ein Kapitän auf der Brücke seines Supertankers. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde ein neuer Kurs gesetzt. Nun will er umsteuern und in kurzer Zeit neue Akzente setzen. Da braucht es schon die eine oder andere Sprengbombe, um das Schiff ins neue Fahrwasser zu bringen. Die Kirche des Zweiten Vatikanums ist dem Papst zu arm an Bindekraft geworden und die Universitätstheologie zu mager. Deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche.
  • In Auschwitz vertrat (der Papst) eine Auffassung, als ob neuheidnische Kräfte über das deutsche Volk gekommen wären und es verführt hätten. Rabbiner Leo Baeck hat nach dem Holocaust ein ganz anderes Fazit gezogen: Was ist eine Kirche wert, die im Dritten Reich Gottes grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen konnte? Das lässt den an den Tag gelegten Absolutheitsanspruch des Christentums recht frech erscheinen.
  • Bei der Heiligsprechnung Edith Steins, die als Jüdin zu Tode kam und dann von christlicher Seite als Märtyrerin erhöht wurde, ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird. Und jetzt der Affront mit der Karfreitagsliturgie. Ich akzeptiere es, wenn jemand individuell einen Glaubenswechsel vornimmt – das gilt nach beiden Seiten. Der christlich-jüdische Dialog wird damit fertig. Aber eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung.
  • Die Nerven liegen auf jüdischer Seite blank. Micha Brumlik warnte vor wenigen Monaten vor einer „Eiszeit„. Jetzt ist sie da. Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdische Gemeinschaft stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Und führen wir nun diese einzelnen Aussagen noch näher zusammen unter die Stichworte:

Judenmission:

Diese ist für Juden also antisemitisch, ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene“. „Gott hat uns Juden zum „Licht unter den Völkern“ berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche (die jüngere Schwester) nötig“. Für uns führt der Weg zum Heil nicht über Jesus als Heiland. Gott hält an der Erwählung Seines Volkes Israel fest. Das Judentum als Gottes Volk hat eine besondere Stellung.

Jesus Christus:
Die Kirche hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen. Und sie behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für das Heil (auch) der Juden relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen. Jesus habe seine Position im Rahmen eines „innerjüdischen Dialogs“ vorgetragen. Die Kirche habe daraus etwas ganz Anderes gemacht.

Die Kirche:

„Eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung„. „Die Nerven auf jüdischer Seite liegen blank“. Jetzt ist „Eiszeit“ in den Beziehungen zwischen der katholischer Kirche und der jüdischen Gemeinschaft. Diese stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Absolutheitsanspruch des Christentums ist frech. Bei der Heiligsprechung Edith Steins ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird.

Benedikt XVI.:
Er will das Schiff in neue Fahrwasser bringen, deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche. Im Dritten Reich habe sie grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen können.

Und damit, zum Schluss, unsere Gesamtbewertung:

Walter Homolka vertritt als Prominenter das Judentum. Er vertritt es zwar nicht im Sinne der „orthodoxen“ Juden, der strenggläubigen, der „echten“ sondern der „progressiven“, der „fortschrittlichen“, der „liberalen“ Juden (siehe dazu: Wikipedia: Walter Homolka: Diskussion). Aber er vertrat und vertritt die Juden insgesamt gegenüber dem Christentum und vor allem gegenüber der katholischen Kirche in manchen wichtigen Chargen. Zudem ist er offenbar „Konvertit“; offen steht das zwar in seinen (uns zugänglichen) Biographien nirgends (mehr) geschrieben. Aber es scheint, dass er vormals „Christ“ war. Umso schlimmer sein jetziges Bekenntnis und Verhalten.
Walter Homolka attackiert die katholische Kirche auf breitester Front, mit „Affront“. Er merkt dabei offenbar nicht, dass er damit, mit ALLEM, was er äußert, die stets von der Kirche bezeugte Blindheit und Verstocktheit des nachchristlichen Judentums aufs plakativste bestätigt. Statt endlich einsichtig zu werden, dass sie, die heutigen Judaisten, DEN verwerfen, der zuerst zu ihnen gesandt war und der auch heute noch auch zu ihnen gesandt ist/wäre, verhärten sie sich weiter in ihrem Wahn, sie und nicht die Kirche Christi, seien (immer noch) „von Gott erwählt“, sie, und nicht die Kirche, seien (immer noch) „das Licht unter den Völkern“. Und mit der genau gleichen Dreistigkeit haben sie sich schon immer, die ganze Kirchengeschichte hindurch, in die Belange der Kirche ungehörig eingemischt, ihr zu schaden, sie zu verleumden gesucht, wo sie nur konnten. Und dann beklag(t)en sie sich, sie würden von der katholischen Kirche diskriminierend und bis zum Tode verfolgt! Für Walter Homolka und Konsorten gelten also die Worte Christi, des GOTT-MENSCHEN weiterhin: Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte Recht, als er über euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.“ (Matthäus 15, 7-9) „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“ (Matthäus 12, 30-32)Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ (Matthäus 12, 34)Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?“ (Matthäus 3, 7 – heiliggeisterleuchtete Worte Johannes des Täufers an die Adresse der Pharisäer!) „Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.“ Sie hatten nämlich gesagt: Er (Christus) ist von einem unreinen Geist besessen. (Markus 3, 28-30) „Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.“ (Lukas 11, 31-32)

Das Schlimme ist aber nicht, dass die „perfiden“, die ungläubigen Juden unentwegt versuchen, ihre unhaltbare Auserwählungs-Position (immer noch) zu halten, bzw. zurückzufordern, sondern dass die „katholische“ Führerschaft seit dem II. Vaticanum mit genau diesem Judentum fast schon servil, unterwürfig „Verbrüderung“ feiert und pflegt und es nicht (mehr) einsehen will oder kann, dass sie von ihm schlangenheuchlerisch missbraucht wird, das ihr uneinsichtig und unbelehrbar möglichst immer viel oder alle Schuld an ihrem Ungemach zuschiebt, wie für dasjenige, das es im „Dritten Reich“ zu erdulden hatte. Da wird dann geflissentlich nicht mehr unterschieden zwischen reformierter und katholischer Christenheit, und schon gar nicht zwischen rom-untreuer und rom-treuer katholischer Christenheit. Christenheit ist dann immer gleich katholische Kirche und Papst, wenn’s um Schuldzuweisung geht. Und dann sind sogar die bestgemeinten liturgischen Gebete zugunsten der Juden für sie Anlass genug zu schlimmsten, bis in unsere Zeit aufrechterhaltenen Verdächtigungen auf „Verfolgung und Tod“ wie: „Wo sind die Christusmörder?!“ Als ob betende, fürbittende katholische Christen „naturnotwendig“ solche Hassgefühle gegen sie haben könnten/müßten! „Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene“! Das ist nicht „nur“ hart gesagt, sondern eben auch ehrlich, sehr ehrlich. Und darum ist der ganze interreligiöse Dialog mit den Juden völlig nutzlos, ja kontra-produktiv, selbst-schädigend, selbst-zerstörerisch! Er kann nicht nur „aufs Eis gelegt“, sondern er muss für immer unwiederauftaubar eingeforen werden! Je mehr Verständnis man ihnen gegenüber seitens der katholischen Kirche bezeugt, desto verstockter werden sie. 2000 Jahre (auch sie missionierendes) Christentum haben es nicht vermocht, sie von ihrem Irrweg abzubringen und zum Heil zu führen. Um wieviel weniger wird das einer lauen, blutarmen, verweltlichten Christenheit von heute gelingen, die nicht einmal mehr missionieren, nicht mehr bekehren will?! Die ersten Pharisäer und Schriftgelehrten, die Jesus bekämpften, werden wohl also beim Gericht gegen ihre „Nachfahren“, vor allem gegen die heute religions-wissenschaftlich so viel besser informierten Juden, wie einen Rabbiner Walter Homolka, auftreten und sie verurteilen.

Weitere sachdienliche Links:

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Protest von Rabbinern: „Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff“

Posted by deislam - 22. März 2008

Wir zitieren folgenden Artikel, um ihn anschließend ausführlich zu kommentieren:

SPIEGEL ONLINE: 20. März 2008:
PROTEST VON RABBINERN
„Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff“

Ausgerechnet zu Ostern flammt ein alter Glaubenskonflikt wieder auf: In der neuen Karfreitagsfürbitte des Vatikans wird für die „Erleuchtung“ der Juden gebetet. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview attackiert Rabbiner Walter Homolka den Papst – und wirft ihm vor, judenfeindliche Kräfte zu stärken.

Homolka, Synagoge KölnSPIEGEL ONLINE: Herr Homolka, Sie – und weltweit rund 1600 Rabbiner – protestieren scharf gegen die vom Vatikan wieder zugelassene lateinische Karfreitagsfürbitte. Darin heißt es: „Lasst uns beten für die Juden. Dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.“ Halten Sie Benedikt XVI. für einen Antisemiten?

Homolka: Er versucht, das Spezifische seiner Kirche herauszuarbeiten – das ist seine Aufgabe. Hier ging ihm allerdings das Fingerspitzengefühl verloren. Es ist höhnisch für Juden, wenn ausgerechnet im Umfeld von Karfreitag die katholische Kirche wieder für die Erleuchtung der Juden bittet, damit wir Jesus als Heiland erkennen. Solche Aussagen werden in einem wirkungsgeschichtlichen Umfeld gemacht, das eng verbunden ist mit Diskriminierung, Verfolgung und Tod. Das ist nach der Schuld, die die katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judentum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat, völlig unangemessen und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden.

SPIEGEL ONLINE: Was bewirkt Benedikt mit der Neufassung der lateinischen Formel?

Homolka: Er gibt zu erkennen, dass er glaubt, auch für die Juden führe der Weg zum Heil nur über Jesus, den Heiland. Das öffnet der Judenmission Tür und Tor. Schon jetzt ist das Internet voll mit Kommentaren rechtskonservativer Katholiken, die sagen: „Wunderbar, jetzt haben wir endlich das Signal, Juden zu missionieren.“ So ein Zeichen wirkt auf antisemitische Kreise äußerst stimulierend. Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff.

SPIEGEL ONLINE: Benedikt leistet antisemitischen Tendenzen Vorschub?

Homolka: Er nimmt sie zumindest in Kauf.

SPIEGEL ONLINE: Ist die aktuelle Fassung nicht harmlos im Vergleich zur Urfassung von 1570, die über Jahrhunderte galt? Darin ist davon die Rede, dass das Herz der Juden verschleiert sei, dass sie in der Finsternis wandelten, dass sie verblendet und treulos seien.

Homolka: Ich halte auch die Benedikt-Fassung für mehr als unglücklich. Er trifft an dieser zentralen liturgischen Stelle, der Karfreitagsliturgie, eine kathedertheologische Aussage, die von Juden unweigerlich als Angriff und Stillosigkeit empfunden werden muss. In der Geschichte ist Juden am Karfreitag immer wieder Verfolgung und Tod widerfahren. Christen münzten die Karfreitagsbotschaft oft um in die Frage: „Wo sind die Christusmörder?“

SPIEGEL ONLINE: Ist diese Gefahr nicht längst gebannt?

Homolka: 2006 hat der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Henry Brandt, gegenüber Kardinal Kasper klare Worte gefunden: Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene. Das ist hart, aber ehrlich gesagt. Die katholische Kirche sollte sich zur Treue Gottes bekennen, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält.

SPIEGEL ONLINE: Die lateinische Version der Fürbitte wird in kaum einer deutschen Pfarrgemeinde zu hören sein. Ist Ihr Protest nicht übertrieben?

Homolka: Es geht nicht darum, wo überall diese außerordentliche Form der Fürbitte gebetet wird. Der Papst hat mit dieser Formulierung von eigener Hand eine richtungweisende Veränderung vorgenommen, der er persönliches Gewicht verleiht. Damit entzieht er der ordentlichen Form der Fürbitte von 1970 die Glaubwürdigkeit. Deren Text hätte der Papst doch einfach auch für den tridentinischen Ritus übernehmen können: „Lasset uns beten für die Juden, zu denen Gott im Anfang gesprochen hat. Er gebe ihnen die Gnade, sein Wort immer tiefer zu verstehen und in der Liebe zu wachsen.“

SPIEGEL ONLINE: Das Christentum ist eine missionarische Religion. Ist es da nicht logisch, dass auch Juden überzeugt werden sollen?

Homolka: Nein, denn die umstrittene Karfreitagsfürbitte lässt die besondere Stellung des Judentums als Gottes Volk völlig außer Acht. Gott hat uns Juden zum „Licht unter den Völkern“ berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche nötig. Da vergreift sich die jüngere Schwester schwer im Ton.

SPIEGEL ONLINE: Der Jude Jesus hat doch selbst unter Juden missioniert.

Homolka: Jesus hat seine Position im Rahmen eines innerjüdischen Dialoges vorgetragen. Was die Kirche daraus gemacht hat, war etwas ganz anderes. Sie hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen und behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für meinen persönlichen Gnadenstand relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen.

SPIEGEL ONLINE: Sie sehen die Gefühle vieler Juden verletzt. Mit seiner Regensburger Rede verletzte Benedikt auch die Gefühle vieler Muslime. Was steckt dahinter?

Homolka: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies Ausrutscher waren. Hier steht ein Kapitän auf der Brücke seines Supertankers. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde ein neuer Kurs gesetzt. Nun will er umsteuern und in kurzer Zeit neue Akzente setzen. Da braucht es schon die eine oder andere Sprengbombe, um das Schiff ins neue Fahrwasser zu bringen. Die Kirche des Zweiten Vatikanums ist dem Papst zu arm an Bindekraft geworden und die Universitätstheologie zu mager. Deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt auch positive Entwicklungen im katholisch-jüdischen Verhältnis: das Schuldbekenntnis der katholischen Kirche, Benedikts Besuch der Kölner Synagoge, sein Treffen mit dem Wiener Rabbiner. Und er hat Auschwitz besucht.

Homolka: In Auschwitz vertrat er eine Auffassung, als ob neuheidnische Kräfte über das deutsche Volk gekommen wären und es verführt hätten. Rabbiner Leo Baeck hat nach dem Holocaust ein ganz anderes Fazit gezogen: Was ist eine Kirche wert, die im Dritten Reich Gottes grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen konnte? Das lässt den an den Tag gelegten Absolutheitsanspruch des Christentums recht frech erscheinen.

SPIEGEL ONLINE: Dennoch bemühte sich die katholische Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg um ein gutes Verhältnis zum jüdischen Volk. Rom erkannte an, dass das Christentum aus dem Judentum entsprungen ist, dass das Judentum eine Heilszusage von Gott besitzt, dass Jesus Jude war.

Homolka: Ja, aber es gibt auch irritierende Signale. Bei der Heiligsprechung Edith Steins, die als Jüdin zu Tode kam und dann von christlicher Seite als Märtyrerin erhöht wurde, ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird. Und jetzt der Affront mit der Karfreitagsliturgie. Ich akzeptiere es, wenn jemand individuell einen Glaubenswechsel vornimmt – das gilt nach beiden Seiten. Der christlich-jüdische Dialog wird damit fertig. Aber eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung.

SPIEGEL ONLINE: Welchen Sinn hat überhaupt ein Dialog, wenn von vornherein klar ist, dass sich die beiden Seiten letztlich unversöhnlich gegenüber stehen?

Homolka: Das Ziel des Dialogs ist nicht die Vereinigung oder Vereinnahmung. Wir wollen einander verstehen lernen. Dazu gehört, Verletzungen zu vermeiden, wie sie uns durch die Karfreitagsfürbitte des Papstes zugefügt wurden. Ich fürchte, auf jüdischer Seite wird es zu einer Abstimmung mit den Füßen kommen, die Leute werden sich dem Dialog entziehen.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann es weitergehen?

Homolka: Der morgige Karfreitag wird ein schwarzer Tag in den Beziehungen von Juden und Katholiken. Eine versprochene Erläuterung des Vatikans lässt auf sich warten, insgesamt vier jüdische Referenten haben mittlerweile ihre Teilnahme für den Katholikentag abgesagt. Die Nerven liegen auf jüdischer Seite blank. Micha Brumlik warnte vor wenigen Monaten vor einer „Eiszeit“. Jetzt ist sie da. Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinschaft stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Das Gespräch führte Alexander Schwabe

URL:

* http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,542556,00.html

Unser Kommentar ist inzwischen veröffentlicht unter dem Post „Rabbiner Walter Homolka spricht Klartext

Doch vorläufig auch hier schon mal sachdienliche Links:

Unsere bisherigen Stellungnahmen:

    1. Die re-re-revidierte Karfreitagsfürbitte für die Bekehrung der Juden
    2. Karfreitagsfürbitte für die Juden überschattet Katholikentag
    3. Juden fordern erneut Änderung der Karfreitagsfürbitte
    4. Wird sich Rom unterwerfen?

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