ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen

Der jüdisch-christliche Dialog, eine „Herzensangelegenheit“ des Papstes

Posted by deislam - 16. Januar 2009

Zitat aus ZENIT.org: ZG09011609 – 16.01.2009:
Permalink: http://www.zenit.org/article-16846?l=german

Reaktion auf eine Polemik der letzten Tage

ROM, 16. Januar 2009 (ZENIT.org).- Für Papst Benedikt XVI. ist und bleibt der Dialog mit dem Judentum eine Herzensangelegenheit. Dies bekräftigt der Sekretär der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum, P. Norbert J. Hofman, in einem Artikel auf der ersten Seite des „Osservatore Romano“ vom 17. Januar.

Elia Enrico Richetti, VeneziaDer Beitrag kann als Antwort auf die Polemik angesehen werden, die in den letzten Tagen in Italien durch die Äußerungen des Rabbiners von Venedig, Elia Enrico Richetti, auf den Seiten der Jesuitenzeitschrift „Popoli“ ausgelöst worden war. Richetti hatte erklärt, dass mit Benedikt XVI. der jüdisch-katholische Dialog um 50 Jahre zurückgefallen sei. In diesem Zusammenhang erwähnte der Rabbiner auch die Auseinandersetzung um die Seligsprechung Papst Pius XII. sowie die neu formulierte Karfreitagsfürbitte für die Juden in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus.

Es handelt sich dabei um eine Wortmeldung aus dem italienischen Judentum, die nicht verallgemeinert werden kann. So hatte besonders der Oberrabbiner Roms, Riccardo Segni, gerade in der letzten Zeit die positiven Aspekte des jüdisch-katholischen Dialogs hervorgehoben.

Für P. Hofman ist festzustellen, dass der jüdisch-christliche Dialog auf einer soliden Basis stehe, die „nicht so leicht erschüttert werden kann“, auch wenn es nicht an Divergenzen fehle, die im Übrigen „von einigen künstlich aufgebauscht werden“.

Es sei nicht zu leugnen, dass es durch die neue Karfreitagsfürbitte für die Liturgie nach dem Römischen Messbuch von 1962 zu „Irritationen“ gekommen sei. Die Reaktionen sowie die Dauer der Polemik seien jedoch von Organisation zu Organisation und von Land zu Land unterschiedlich gewesen.

Positiv bewertet Neumann die Tatsache, dass während der Zeit der Polemiken bewiesen worden sei, dass auch kontroverse Themen ausgeglichen und in einer Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung und freundschaftlichen Zusammenarbeit behandelt werden könnten. Diese Tatsache verweise darauf, dass der katholisch-jüdische Dialog einen beachtlichen Reifungsprozess erlebt habe.

Das Nachfolgende ist die Übersetzung aus dem Italienischen durch uns, deislam, des in der Zeitschrift POPOLI – N. 1 Gennaio 2009 veröffentlichten Textes des Rabbiners Elia Enrico Richetti:

Die Versammlung der Rabbiner Italiens hat mitgeteilt, dass, wenigstens für dieses Jahr, keine Zusammenarbeit zwischen den jüdischen Gemeinden Italiens und den katholischen Institutionen stattfinden werde für die Feier des Tages des Judentums (17. Januar). Dies ist die logische Konsequenz eines besonderen Augenblicks, den der interkonfessionelle Dialog heute durchmacht, ein Moment, in dem sich Zeichen zu zeigen begonnen haben, als der Papst, indem er die lateinische Messe freigab, im tridentinischen Missale die zu befolgende Gebetweise vorgegeben hat. In dieser Formulieren der Karfreitagsgebete ist ein Gebet enthalten, welches die Bekehrung der Juden zur „Wahrheit“ der Kirche und zum Glauben an die Heilsrolle Jesu herbeiwünscht. Um die Wahrheit zu sagen, jenes Gebet, das in der ersten Formulierung die Juden als „perfid“, d.h. „glaubenslos“ und blind bezeichnete, war durch Johannes XXIII. bereits „übersprungen“ („ausgelassen“) (aber nie aufgehoben) worden. Benedikt XVI hat es von den am meisten beleidigenden Ausdrücken gereinigt und wieder eingeführt.
Vom ersten Augenblick an hat die Versammlung der Rabbiner Italiens eine Denkpause eingelegt, indem sie vorübergehend die interreligiösen Begegnungen suspendierte. Die darauffolgenden Monate waren charakterisiert von einer Abfolge von Kontakten, Begegnungen und Meditationen mit diversen Exponenten, auch auf hoher Stufe der kirchlichen Welt, von welchen einige sich als aufrichtig besorgt zeigten über die Zukunft eines Dialogs, der auf fruchtbare Weise verlief und der eine Ausweitung des Respektempfindens und der ebenbürtigen Würde der Glauben(sbekenntnisse) zeitigte. Leider haben sich die Resultate als ernüchtgernd erwiesen. Es wurden „beleidigte“ Reaktionen seitens hoher vatikanischer Hierarchen festgestellt. „Wie können sich Juden unterstehen, darüber zu befinden, in welcher Weise ein Christ beten muss? Erlaubt sich etwa die Kirche, aus dem Rituale der jüdischen Gebete einige Ausdrücke zu eliminieren, die als antichristlich interpretiert werden könnten?“ Einige Prälaten hätten gemeint, dass die Haltung der italienischen Rabbiner von einer jüdischen „Überempfindlichkeit“ diktiert worden sei gegenüber Versuchen der Proselitenmacherei, einer gemäß den Tatsachen nicht gerechtfertigten Hypersensibilität. Hingegen, und dies ist die mehr oder weniger offizielle Antwort gewesen (eine Antwort der Bischofskonferenz, obwohl darum ersucht worden ist, ist ausgeblieben), hätten die Juden nichts zu befürchten: die im Gebet „Pro Judaeis“ ausgesprochene Hoffnung sei „rein eschatologisch“, eine Hoffnung bezogen auf das „Ende der Zeiten“, die nicht dazu einlade, aktiven Proselitismus zu betreiben (der übrigens schon verboten worden sei von Paul VI). Diese Antworten hätten das italienische Rabbinat jedoch keineswegs befriedigt. Wenn ich die Auffassung vertrete, wenn auch (nur) für die Endzeit geltend, dass mein Nachbar wie ich werden müsse, um des Heiles würdig zu sein, respektiere ich seine Identität nicht. Es handelt sich also nicht um Überempfindlichkeit: es handelt sich um das banalste Respektsempfinden das ich dem andern als Geschöpf Gottes schuldig bin. Wenn wir dem die kürzlichsten Stellungnahmen des Papstes in Bezug auf den Dialog hinzufügen, der als nutzlos definiert wurde, weil in jedem Fall die Höherwertigkeit des christlichen Glaubens bezeugt werden müsse, ist es evident, dass wir auf die Löschung der letzten fünfzig Jahre der Kirchengeschichte zugehen. In dieser Optik ist der Unterbruch der Zusammenarbeit zwischen italienischem Judentum und Kirche die logische Konsequenz des von seiner höchsten Autorität ausgedrückten kirchlichen Denkens.
Es ist wahr, die Kirche erlaubt sich nicht, die jüdischen Gebete zu korrigieren (auch wenn die kirchliche Zensur während einer gewissen Zeit einigermaßen aktiv war). Aber es muss gesagt werden, dass die Gebete, die jemand als antichristlich interpretieren wollte, in Wirklichkeit gegen „jene sind, die sich vor Idolen (Götzenbildern) verneigen“ und gegen „die Lästerer und die Häretiker“. Warum sollten sich die Christen betroffen fühlen? Was denken sie von sich selbst?
Es ist wahr, es steht nicht den Juden zu, die Christen zu belehren, wie sie beten sollen oder was sie denken müssen, und niemand unter den Juden oder den italienischen Rabbinern gibt vor, es zu tun. Aber es ist klar, dass „dialogisieren“ heißt, jedem das Recht des anderen, sich selbst zu sein, zu respektieren, die Möglichkeit zu nutzen, etwas von der Sensibilität des andern zu lernen, etwas, was mich bereichern kann. Wenn die Idee des Dialogs als Respekt (nicht als Synkretismus und nicht als Pflichtverletzung) wiederhergestellt sein wird, werden die italienischen Rabbiner immer bereit sein, die Rolle zu spielen, die sie während den vergangene fünfzig Jahren gespielt haben.

Unser Kommentar:
Wenn man die Äußerungen des Oberrabbiners von Venedig in dieser ungekürzten Fassung liest und sie mit der Reaktion des Vatikans, mit der Stellungnahme des Sekretärs der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum, P. Norbert J. Hofman, vergleicht, sieht man sofort, dass hier einmal mehr Beschwichtigung betrieben wird. Der Vatikan belügt sich selbst, wenn er die oder einige Divergenzen als „künstlich aufgebaut“ einstuft und die Wortmeldung Richettis als „Polemik“ beurteilt, die nicht verallgemeinert werden dürfe. Auch wenn es manche hohe Judenvertreter gibt, die auch ihrerseits (stets) (heuchlerisch) beschwichtigen, so ist die allgemeine weltweite Realität keine andere als diejenige, die Richetti im Namen aller Rabbiner Italiens in deutliche Worte gefasst hat. Ja auch diese sind noch um einiges „geschönt“. Für die katholische Kirche hätte der Dialog mit den Juden nur dann eine Berechtigung und einen Sinn, wenn er eindeutig, unverhüllt mit der Absicht und dem Ziel der Bekehrung der Juden zu Christus geführt würde. Genau das aber lehnen die Juden entschieden und vehement ab. Nicht einmal ein Gebet um ihre Bekehrung, auch nicht eines um ihre dereinstige, endzeitliche wollen sie dulden. Sie fühlen sich zutiefst beleidigt darob. Sie sind und bleiben also weiterhin „verblendet“ und „verstockt“. Rücksichtnahme auf ihre „Empfindlichkeit“ ist also kontraproduktiv. Je mehr Dialog  der Papst und die ganze Hierarchie mit „ihren älteren Brüdern“ pflegt, desto mehr bestimmen sie, was und wie dieser Dialog zu sein und was er zu beinhalten und wohin er zu führen hat. Sie wollen (vorgeblich), dass ihr Glaube als gleichwürdig und gleichwertig betrachtet werde von den Christen. Das können die Christen ihnen aber nicht zugestehen, ohne ihren Glauben zu verleugnen. Also müssten sie spätestens jetzt diesen „Dialog“ abbrechen und wieder zur auftragsgemäßen Verkündigung, zur Missionierung und zum ungeschminkten Karfreitagsfürbittgebet „Pro Judaeis“ zurückkehren.

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