ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen

Der real-existierende Islam in Irak und die Christen

Posted by deislam - 28. November 2007

Ein Interview des lateinischen Erzbischofs von Bagdad, Jean Benjamin Sleiman, mit der Schweizer Katholischen Internationalen Presseagentur KIPA über die Christen im Irak:

Erzbischof Jean Benjamin SleimanFreiburg i. Ü., 27.11.07 (Kipa) In einigen Quartieren der irakischen Hauptstadt Bagdad, aber auch in Bassora und Mosul sind jene Christen, die nicht aus dem Land geflohen sind, Tag für Tag dem Terror ausgesetzt: Sie werden bedroht, beraubt, entführt oder ermordet. – Die Presseagentur Kipa hat mit Jean Benjamin Sleiman (61) gesprochen, dem lateinischen Erzbischof von Bagdad. Der Kirchenführer weilte kürzlich für einige Tage in der Schweiz.

Kipa: Sie sind das Oberhaupt der „lateinischen“ Christen im Irak und damit von ungefähr 3.000 Seelen?

Jean Benjamin Sleiman: Ja, aber ich kümmere mich nicht nur um sie; die Katechese, jede Hilfeleistung gilt allen Christen ohne Unterschied der Konfession, und ihrer sind viel mehr als die wenigen „Lateiner“. Es gibt hier eine gelebte Ökumene, mehr in der Basis als unter der Hierarchie.

Kipa. Sie leben in einem relativ sicheren Quartier Bagdads?

Sleiman: Auch bei uns gibt’s Entführungen, verminte Autos, Granaten, die herunterprasseln. Man zieht es vor, durch Gärten zu gehen, statt auf der Strasse. Alle chaldäischen Kirchen in Bagdad sind geschlossen, Fundamentalisten haben mehrfach die Kreuze weggerissen.

Die Christen sind oft die gefährdetsten Menschen, sie müssen Hals über Kopf fliehen, ohne etwas mitnehmen zu können; sie kommen bei Verwandten oder Bekannten in einem andern Stadtteil unter oder in einem andern Landesteil, und Zehntausende fliehen ins Ausland, zuerst in die benachbarten Länder, Syrien, Jordanien, was für diese eine gewaltige Aufgabe darstellt: Wie alle diese Leute unterbringen, ernähren, beschäftigen, schulen?

Der chaldäische Bischof von Bassora, das einst eine dichte christliche Minderheit zählte, ist nach Australien emigriert, wo es viele Diaspora-Christen gibt, die auch Betreuung brauchen. Von den ursprünglich 600.000 bis 700.000 Christen im Irak dürfte die Hälfte oder mehr heute als Flüchtlinge irgendwo im Land und sehr viele ausser Landes sein, die andern sind verängstigt und hilflos den Schikanen und Todesdrohungen allerlei kleiner oder grosser Verbrecher ausgeliefert.

Kipa: Kann man nicht zwischen Politik und Religion unterscheiden?

Sleiman: Das ist eine typisch westliche Unterscheidung, diese Trennung (und geordnete Zusammenarbeit) zwischen Kirche und Staat. Die Religion des Islam ist von Anfang an verwickelt in Kämpfe um die Macht. Politik ist für den Muslim eine Grundlage der Religion. Es gibt keine echte Erfahrung der Demokratie.

Kipa: Aber beinhaltet nicht die neue Verfassung von 2005 den Grundsatz eines laizistischen Staats?

Sleiman: Die Leute von der Strasse haben sie nicht gelesen, der Text war ihnen gar nicht zugänglich. Und darüber haben sie „abgestimmt“. Man spricht darin zwar von der „Gewissensfreiheit“. Aber im 2. Artikel heisst es, dass jedes Gesetz, welches der Scharia (dem islamischen Recht) widerspricht, null und nichtig ist.

Das heisst für die Christen, dass sie weiterhin, wie seit 1.400 Jahren in den meisten islamischen Ländern, als „Dhimmi“ („Geschützte“) leben: im besseren Fall geschützt, ja wohl, vor den schlimmsten Ungerechtigkeiten, aber stets Staatsbürger zweiten Ranges und allen Schikanen und Einschränkungen unterworfen. Das war nicht so unter Saddam Hussein, jedenfalls nicht auf dem Papier! Der Islam ist Staatsreligion, die Scharia ist nicht eine Rechtsquelle, sondern die Rechtsquelle.

Kipa: Und die Christen?

Sleiman: Es gab bisher drei eigentliche Attentatswellen gegen die christlichen Kirchen aller Konfessionen: am 1. August 2004, dann im Oktober und November des gleichen Jahres. Viele Leute wagen sich nicht mehr in die Kirche, darum sind viele leer, ausser an grossen Festen, wo sie wieder prall voll sind.

Und immer wieder werden Priester entführt und ermordet. Ich erinnere an Pater Raghid Ganni, 35 Jahre alt, der mit drei Subdiakonen nach der Messe ermordet wurde; das Auto mit den drei Leichen drin wurde vermint, damit auch die Helfer gefährdet seien! Bisweilen wird auch ein Bischof oder Priester wieder freigelassen; über das Lösegeld herrscht Stillschweigen. Nicht nur Kirchen, auch kirchliche Häuser (Seminare, Pfarreiheime usw.) sind lahmgelegt oder geplündert und zerstört.

Kipa: Ist da keine Lösung in Sicht?

Sleiman: Wenn man dem Irak helfen will, muss man auf den Menschenrechten beharren. Aber ich habe keine Kenntnis von einem Projekt, das dieses Ziel wirklich verfolgt. Die Amerikaner konnten zwar einen Krieg in ein paar Wochen ganz allein führen, aber den Frieden bringen sie nicht allein zustande!

Vor allem muss man die Mitarbeit der Nachbarländer suchen, ihnen ein echtes Mitspracherecht geben, sie tragen ja auch weitgehend die Folgen der Zustände im Irak. Leider gibt es keine Ordnungsmacht im Land, es ist völlig zersplittert, es gibt weder eine hilfreiche Polizei noch eine funktionierende Rechtsprechung, Gerechtigkeit und Sicherheit sind verschwunden.

Die Aufteilung in Regionen (nach Schiiten, Sunniten, Kurden) ist gar nicht hilfreich, weder für die Volksteile noch erst recht für die Christen, die zwischen die Mühlsteine geraten. Es wird immer gemischte Gegenden geben: wie sollen die Leute dort lernen, miteinander auszukommen? Nur die Kenntnis und die Durchsetzung der fundamentalen Menschenrechte gibt den jeweiligen Minderheiten die Möglichkeit, zu überleben. Wir brauchen einen geeinten Irak, in dem alle ethnischen und religiösen Gemeinschaften zusammen, miteinander und nebeneinander leben können.

Separat:

Die ganze Breite des Nahen Orients: Jean Benjamin Sleiman

Jean Benjamin Sleiman fasst in sich die ganze kulturelle und kirchliche Breite des Nahen Orients zusammen: Er wurde am 20. Juni 1946 als Maronit im Libanon geboren, trat in den Orden der Unbeschuhten Karmeliten ein, der orientalische Wurzeln hat, wurde 1973 zum Priester und 2001 zum Bischof geweiht und dann zur Betreuung der „lateinischen“ Christen als Erzbischof nach Bagdad gesandt, das heisst für die Christen des lateinischen Ritus, wobei aber, wie er im Interview betont, heute in der Seelsorge und in der Caritas kein Unterschied zwischen Riten und Kirchen mehr gemacht wird: angesichts der katastrophalen Lage und gegenüber dem militanten Islam bleibt den Christen nichts anderes, als zusammenzurücken und sich zu helfen.

Erzbischof Sleiman, Kenner vieler Sprachen und auch Europas, hat vor einem Jahr in einem „Schrei aus dem Herzen“ in Buchform seine Sorgen dargestellt: „Dans le piège irakien“ (In der Falle des Irak). Erschienen bei Presses de la Renaissance, Paris 2006, 192 Seiten.

Hinweis für Redaktionen: Zu diesem Beitrag ist ein honorarfreies Bild erhältlich. Es kann bei der Presseagentur Kipa angefordert werden:kipa@kipa-apic.ch

(kipa/be/Aus dem Französischen übertragen und ergänzt von Iso Baumer/job)

27.11.2007 – Von Jacques Berset / Kipa

Quelle: KIPA: Tag für Tag bedroht, beraubt, entführt oder ermordet

2 Antworten to “Der real-existierende Islam in Irak und die Christen”

  1. Martina said

    „Wenn man dem Irak helfen will, muss man auf den Menschenrechten beharren.“

    Das sind typisch modernistische Aussagen – Menschenrechte! Wer redet eigentlich in der katholischen Kirche noch von den Rechten des einzig wahren dreifaltgen Gottes, der entsprechend dem ersten Gebot nicht will, das Menschen einen „Allah“ der keinen Sohn hat vor ihn stellen. Wenn man die Rechte des einzig wahren Gottes, der die Liebe ist, beachtet, kommen automatisch die „Menschenrechte“ ins richtige Gewicht denn jeder Katholik muß um Gottes Willen seinen Nächsten lieben wie sich selbst (Im Gegensatz zu den Moslems, die um Allahs Willen alle Nicht-Moslems hassen müssen.)
    Wenn man den unsterblichen Seelen der Menschen im Irak helfen will, von denen allzu viele wegen des Anhängens an die Irrlehre Islam gefährdet sind, in der ewigen verdammnis zu landen, muß man missionieren. Aber wie das geht weiß ja seit dem II. Vatikanischen Konzil keiner mehr. Eine Bekehrung zum katholischen Glauben (die aber immer nur aus freiem Willen und aus ganzem Herzen und mit ganzer Seele geschehen kann) ist letztendlich das einzige, was den „Westen“ und auch die Moslems vor dem Untergang in das totale (weltliche) Chaos retten wird. Wenn das nur mehr Menschen begreifen würden.

    „Vor allem muss man die Mitarbeit der Nachbarländer suchen, ihnen ein echtes Mitspracherecht geben, sie tragen ja auch weitgehend die Folgen der Zustände im Irak.“

    Mitspracherecht von anderen sunnitischen und shiitischen Moslems aus Nachbarländern in einem Gebiet, in dem sich Shiiten und Sunniten seit Jahrhunderten bekämpfen? Hat der Erzbischof eigentlich Ahnung wovon er spricht? Weiß er nicht, dass der shiitische Iran zur Zeit maßgeblich für die katastrophalen Zustände im Irak verantwortlich ist, weil er dort gegen die Sunniten sabotiert? Kennt er die Koranexegese mit Abrogation, Hadith und Sira und die Geschichte des Islam, auch die innerislamische mit ihren Machtkämpfen? Ich fürchte nein, diesen Aussagen nach.

  2. deislam said

    @Martina, #1:
    Sehr gut geschrieben, Martina; das unterschreiben auch wir uneingeschränkt. Für solche echt-katholische Zeugnisse sind wir sehr, sehr dankbar! Wir freuen uns auf Ihre weiteren „kommilitonischen“ Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: