Zitat aus: PI (Politically Incorrect) vom 3. September 2008:
Siedlungsklage nach 1611 Jahren
Drei kurdische Dörfer im Südosten der Türkei klagen gegen ein christliches Kloster wegen “rechtswidriger Ansiedelung” – allerdings nicht gegen eins, das erst gebaut werden soll, sondern gegen eins, das schon seit über 1600 Jahren steht. In dem 397 gegründeten Kloster, welches das geistliche Zentrum der syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei ist, läuteten schon Kirchenglocken, noch ehe Baby-Mohammed seinen ersten Schrei unter des Sonne Saudi-Arabiens ausgestoßen hat.
Dennoch halten die Anhänger des Propheten die Ansiedlung. Mar Gabriel bei Midyat (Foto) stehe auf ihrem Weideland, beklagen sich die Dorfbewohner.
Die Klostergemeinschaft wies … darauf hin, dass das Kloster schon seit dem Jahr 397 dort steht. Damit existiert es viele Jahrhunderte länger als die ersten kurdischen oder türkischen Dörfer. Die Dorfvorsteher wollen offenbar versuchen, das Kloster in einen Gebietsstreit zwischen den umliegenden Dörfern hineinzuziehen, weil die Christen ein leichtes Ziel abgeben, sagte Kuryakos Ergün der Zeitung: “Die Bevölkerung wird gegen uns Suriani (syrische Christen) aufgehetzt”.
In der Strafanzeige beklagen sich die Dorfvorsteher, dass die Klostergemeinde mehr Land besitze, als sie zum Beten benötige. “Nirgends sonst auf der Welt” brauche ein Gottesdienst so viel Platz. Dadurch würden die Rechte der Anwohner beschnitten, die auf dem Grund ihre 3.500 Schafe und Ziegen sowie 1.000 Kühe weiden lassen wollten.
Mar Gabriel ist das berühmteste Kloster des Tur Abdin und bis heute ein geistlicher Mittelpunkt der syrisch-orthodoxen Kirche. Gegründet wurde es durch Mar Samuel Savroyo im Jahr 397 nach Christus. Das Kloster erlebte unter wechselnder Herrschaft in den darauf folgenden Jahrhunderten Höhen und Tiefen, Zeiten der Zerstörung und des Wiederaufbaus. Lange Zeit war es Sitz des syrisch-orthodoxen Metropoliten des Tur Abdin. Auch heute residiert der Metropolit wieder im Kloster.
Das Kloster wurde in den zurückliegenden 35 Jahren vollständig renoviert, saniert und erweitert. Metropolit Timotheos Samuel Aktas, der viele Jahre auch Abt war, hat dieses Kloster wieder neu zum geistlichen Zentrum der syrischen Christen ausgebaut. Heute leben und arbeiten dort etwa 75 Personen – Mönche, Nonnen, Lehrer mit ihren Familien und 30 Schüler. In der Klosterschule wird die Muttersprache, Liturgie und Literatur der syrischen Christen gelehrt. Das Kloster Mar Gabriel feierte 1997 sein 1.600-Jahr-Jubiläum. (Quelle: kathweb.at)
Die Mönche wollen notfalls alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auszuschöpfen – falls dieser sich überhaupt für ein Kloster in der Türkei interessiert. Kurdische Dorfvorsteher wie jene, die die Klage eingereicht haben, genießen dagegen häufig die Unterstützung lokaler Armeekommandanten, solange sie im Krieg gegen die PKK auf der Seite des türkischen Staats stehen.
(Spürnase: David O.)
Zitat aus PI (Politically Incorrect) vom 5. Dezember 2008:
Rettet das aramäische Kloster Mor Gabriel
[1] Während in Deutschland darüber gestritten wird, wo noch mehr und noch größere Moscheen gebaut werden sollen, will man in der Türkei mithilfe einer Siedlungsklage ein Kloster schließen, das bereits stand, bevor der sogenannte Prophet überhaupt das Licht der Welt erblickte ([2] PI berichtete). Nicht nur die Enteignung droht, sondern auch ein endgültiges Verbot des gesamten Klosterlebens in Mor Gabriel.
Die Verhandlungstermine wurden von den Türken alle “verständnisvoll” um die Weihnachtsfeiertage angesetzt: Auf den 19., 24., und 30. Dezember. Die Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland (FASD) e.V. [3] bittet uns daher alle um Hilfe und Unterstützung.
Das Kloster Mor Gabriel ist nicht nur das geistige und kulturelle Zentrum der Syrisch-Orthodoxen Kirche, sondern auch ein lebendiges Zeichen für das gesamte Christentum im Osten der Türkei. Aus eigener Kraft kann es der Bedrohung durch die Dorfschützer und der Schließung nicht entgehen. Dabei geht es nicht nur um den Grund und Boden, der durch das Katasteram erfasst werden soll, sondern auch um die von den Dorfschützern ausgesprochenen Drohungen. Welche Folgen eine von den politischen und religiösen Führern angestachelte Situation für die aramäische Bevölkerung vor Ort hat, zeigt allein ein Rückblick in die nähere Vergangenheit.
Die FASD hat bereits Gespräche mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aufgenommen. Des Weiteren steht die FASD derzeit in Kontakt mit hochrangigen Politikern. Damit die Bemühungen aber Erfolg versprechen, muss unser Volk in Deutschland an einem Strang ziehen. Dazu ist die FASD bereit. Nur durch ein gemeinsames Auftreten kann in einer solchen Situation die nötige Stärke gezeigt werden, um den türkischen Staat zum Umdenken zu bewegen und an die Vielfalt seines Landes zu erinnern, die nicht für nationalistische Ziele geopfert werden darf. Es gilt nicht nur schnell, sondern auch effektiv zu handeln.
Wir rufen alle Personen, Parteien und Organisationen unseres Volkes und der europäischen Öffentlichkeit auf, die die Menschenrechte und die Geschichte des Christentums wahren wollen, gemeinsam gegen eine Schließung von Mor Gabriel und für ein Leben im Kloster ohne staatliche Zwänge ihre Stimme zu erheben.
Die FASD plant in den kommenden Wochen Aktionen und ruft alle auf, sich gemeinsam daran zu beteiligen – über alle Grenzen hinweg!
» Kontakt zur Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland e.V.
Postfach 12 04 57
669066 Heidelberg
Tel: 0177-3375301
Mail: [4] fasd@gmx.net(Spürnase: David O.)
URLs in this post:
[1] Image: http://www.pi-news.net/2008/12/rettet-das-aramaeische-kloster-mor-gabriel/
[2] PI berichtete: http://www.pi-news.net/2008/09/siedlungsklage-nach-1611-jahren/
[3] bittet uns daher alle um Hilfe: http://www.suryoyena.org/magazin.php?art=376
[4] fasd@gmx.net: mailto:fasd@gmx.net
Siehe auch:
- Unseren Artikel: „Armenier beklagen Enteignungen in Ostanatolien“
- Die Welt – Welt online: Die Türkei will ihre letzten Aramäer vertreiben
- Wikipedia: Kloster Mor Gabriel
- History of the Monastery of Mor Gabriel
- Beth Kustan: Das Kloster Mor Gabriel
- Blog: Aktion Mor Gabriel
- Wikimapia: Kloster Mor Gabriel








