ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM

Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen

Archiv für 'Judenmission' Kategorie


Rabbiner Walter Homolka spricht Klartext

Verfasst von deislam am März 29, 2008

Siehe unseren Beitrag “Protest von Rabbinern: die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff”

Halten wir Folgendes aus den Antworten des Rabbiners Walter Homolka vom 20. März 2008 an den Interviewer Alexander Schwabe fest:

  • Es ist höhnisch für die Juden und völlig unangemessen nach der Schuld, die die katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judemtum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat (und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden), wenn ausgerechnet im Umfeld von Karfreitag (einem Umfeld, das eng verbunden ist mit Diskriminierung, Verfolgung und Tod) die katholische Kirche wieder für die Erleuchtung der Juden bittet, damit wir Jesus als Heiland erkennen.
  • Bendedikt XVI. gibt zu erkennen, dass er glaubt, auch für die Juden führe der Weg zum Heil nur über Jesus, den Heiland. Das öffnet der Judenmission Tür und Tor. Schon jetzt ist das Internet voll mit Kommentaren rechtskonservativer Katholiken, die sagen: “Wunderbar, jetzt haben wir endlich das Signal, Juden zu missionieren“. So ein Zeichen wirkt auf antisemitische Kreise äußerst stimulierend.
  • Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff. Benedikt XVI nimmt sie in Kauf.
  • Die neue Fassung (der Fürbitte für die Juden) trifft an dieser zentralen liturgischen Stelle, der Karfreitagsliturgie, eine kathedertheologische Aussage, die von Juden unweigerlich als Angriff und Stillosigkeit empfunden werden muss. In der Geschichte ist Juden am Karfreitag immer wieder Verfolgung und Tod widerfahren. Christen münzten die Karfreitagsbotschaft oft um in die Frage: “Wo sind die Christusmörder?”
  • 2006 hat der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Henry Brandt, gegenüber Kardinal Kasper klare Worte gefunden: Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene. Das ist hart, aber ehrlich gesagt. Die katholische Kirche sollte sich zur Treue Gottes bekennen, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält.
  • Die umstrittene Karfreitagsfürbitte lässt die besondere Stellung des Judentums als Gottes Volk völlig außer Acht. Gott hat uns Juden zum “Licht unter den Völkern” berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche nötig. Da vergreift sich die jüngere Schwester schwer im Ton.
  • Jesus hat seine Position im Rahmen eines innerjüdischen Dialoges vorgetragen. Was die Kirche daraus gemacht hat, war etwas ganz anderes. Sie hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen und behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für meinen persönlichen Gnadenstand relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen.
  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regensburger Rede(passagen) Ausrutscher waren. Hier steht ein Kapitän auf der Brücke seines Supertankers. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde ein neuer Kurs gesetzt. Nun will er umsteuern und in kurzer Zeit neue Akzente setzen. Da braucht es schon die eine oder andere Sprengbombe, um das Schiff ins neue Fahrwasser zu bringen. Die Kirche des Zweiten Vatikanums ist dem Papst zu arm an Bindekraft geworden und die Universitätstheologie zu mager. Deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche.
  • In Auschwitz vertrat (der Papst) eine Auffassung, als ob neuheidnische Kräfte über das deutsche Volk gekommen wären und es verführt hätten. Rabbiner Leo Baeck hat nach dem Holocaust ein ganz anderes Fazit gezogen: Was ist eine Kirche wert, die im Dritten Reich Gottes grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen konnte? Das lässt den an den Tag gelegten Absolutheitsanspruch des Christentums recht frech erscheinen.
  • Bei der Heiligsprechnung Edith Steins, die als Jüdin zu Tode kam und dann von christlicher Seite als Märtyrerin erhöht wurde, ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird. Und jetzt der Affront mit der Karfreitagsliturgie. Ich akzeptiere es, wenn jemand individuell einen Glaubenswechsel vornimmt - das gilt nach beiden Seiten. Der christlich-jüdische Dialog wird damit fertig. Aber eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung.
  • Die Nerven liegen auf jüdischer Seite blank. Micha Brumlik warnte vor wenigen Monaten vor einer “Eiszeit“. Jetzt ist sie da. Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdische Gemeinschaft stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Und führen wir nun diese einzelnen Aussagen noch näher zusammen unter die Stichworte:

Judenmission:

Diese ist für Juden also antisemitisch, ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene”. “Gott hat uns Juden zum “Licht unter den Völkern” berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche (die jüngere Schwester) nötig”. Für uns führt der Weg zum Heil nicht über Jesus als Heiland. Gott hält an der Erwählung Seines Volkes Israel fest. Das Judentum als Gottes Volk hat eine besondere Stellung.

Jesus Christus:
Die Kirche hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen. Und sie behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für das Heil (auch) der Juden relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen. Jesus habe seine Position im Rahmen eines “innerjüdischen Dialogs” vorgetragen. Die Kirche habe daraus etwas ganz Anderes gemacht.

Die Kirche:

“Eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung“. “Die Nerven auf jüdischer Seite liegen blank”. Jetzt ist “Eiszeit” in den Beziehungen zwischen der katholischer Kirche und der jüdischen Gemeinschaft. Diese stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Absolutheitsanspruch des Christentums ist frech. Bei der Heiligsprechung Edith Steins ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird.

Benedikt XVI.:
Er will das Schiff in neue Fahrwasser bringen, deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche. Im Dritten Reich habe sie grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen können.

Und damit, zum Schluss, unsere Gesamtbewertung:

Walter Homolka vertritt als Prominenter das Judentum. Er vertritt es zwar nicht im Sinne der “orthodoxen” Juden, der strenggläubigen, der “echten” sondern der “progressiven”, der “fortschrittlichen”, der “liberalen” Juden (siehe dazu: Wikipedia: Walter Homolka: Diskussion). Aber er vertrat und vertritt die Juden insgesamt gegenüber dem Christentum und vor allem gegenüber der katholischen Kirche in manchen wichtigen Chargen. Zudem ist er offenbar “Konvertit”; offen steht das zwar in seinen (uns zugänglichen) Biographien nirgends (mehr) geschrieben. Aber es scheint, dass er vormals “Christ” war. Umso schlimmer sein jetziges Bekenntnis und Verhalten.
Walter Homolka attackiert die katholische Kirche auf breitester Front, mit “Affront”. Er merkt dabei offenbar nicht, dass er damit, mit ALLEM, was er äußert, die stets von der Kirche bezeugte Blindheit und Verstocktheit des nachchristlichen Judentums aufs plakativste bestätigt. Statt endlich einsichtig zu werden, dass sie, die heutigen Judaisten, DEN verwerfen, der zuerst zu ihnen gesandt war und der auch heute noch auch zu ihnen gesandt ist/wäre, verhärten sie sich weiter in ihrem Wahn, sie und nicht die Kirche Christi, seien (immer noch) “von Gott erwählt”, sie, und nicht die Kirche, seien (immer noch) “das Licht unter den Völkern”. Und mit der genau gleichen Dreistigkeit haben sie sich schon immer, die ganze Kirchengeschichte hindurch, in die Belange der Kirche ungehörig eingemischt, ihr zu schaden, sie zu verleumden gesucht, wo sie nur konnten. Und dann beklag(t)en sie sich, sie würden von der katholischen Kirche diskriminierend und bis zum Tode verfolgt! Für Walter Homolka und Konsorten gelten also die Worte Christi, des GOTT-MENSCHEN weiterhin: Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte Recht, als er über euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.” (Matthäus 15, 7-9) “Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.” (Matthäus 12, 30-32)Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.” (Matthäus 12, 34)Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?” (Matthäus 3, 7 - heiliggeisterleuchtete Worte Johannes des Täufers an die Adresse der Pharisäer!) “Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.” Sie hatten nämlich gesagt: Er (Christus) ist von einem unreinen Geist besessen. (Markus 3, 28-30) “Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.” (Lukas 11, 31-32)

Das Schlimme ist aber nicht, dass die “perfiden”, die ungläubigen Juden unentwegt versuchen, ihre unhaltbare Auserwählungs-Position (immer noch) zu halten, bzw. zurückzufordern, sondern dass die “katholische” Führerschaft seit dem II. Vaticanum mit genau diesem Judentum fast schon servil, unterwürfig “Verbrüderung” feiert und pflegt und es nicht (mehr) einsehen will oder kann, dass sie von ihm schlangenheuchlerisch missbraucht wird, das ihr uneinsichtig und unbelehrbar möglichst immer viel oder alle Schuld an ihrem Ungemach zuschiebt, wie für dasjenige, das es im “Dritten Reich” zu erdulden hatte. Da wird dann geflissentlich nicht mehr unterschieden zwischen reformierter und katholischer Christenheit, und schon gar nicht zwischen rom-untreuer und rom-treuer katholischer Christenheit. Christenheit ist dann immer gleich katholische Kirche und Papst, wenn’s um Schuldzuweisung geht. Und dann sind sogar die bestgemeinten liturgischen Gebete zugunsten der Juden für sie Anlass genug zu schlimmsten, bis in unsere Zeit aufrechterhaltenen Verdächtigungen auf “Verfolgung und Tod” wie: “Wo sind die Christusmörder?!” Als ob betende, fürbittende katholische Christen “naturnotwendig” solche Hassgefühle gegen sie haben könnten/müßten! “Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene”! Das ist nicht “nur” hart gesagt, sondern eben auch ehrlich, sehr ehrlich. Und darum ist der ganze interreligiöse Dialog mit den Juden völlig nutzlos, ja kontra-produktiv, selbst-schädigend, selbst-zerstörerisch! Er kann nicht nur “aufs Eis gelegt”, sondern er muss für immer unwiederauftaubar eingeforen werden! Je mehr Verständnis man ihnen gegenüber seitens der katholischen Kirche bezeugt, desto verstockter werden sie. 2000 Jahre (auch sie missionierendes) Christentum haben es nicht vermocht, sie von ihrem Irrweg abzubringen und zum Heil zu führen. Um wieviel weniger wird das einer lauen, blutarmen, verweltlichten Christenheit von heute gelingen, die nicht einmal mehr missionieren, nicht mehr bekehren will?! Die ersten Pharisäer und Schriftgelehrten, die Jesus bekämpften, werden wohl also beim Gericht gegen ihre “Nachfahren”, vor allem gegen die heute religions-wissenschaftlich so viel besser informierten Juden, wie einen Rabbiner Walter Homolka, auftreten und sie verurteilen.

Weitere sachdienliche Links:

Veröffentlicht in Antichrist, Interreligiöser Dialog, Johannes Paul II, Juden, Judenmission, Judentum, Vatikan | 2 Kommentare »

Protest von Rabbinern: “Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff”

Verfasst von deislam am März 22, 2008

Wir zitieren folgenden Artikel, um ihn anschließend ausführlich zu kommentieren:

SPIEGEL ONLINE: 20. März 2008:
PROTEST VON RABBINERN
“Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff”

Ausgerechnet zu Ostern flammt ein alter Glaubenskonflikt wieder auf: In der neuen Karfreitagsfürbitte des Vatikans wird für die “Erleuchtung” der Juden gebetet. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview attackiert Rabbiner Walter Homolka den Papst - und wirft ihm vor, judenfeindliche Kräfte zu stärken.

Homolka, Synagoge KölnSPIEGEL ONLINE: Herr Homolka, Sie - und weltweit rund 1600 Rabbiner - protestieren scharf gegen die vom Vatikan wieder zugelassene lateinische Karfreitagsfürbitte. Darin heißt es: “Lasst uns beten für die Juden. Dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.” Halten Sie Benedikt XVI. für einen Antisemiten?

Homolka: Er versucht, das Spezifische seiner Kirche herauszuarbeiten – das ist seine Aufgabe. Hier ging ihm allerdings das Fingerspitzengefühl verloren. Es ist höhnisch für Juden, wenn ausgerechnet im Umfeld von Karfreitag die katholische Kirche wieder für die Erleuchtung der Juden bittet, damit wir Jesus als Heiland erkennen. Solche Aussagen werden in einem wirkungsgeschichtlichen Umfeld gemacht, das eng verbunden ist mit Diskriminierung, Verfolgung und Tod. Das ist nach der Schuld, die die katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judentum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat, völlig unangemessen und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden.

SPIEGEL ONLINE: Was bewirkt Benedikt mit der Neufassung der lateinischen Formel?

Homolka: Er gibt zu erkennen, dass er glaubt, auch für die Juden führe der Weg zum Heil nur über Jesus, den Heiland. Das öffnet der Judenmission Tür und Tor. Schon jetzt ist das Internet voll mit Kommentaren rechtskonservativer Katholiken, die sagen: “Wunderbar, jetzt haben wir endlich das Signal, Juden zu missionieren.” So ein Zeichen wirkt auf antisemitische Kreise äußerst stimulierend. Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff.

SPIEGEL ONLINE: Benedikt leistet antisemitischen Tendenzen Vorschub?

Homolka: Er nimmt sie zumindest in Kauf.

SPIEGEL ONLINE: Ist die aktuelle Fassung nicht harmlos im Vergleich zur Urfassung von 1570, die über Jahrhunderte galt? Darin ist davon die Rede, dass das Herz der Juden verschleiert sei, dass sie in der Finsternis wandelten, dass sie verblendet und treulos seien.

Homolka: Ich halte auch die Benedikt-Fassung für mehr als unglücklich. Er trifft an dieser zentralen liturgischen Stelle, der Karfreitagsliturgie, eine kathedertheologische Aussage, die von Juden unweigerlich als Angriff und Stillosigkeit empfunden werden muss. In der Geschichte ist Juden am Karfreitag immer wieder Verfolgung und Tod widerfahren. Christen münzten die Karfreitagsbotschaft oft um in die Frage: “Wo sind die Christusmörder?”

SPIEGEL ONLINE: Ist diese Gefahr nicht längst gebannt?

Homolka: 2006 hat der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Henry Brandt, gegenüber Kardinal Kasper klare Worte gefunden: Jeder Anflug der Möglichkeit einer Judenmission durch die Kirche sei quasi ein feindlicher Akt, eine Fortsetzung der Untaten Hitlers den Juden gegenüber auf anderer Ebene. Das ist hart, aber ehrlich gesagt. Die katholische Kirche sollte sich zur Treue Gottes bekennen, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält.

SPIEGEL ONLINE: Die lateinische Version der Fürbitte wird in kaum einer deutschen Pfarrgemeinde zu hören sein. Ist Ihr Protest nicht übertrieben?

Homolka: Es geht nicht darum, wo überall diese außerordentliche Form der Fürbitte gebetet wird. Der Papst hat mit dieser Formulierung von eigener Hand eine richtungweisende Veränderung vorgenommen, der er persönliches Gewicht verleiht. Damit entzieht er der ordentlichen Form der Fürbitte von 1970 die Glaubwürdigkeit. Deren Text hätte der Papst doch einfach auch für den tridentinischen Ritus übernehmen können: “Lasset uns beten für die Juden, zu denen Gott im Anfang gesprochen hat. Er gebe ihnen die Gnade, sein Wort immer tiefer zu verstehen und in der Liebe zu wachsen.”

SPIEGEL ONLINE: Das Christentum ist eine missionarische Religion. Ist es da nicht logisch, dass auch Juden überzeugt werden sollen?

Homolka: Nein, denn die umstrittene Karfreitagsfürbitte lässt die besondere Stellung des Judentums als Gottes Volk völlig außer Acht. Gott hat uns Juden zum “Licht unter den Völkern” berufen, wir haben also sicher nicht die Erleuchtung durch die katholische Kirche nötig. Da vergreift sich die jüngere Schwester schwer im Ton.

SPIEGEL ONLINE: Der Jude Jesus hat doch selbst unter Juden missioniert.

Homolka: Jesus hat seine Position im Rahmen eines innerjüdischen Dialoges vorgetragen. Was die Kirche daraus gemacht hat, war etwas ganz anderes. Sie hat dem Rabbi Jesus Göttlichkeit verliehen und behauptet auch noch, der Kreuzestod dieses Rabbis sei für meinen persönlichen Gnadenstand relevant. Solche Lehren wären auch Jesus neu gewesen.

SPIEGEL ONLINE: Sie sehen die Gefühle vieler Juden verletzt. Mit seiner Regensburger Rede verletzte Benedikt auch die Gefühle vieler Muslime. Was steckt dahinter?

Homolka: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies Ausrutscher waren. Hier steht ein Kapitän auf der Brücke seines Supertankers. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde ein neuer Kurs gesetzt. Nun will er umsteuern und in kurzer Zeit neue Akzente setzen. Da braucht es schon die eine oder andere Sprengbombe, um das Schiff ins neue Fahrwasser zu bringen. Die Kirche des Zweiten Vatikanums ist dem Papst zu arm an Bindekraft geworden und die Universitätstheologie zu mager. Deshalb diese gewaltigen Veränderungen in der katholischen Kirche.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt auch positive Entwicklungen im katholisch-jüdischen Verhältnis: das Schuldbekenntnis der katholischen Kirche, Benedikts Besuch der Kölner Synagoge, sein Treffen mit dem Wiener Rabbiner. Und er hat Auschwitz besucht.

Homolka: In Auschwitz vertrat er eine Auffassung, als ob neuheidnische Kräfte über das deutsche Volk gekommen wären und es verführt hätten. Rabbiner Leo Baeck hat nach dem Holocaust ein ganz anderes Fazit gezogen: Was ist eine Kirche wert, die im Dritten Reich Gottes grundlegenden Lehren nicht Geltung verschaffen konnte? Das lässt den an den Tag gelegten Absolutheitsanspruch des Christentums recht frech erscheinen.

SPIEGEL ONLINE: Dennoch bemühte sich die katholische Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg um ein gutes Verhältnis zum jüdischen Volk. Rom erkannte an, dass das Christentum aus dem Judentum entsprungen ist, dass das Judentum eine Heilszusage von Gott besitzt, dass Jesus Jude war.

Homolka: Ja, aber es gibt auch irritierende Signale. Bei der Heiligsprechung Edith Steins, die als Jüdin zu Tode kam und dann von christlicher Seite als Märtyrerin erhöht wurde, ging es der katholischen Kirche auch darum, dass eine Jüdin katholisch wird. Und jetzt der Affront mit der Karfreitagsliturgie. Ich akzeptiere es, wenn jemand individuell einen Glaubenswechsel vornimmt – das gilt nach beiden Seiten. Der christlich-jüdische Dialog wird damit fertig. Aber eine kollektive Erwartung an das Judentum, Jesus als Heiland anzuerkennen, ist eine schwere Belastung.

SPIEGEL ONLINE: Welchen Sinn hat überhaupt ein Dialog, wenn von vornherein klar ist, dass sich die beiden Seiten letztlich unversöhnlich gegenüber stehen?

Homolka: Das Ziel des Dialogs ist nicht die Vereinigung oder Vereinnahmung. Wir wollen einander verstehen lernen. Dazu gehört, Verletzungen zu vermeiden, wie sie uns durch die Karfreitagsfürbitte des Papstes zugefügt wurden. Ich fürchte, auf jüdischer Seite wird es zu einer Abstimmung mit den Füßen kommen, die Leute werden sich dem Dialog entziehen.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann es weitergehen?

Homolka: Der morgige Karfreitag wird ein schwarzer Tag in den Beziehungen von Juden und Katholiken. Eine versprochene Erläuterung des Vatikans lässt auf sich warten, insgesamt vier jüdische Referenten haben mittlerweile ihre Teilnahme für den Katholikentag abgesagt. Die Nerven liegen auf jüdischer Seite blank. Micha Brumlik warnte vor wenigen Monaten vor einer “Eiszeit”. Jetzt ist sie da. Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinschaft stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Das Gespräch führte Alexander Schwabe

URL:

* http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,542556,00.html

Unser Kommentar ist inzwischen veröffentlicht unter dem Post “Rabbiner Walter Homolka spricht Klartext

Doch vorläufig auch hier schon mal sachdienliche Links:

Unsere bisherigen Stellungnahmen:

    1. Die re-re-revidierte Karfreitagsfürbitte für die Bekehrung der Juden
    2. Karfreitagsfürbitte für die Juden überschattet Katholikentag
    3. Juden fordern erneut Änderung der Karfreitagsfürbitte
    4. Wird sich Rom unterwerfen?

      Veröffentlicht in Islam, Juden, Judenmission, Judentum, Nostra Aetate, Vatikan | 5 Kommentare »